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Wissen Liquiditätsmanagement: Liquiditätsgrade

Jörg Olvermann
Für ein fundiertes Liquiditätsmanagement reicht ein alleiniger Blick aufs Konto nicht aus, um die Zahlungsfähigkeit professionell zu beurteilen. Es ist vielmehr wichtig, die vorhandenen oder erwarteten Geldmittel ins Verhältnis zu den bestehenden und zu erwartenden Verbindlichkeiten zu setzen. So lässt sich beurteilen, inwieweit ein Unternehmen genug Cash hat und haben wird, um den laufenden Geschäftsbetrieb nachhaltig zu erhalten. Genau für diese Beurteilung gibt es die Berechnung der Liquidität nach unterschiedlichen Liquiditätsgraden.

Beispiel: Ermittlung von Liquiditätsgraden

Ermitteln wir die Liquiditätsgrade anhand fiktiver Zahlen der Beispielfirma Schulz GmbH

  • Kurzfristige Verbindlichkeiten: 1.000.000 Euro
    Als “kurzfristig” gelten Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr. Zu den Verbindlichkeiten aus Sicht des Cashflow zählen alle zu erwartenden Auszahlungen, z. B. für Personal, Miete, Dienstleistungen, Wareneinkauf. Auch Rückstellungen für Steuerzahlungen werden hier berücksichtigt.
  • Liquide Mittel: 280.000 Euro
    Dazu gehören Barvermögen, Guthaben auf Konten, Schecks, diskontierfähige Wechsel oder Aktienvermögen, das kurzfristig veräußert werden kann.
  • Kurzfristige Offene Forderungen: 750.000 Euro
    Dazu gehören insbesondere offene Forderungen aus Rechnungen, die an Kunden gestellt werden. Es handelt sich um Zuflüsse in den Cashflow, die im Laufe der nächsten zwölf Monate zu erwarten sind.
  • Vorräte: 400.000 Euro
    Neben liquiden Mitteln kurzfristigen Forderungen und Verbindlichkeiten werden auch die (im Sinne der Bilanz) vorhandenen Vorräte in die Berechnung mit einbezogen. Vorräte der Firma Schulz könnten z. B. Lagerbestände sein, die noch keine Forderungen sind. Die Vorräte der Firma Schulz setzen wir mit 400.000 Euro an.

Berechnung der Liquidität 1. Grades

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Für die Firma Schulz wird die Liquidität 1. Grades berechnet. Dazu werden die liquiden Mittel (280.000 Euro) durch die kurzfristigen Verbindlichkeiten (1.000.000 Euro) geteilt. Das Ergebnis ist 0,28 oder in Prozent ausgedrückt: 28%.

Die Firma Schulz kann mit diesem Ergebnis zufrieden sein. Denn erfahrungsgemäß sollte die Liquidität 1.Grades zwischen 10% und 30% liegen. Größer muss der Wert nicht sein, da ja im Laufe der nächsten Zeit weitere Zuflüsse zu erwarten sind. Ist der Wert aber zu groß könnte das ein Hinweis für das Liquiditätsmanagement sein, dass zu viele liquide Mittel ungenutzt “herumliegen” anstatt für Investitionen oder andere sinnvolle Ausgaben genutzt zu werden.

Berechnung der Liquidität 2. Grades

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Hierfür werden liquide Mittel (280.000 Euro) und kurzfristige Forderungen (750.000 Euro) addiert und das Ergebnis durch die kurzfristigen Forderungen geteilt. Der Wert beträgt 1,03 oder 103%.

Für die Liquidität 2. Grades sollte ein Zielwert von 100% bis 120% erreichen. Wird die Marke von 100% nicht erreicht, ist die Zahlungsfähigkeit des Unternehmens gefährdet. Denn das würde bedeuten, dass die aktuelle Liquidität plus offener Forderungen nicht ausreicht, um die kurzfristigen Verbindlichkeiten zu decken. Das Liquiditätsmanagement wäre dann schnell gefordert, hier zusätzliche Liquidität zu organisieren!

Berechnung der Liquidität 3. Grades

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Beim 3. Liquiditätsgrad werden neben liquiden Mitteln und kurzfristigen Forderungen auch die Vorräte mit einbezogen. Die Summe dieser drei Werte wird dann wie schon bei der Liquidität 1. und 2. Grades durch die kurzfristigen Verbindlichkeiten geteilt.

Das Liquiditätsmanagement der Firma Schulz summiert deshalb 280.000 Euro liquide Mittel + 750.000 Euro kurzfristige Forderungen + 400.000 Euro Vorräte und teilt die Summe (1.430.000 Euro) durch die kurzfristigen Verbindlichkeiten in Höhe von 1.000.000 Euro.

Das Ergebnis ist ein Wert von 1,43 oder 143% für die Liquidität 3. Grades.

Auch mit diesem Wert kann das Unternehmen zufrieden sein. Zwar liegt der optimale Wert bei 200%, richtig schwierig wird es aber erst, wenn der Wert für die Liquidität 3. Grades unter 100% fällt. Damit würde gegen die „goldene Bilanzregel“ verstoßen, dass langfristig gebundenes Vermögen auch langfristig zu finanzieren ist. Eine kurzfristige Finanzierung von langfristig gebundenem Vermögen wird demnach als zu risikoreich angesehen.

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