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Liquiditätsplanung: flowpilot der online Liquiditätsplaner

Praxis-Tipps für Liquiditätsplaner – Liquiditätsplan erstellen

Jörg Olvermann
Wie erstellt man einen Liquiditätsplan? In unserem Praxis-Tipp zeigen wir dies anhand eines fiktiven Beispiels. Schritt für Schritt lesen Sie, wie man mit einem guten Liquiditätsplan bereits frühzeitig Schwachstellen im Geschäftsmodell erkennen kann und welche Hinweise man zur Verbesserung der Liquidität daraus ableiten kann.

Praxis-Beispiel Liquiditätsplaner

Praxisbeispiel Liquiditätsplaner: Rettet das Shoe-Niverse!

Karla und Max erfüllen sich den Traum vom eigenen Unternehmen. In ihrer Heimatstadt Neuberg gründen Sie den Sneaker-Laden Shoe-Niverse. Neben dem Ladengeschäft in der Neuberger Fußgängerzone bauen sie parallel einen Online-Shop auf. Ihre Ware beziehen sie direkt von Sportartikelherstellern. Da die Lieferzeiten gerade für beliebte Schuhmodelle recht lange ist, entschließen Sie sich, in der Nähe auch ein Lager anzumieten, um so eine bestimmte Menge an Schuhen immer vorrätig zu haben.

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Finanziell sind Karla und Max anfänglich auf Geld von Dritten angewiesen. Karlas Mutter leiht den beiden 25.000 Euro in Form eines Privatkredits. Darüber hinaus gewährt die Bank Ihnen einen Kredit in Höhe 50.000 Euro. Der Ladenumbau kostet 18.000 Euro. Karla und Max eröffnen ihr Shoe-Niverse also mit einem Anfangsgeldbestand von 57.000 Euro.

Anfänglich machen sich Karla und Max wenig Gedanken über die Planung der Zahlungsfähigkeit. Doch nach den ersten 3 Monaten fällt Karla auf, dass der Geldbestand auf dem Geschäftsgirokonto kontinuierlich zurückgeht. Beide sind sich unsicher, wie lange ihr gerade gegründetes Unternehmen noch überleben wird und beschließen, einen Liquiditätsplan anzulegen. Dieser Liquiditätsplaner listet alle Ein- und Auszahlungen immer für einen laufenden Monat auf.

Die Tabelle zeigt, dass der Geldbestand in den ersten drei Monaten von 57.000 Euro auf 36.240 Euro gesunken ist - eine beunruhigende Entwicklung

Um ihre weitere Geschäftstätigkeit zu planen, beschließen Karla und Max, die Liquiditätsentwicklung nicht nur für die vergangenen ersten drei Monate zu betrachten, sondern den Liquiditätsplan für die nächsten Monate in die Zukunft fortzuschreiben.

Deshalb fügen Sie in den Liquiditätsplaner vier neue Spalten hinzu. Als Projektion fügen sie für die Monate 4-7 zunächst die Werte aus dem 3. Monat ein und schreiben diese fort. Ein erfahrener Planer würde hier bereits reellere Werte einplanen, aber Karla und Max wollen zunächst einmal ein Gefühl dafür bekommen, wie sich die Liquidität entwickelt, wenn alles so weiterläuft, wie bisher.

Mit dieser Tabelle starten Karla und Max Ihren Liquiditätsplaner

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Was zeigt dieser Liquiditätsplaner?

Diese Liquiditätsplanung ist ein schönes Beispiel dafür, dass es eine sehr wichtige Managementaufgabe für ein Unternehmen ist. Denn wenn Karla und Max das Shoe-Niverse weiterhin so führen wie bisher, werden sie zu Beginn des Monats 7 zahlungsunfähig sein!

Wie können Karla und Max die Zahlungsunfähigkeit verhindern?

Ein drohender Mangel an Liquidität hat immer mehrere Ursachen. Daher haben Karla und Max auch unterschiedliche Möglichkeiten, auf die Probleme zu reagieren. In ihrem Liquiditätsplaner spielen die beiden daher ganz unterschiedliche Möglichkeiten durch. Sie verändern in ihrer Projektion für die Monate 4-7 verschiedene Tabellenwerte, um zu sehen, wie sich Veränderungen bei Ein- und Auszahlungen auf den Cashflow auswirken.

Veränderungen in der Cashflow-Planung: So retten wir das Shoe-Niverse

Änderungen auf der Einzahlungsseite des Liquiditätsplaners

Die Einzahlungsseite des Shoe-Niverse besteht aus Umsätzen im Laden und dem Online-Shop. Der Ladenumsatz hat sich in den ersten drei Monaten nur kaum verändert, der Online-Handel stieg jedoch stetig von 1.500 auf 3.200 Euro erhöht.

Carla und Max rechnen in der aktualisierten Liquiditätsplanung deshalb mit weiter steigenden Einzahlungen aus dem Online-Shop und projizieren in den Monaten 4 bis 7 Steigerungen um jeweils 1000 Euro (also auf 4.200 Euro, 5.200 Euro, 6.200 Euro und 7.200 Euro).

Zwischenergebnis: Im Unterschied zur ersten Planung ist das Shoe-Niverse zu Beginn von Monat 7 jetzt noch zahlungsfähig. Allerdings wird der errechnete Geldbestand von 720 Euro nicht lange ausreichen. Die Zahlungsunfähigkeit ist also nur aufgeschoben.

Änderungen auf der Auszahlungsseite des Liquiditätsplaners

Die Auszahlungsseite in der Liquiditätsplanung im Shoe-Niverse umfasst mehr Positionen als die Einzahlungsseite. Hier gibt es mehr Stellschrauben, um den Cashflow zu optimieren.

Folgende Veränderungen nehmen Max und Karla vor:

  • Absenken des Gehalts von 4.800 auf 3.800 Euro - für beide gemeinsam.
  • Senkung der Kreditrate an die Mutter auf 150 Euro monatlich.
  • Verlängerung der Kreditlaufzeit des Bankkredits und Absenken der monatlichen Belastung auf 500 Euro
  • Max und Carla kündigen den Mietvertrag für das Lager und bringen die Ware im Laden unter. Zukünftig wird außerdem nur bei Lieferanten bestellt, die kurzfristig liefern können, auch wenn die Einkaufspreise zum Teil etwas höher sind. Das erhöht zwar die Liefer- und Wartezeit auf einen Artikel – wirkt sich aber sofort positiv auf den Liquiditätsplan aus. Ergebnis: Carla und Max streichen aus ihrem Liquiditätsplan die 1.100 Euro Miete für das Lager und setzen nur noch 4.000 Euro monatlich an Auszahlungen für dan Wareneinkauf an.
  • Karla entschließt sich schließlich noch zu einem letzten Schritt, um die Auszahlungsseite zu optimieren. Sie telefoniert mit dem Vermieter des Ladengeschäfts (einem Freund ihres Vaters) und kann ihn überzeugen, die Miete auf 2.000 Euro zu reduzieren.

Durch die Veränderungen in der Liquiditätsplanung zeigt der Liquiditätsplaner nun ab dem 7. Monat sogar einen positiven operativen Cashflow. Wenn Clara und Max wirklich alle Maßnahmen wir geplant umsetzen kann das Shoe-Niverse gerettet werden!

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Fazit: Ein guter Liquiditätsplan kann Unternehmen vor der Zahlungsunfähigkeit bewahren

Das frühzeitige Projizieren der Ein- und Auszahlungsseite in die Zukunft zeigt an, wann mit Problemen im Cashflow zu rechnen ist. In dieser Phase der Planung ist es dann in der Regel noch leicht, geeignete Maßnahmen einzuleiten. Die Auswirkungen dieser Maßnahmen werden dann wieder in die Planung integriert und natürlich immer wieder mit den echten Zahlen abgeglichen. Mit der Zeit entwickelt sich die Liquiditätsplanung so zu einem zentralen Instrument zur Planung, Steuerung und zum Controlling der Geschäftstätigkeit.

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