Liquiditätsmanagement - flowpilot, der Liquiditätsplaner
Liquiditätsplanung: flowpilot der online Liquiditätsplaner

Praxis-Tipp: Instrumente für kurzfristige und langfristige Liquiditätsplanung

Jörg Olvermann
Liquiditätsplanung gehört zu den wichtigsten Aufgaben der Finanzplanung. Dabei unterscheiden sich die Herausforderungen und Lösungsansätze nicht nur nach Geschäftsmodell, Branche und Unternehmensgröße, sondern auch darin, ob Liquiditätsplanung kurz- mittel- oder langfristig erfolgt. In diesem Artikel verschaffen wir Ihnen einen Überblick, welche Mittel der Liquiditätsplanung kurz-, mittel- und langfristig zur Verfügung stehen und wie groß die Bedeutung aktueller Daten als Basis für die Liquiditätsplanung ist.

Kurzfristige Liquiditätsplanung: Cash Pooling hilft, wenn’s eng wird

Für die meisten kleinen und mittelständischen Betriebe spielt die kurzfristige Liquiditätsplanung im Horizont weniger Tage bisher nur eine untergeordnete Rolle. Doch für Firmen mit extrem schnellen Zahlungsströmen (z. B. der Online-Handel) sowie für Unternehmen mit Tochtergesellschaften im In- und Ausland lohnt es sich, praktisch jeden Tag die Liquiditätsplanung zu optimieren.

In diesem Zusammenhang ist das so genannte Cash Pooling wichtig. Das Prinzip dieser kurzfristigen Maßnahme zum Liquiditätserhalt ist einfach: Wenn der Kontostand eines Unternehmens unter Null zu rutschen droht, wird der Saldo durch den positiven Geldbestand einer zum Unternehmen gehörenden Tochterfirma vorübergehend ausgeglichen. Cash Pooling wird im Wesentlichen innerhalb von Unternehmen und Konzernen betrieben, die auf verteilten Konten Geldbestände haben, die sich untereinander ausgleichen lassen. So können Überziehungszinsen oder Kontokorrentkredite vermieden werden.

cash-pooling-beispiel

Erläuterung zum Cash Pooling:
An Tag 2 treten bei Firma 1 Liquiditätsengpässe auf. Firma 2 (z. B. eine Tochterfirma) gleich durch den Übertrag von Liquidität das drohende Minus aus und bekommt an Tag 2 das Geld wieder zurückbezahlt.

Doch nicht nur Großkonzerne können von diesem Instrument der Liquiditätsplanung profitieren. Auch öffentliche Einrichtungen, Kommunen oder staatliche Versorgungsbetriebe können mit Cash Pooling intelligent kurzfristige Zahlungsschwierigkeiten vermeiden, indem freies Geld dort hinfließt, wo es gerade gebraucht wird. Im Zeitalter der Schwarmintelligenz ist Cash Pooling grundsätzlich auch unter nicht verbundenen Firmen vorstellbar. Denkbar wären Vermittlungsplattformen, auf denen Unternehmen überschüssiges Geld parken und anderen Firmen zum kurzfristigen Ausgleich von Zahlungsengpässen zur Verfügung stellen könnten.
Diese Art der Liquiditätsplanung wird für potenzielle Geldgeber umso attraktiver, je mehr Banken Strafzinsen auf Guthaben an Unternehmen weitergeben. Anstelle Zinsen für einen positiven Saldo zahlen zu müssen, könnte das Geld anderen Unternehmen helfen, Liquidität zu erhalten.

Mittelfristige Liquiditätsplanung: Offene Forderungen und Verbindlichkeiten prüfen

Mittelfristige Liquiditätsplanung betrachtet den Geldbestand der nächsten Wochen bis zu wenigen Monaten. Auf der Seite der Einzahlungen lohnt hier vor allem ein Blick auf die offenen Forderungen:

  • Welche Rechnungen sind aktuell offen? Hier verschafft eine Liste mit allen offenen Forderungen und den Zahlungszielen einen ersten Überblick.

  • Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit des Rechnungsausfalls? Ein Forderungsspiegel mit Altersstruktur kann helfen, Ausfallrisiken zu schätzen und die realistisch zu erwartenden Einzahlungen besser zu prognostizieren.

  • Welche Zahlungsziele und -modalitäten wurden mit aktuell den Kunden vereinbart? Durch das Gewähren von Skonto oder die Vereinbarung von Abschlags- und Teilzahlungen lassen sich Einzahlungen oft früher realisieren.

Wenn der Bestand an offenen Forderungen bedrohlich hoch wird, kann man Factoring als Instrument der Liquiditätsplanung nutzen.

Das Prinzip: Factoring-Anbieter zahlen den offenen Rechnungsbetrag unter Abzug einer Gebühr schnell aus und machen die übertragene Forderung dann bei Ihren Kunden geltend. 

Inzwischen gibt es Anbieter wie rechnung.de, die neben der Vorfinanzierung von offenen Forderungen auch die komplette Rechnungserstellung und -verwaltung integriert in einem Software as a Service Produkt anbieten.

Auf der Seite der Auszahlungen lassen sich Optimierungen in der Liquiditätsplanung durch Überprüfen aller offenen Rechnungen realisieren. Können Sie Lieferanten, Subunternehmer oder freie Mitarbeiter eventuell später bezahlen? Wer hier aktiv auf seine Gläubiger zugeht, kann sich hier oft entscheidende Vorteile verschaffen.

Langfristige Liquiditätsplanung: Cashflow-Optimierung als Teil Ihrer Finanzstrategie

Wer sein Unternehmen langfristig „High on Cash“ halten will, der sollte professionelle Liquiditätsplanung als integralen Bestandteil der Unternehmensstrategie verankern. Alle unternehmerischen Entscheidungen sollten unter dem Gesichtspunkt getroffen werden, der Firma möglichst dauerhaft einen hohen Geldbestand zu sichern, zum Beispiel indem der so genannte Cash Conversion Cycle beschleunigt wird.

Wie das geht?
Haben Sie schon einmal überlegt, wie lange es dauert, bis ein Euro, den Sie für Personal, Materialeinkauf oder sonstige Ausgaben ausgezahlt haben, wieder als Einzahlung zu Ihnen zurückkehrt? Die Kennzahl des Cash Conversion Cycles berechnet genau diesen Wert. Je kleiner er ist, umso besser ist Ihr Unternehmen in Punkto Liquiditätsplanung aufgestellt.

Um den Cash Conversion Cycle so kurz wie möglich zu halten, kann Ihre Liquiditätsplanung an drei Stellen ansetzen:

Zeitpunkt von Auszahlungen nach hinten verschieben

Wann bezahlen Sie Ihre Lieferanten oder Dienstleister? Können Sie hier von vornherein großzügigere Zahlungsziele vereinbaren? Große Unternehmen wie Amazon machen es vor: Die Online-Plattform bezahlt die Anbieter von Waren oft erst dann, nachdem die Endkunden ihre Bestellung bezahlt haben. Auf diese Art und Weise entsteht sogar ein negativer Cash Conversion Cycle, denn Amazon nimmt Geld ein, bevor die Lieferanten ihr Geld erhalten.

Lagerzeiten verkürzen – Lager verkleinern

Je größer und besser gefüllter Ihr Warenlager ist, umso mehr binden Sie totes Kapital. Nicht ohne Grund funktionieren die meisten Lieferketten heutzutage „just in time“. Die Ware wird möglichst kurzfristig bestellt, nur kurz oder am besten gar nicht eingelagert und direkt an den Kunden geliefert. Wer von vornherein in sein Geschäftsmodell diese optimierten Lagerzyklen einbaut, der tut seinem Cashflow jedenfalls einen großen Gefallen.

Einzahlungen früher und regelmäßiger realisieren

Wie bekommen Sie Ihre Kunden dazu, möglichst frühzeitig zu bezahlen? Das kommt ganz auf Ihr Geschäftsmodell an. Als Online-Händler können Sie durch Digitales Bezahlen direkt bei der Bestellung den Cashflow optimieren. Wenn Sie klassische Vertriebswege gehen, können Sie Ihre Kunden mit Skonto oder anderen Benefits dazu animieren, die Ware direkt bei Lieferung zu bezahlen – oder sogar bereits Vorkasse verlangen. Wenn Ihr Unternehmen hingegen vom Projektgeschäft lebt, sollten Sie bereits bei der Annahme eines Auftrags Ihre Liquiditätsplanung optimieren mir Ihren Kunden An- und Teilzahlungen vereinbaren. Gerade bei Projekten mit langer Laufzeit kann nämlich der Zeitpunkt der Leistungserbringung erheblich vom Bezahldatum der Rechnung abweichen. Dieses Risiko minimieren Sie, wenn Sie durch An- und Teilzahlungen regelmäßiger Geld erhalten, als bei einer großen Schlussrechnung. Eine weitere Möglichkeit ist, anstelle von Projektaufträgen Pflegeverträge abzuschließen. Durch attraktive Konditionen können Sie so Kunden überzeugen, lieber monatlich einen festen Betrag für eine Dienstleistung zu bezahlen, als Einzelaufträge auszulösen. Die gute Nachricht für Ihre Liquiditätsplanung: Sie können über die gesamte Vertragslaufzeit mit sicheren Einzahlungen rechnen.

Langfristige Liquiditätsplanung mit Szenarien

Für eine tragfähige Liquiditätsplanung sind solide geplante Was-Wäre-Wenn-Szenarien wichtig. Dabei sollten Sie in beide Richtungen denken:
Wie reagieren Sie bei Liquiditätsengpässen? Um sich bei der Liquiditätsplanung nachhaltige Handlungsspielräume in alle Richtungen zu erschließen, sollten Sie frühzeitig Kontakt zu Banken und potenziellen Geldgebern suchen, die im Falle einer plötzlichen Liquiditätslücke einspringen können. Auch die Konditionen für solche Überbrückungen handelt man bestenfalls bereits aus, wenn noch keine echte Notlage eingetreten ist.

Wie können Sie überschüssige Liquidität parken oder ins Unternehmen investieren?

Was für das negative Szenario gilt, sollte man auch für den Best Case planen. Die Frage für die Liquiditätsplanung lautet dann: Was tun, wenn sich langfristig viel Geldbestand ansammelt, der nicht für den laufenden Geschäftsbetrieb benötigt wird? Hier sind die richtigen Investitions- und Geldanlagestrategien gefragt. Dies wird umso wichtiger, als immer mehr Banken Strafzinsen für Guthaben auf Geschäftskonten berechnen. Liquidität macht sich dann nicht nur als komfortables Geldpolster bemerkbar, sondern wird sogar zum Kostenfaktor!

Aktuelle Daten und die richtigen Instrumente: So klappt professionelle Liquiditätsplanung

Egal, ob Sie Liquidität kurz, mittel- oder langfristig planen wollen: die Basis für jede gute Planung sind verlässliche und aktuelle Daten.

Die Probleme dabei:

  • Viele Unternehmen erhalten Ihre Betriebswirtschaftliche Auswertung noch in gedruckter Form.

  • Buchhaltungsdaten und Kontobewegungen manuell abzugleichen, ist mühsam.

  • Offene Forderungen und Verbindlichkeiten werden in vielen Unternehmen nur unzureichend überwacht.

Die Ursachen für diese Probleme sind unzureichende Instrumente für die Liquiditätsplanung – gerade im Mittelstand. Viele Unternehmer setzen im Bereich Liquiditätsplanung noch Excel ein. Doch Excel-Tabellen mit den richtigen Daten zu befüllen ist zeitaufwändig und fehleranfällig. Auch die Qualität der aus Excel erstellten Prognosen ist leider unzureichend.

Eine Lösung, die auch im Mittelstand endlich professionelle Finanz- und Liquiditätsplanung erlaubt, ist Software zur Liquiditätsplanung wie flowpilot, die auf Knopfdruck Buchhaltungsdaten verarbeiten und den Cashflow als übersichtliche Grafik darstellen kann. Auch Funktionen wie eine Anbindung an Bankkonten, übersichtliche Dashboards und Listen mit offenen Forderungen und Verbindlichkeiten helfen, eine gute Liquiditätsplanung zu erstellen und unternehmerische Entscheidung auf eine fundierte Grundlage zu stellen.

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