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Integrierte Finanzplanung in der Praxis

Jörg Olvermann
Dieses Praxisbeispiel für die Integrierte Finanzplanung demonstriert auf leicht verständliche Weise, warum es wichtig sein kann, in der Finanzplanung alle finanziell relevanten Faktoren zu berücksichtigen, um die finanzielle Gesundheit des Unternehmens zu betrachten. Außerdem lesen Sie, welche speziellen Herausforderungen die rollierende Finanzplanung mit sich bringen und welche Tools und Templates besonders dafür geeignet sind.

Praxisbeispiel für Integrierte Finanzplanung

Cotton Dreams – Der T-Shirt Shop

Unser fiktives Beispiel ist denkbar simpel: Die Firma „Cotton Dreams GmbH“ kauft T-Shirts über einen Großhändler in China ein, bedruckt die T-Shirts in einer kleinen Fabrikhalle auf eigenen Druckmaschinen und verkauft die fertigen T-Shirts online.

Betrachten wir die Geschäftstätigkeit der Firma aus den drei wichtigsten Perspektiven der Integrierten Finanzplanung.

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Die drei Perspektiven der Integrierten Finanzplanung

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Perspektive 1: Liquidität

Die Liquiditätssicht betrachtet die unternehmerische Tätigkeit allein unter dem Gesichtspunkt der Zahlungsfähigkeit. Ausgehend vom Anfangsbestand beschreibt das Verhältnis von Aus- und Einzahlungen wie sich die Liquidität eines Unternehmens entwickelt. Bei der Firma Cotton Dreams bedeutet das: Einzahlungen kommen über den Verkauf der T-Shirts herein, Auszahlungen müssen unter anderem regelmäßig an Lieferanten und Mitarbeiter erfolgen. Der Verlauf der Ein- und Auszahlung wird auch als Cashflow bezeichnet.

Für die integrierte Finanzplanung ist die Betrachtung der Liquidität überlebenswichtig. Denn egal wie „gut“ es einem Unternehmen vielleicht sonst gehen mag, wenn keine Liquidität vorhanden ist, muss ein Unternehmen Insolvenz anmelden und im weiteren Verlauf schließen.

Perspektive 2: Profitabilität

Unabhängig von der Frage des Cashflows betrachtet die Gewinn- und Verlust-Seite der Finanzplanung, wie profitabel ein Unternehmen ist. Dazu werden alle Aufwände addiert und am Ende von den Verkaufserlösen abgezogen. Der so ermittelte Gewinn muss dann noch versteuert werden. Im Unterschied zur Liquiditätsbetrachtung ermittelt die Gewinn-und Verlustrechnung einen rechnerischen Gewinn (bzw. Verlust) und zwar unabhängig davon, wie viele Geld tatsächlich verfügbar sind. Auch die Firma Cotton Dream möchte natürlich möglichst viel Gewinn machen. Aber wenn z. B. durch die Anschaffung neuer Maschinen hohe Ausgaben nötig werden und damit das Unternehmen für eine begrenzte Zeit in die Verlustzone rutscht, ist das kein großes Drama – zumindest solange die Liquidität der Firma (z. B. durch Bankkredite) gedeckt ist.

Perspektive 3: Die Sicht der Bilanz

Neben Werten zur Liquidität und zur Profitabilität werden in der Bilanz noch andere Werte erfasst, die über die operative Geschäftstätigkeit des Unternehmens hinausgehen, zum Beispiel der Bestand an Immobilien, Investitionen oder Desinvestitionen.  Diese Faktoren sind wichtige Frühindikatoren, um die finanzielle Gesundheit eines Unternehmens zu bewerten.

Ein Beispiel hierfür ist der Bestand an Vorräten. Sobald die Firma Cotton Dreams T-Shirts aus China einkauft, werden Sie in der Bilanz als so genannter „Vorrat“ aktiviert – und zwar noch bevor sie bezahlt oder weiterverkauft werden. Genauso früh tauchen Investitionen in der Bilanz auf. So kann die Anschaffung neuer Druckmaschinen ein sehr interessanter Indikator für die Zukunft der Firma sein, noch bevor die Maschinen in der Gewinn- und Verlustrechnung (z. B. als Abschreibung) oder in der Liquiditätsplanung (z. B. weil monatliche Leasingraten zu bezahlen sind) auftauchen.

Die Herausforderungen bei der Integrierten Finanzplanung

Integrierte Finanzplanung – wer macht das im Unternehmen?

Eine echte Integrierte Finanzplanung ist eine Herkules-Aufgabe. In einem Unternehmen übernimmt in der Regel der CFO bzw. die Controlling-Abteilung diesen Task. Auf Basis der monatlichen BWAs und weiterer Informationen kann dann die Finanzplanung (z.B. mit Excel-Tabellen) erfolgen.

Aber: Eine gute, integrierte Finanzplanung rolliert – das heißt: sie wird monatlich auf Basis neuer Zahlen der Buchhaltung fortgeschrieben. So entsteht ein Bild, wie sich die Finanzen des Unternehmens im Laufe der Zeit entwickeln. Dieses monatliche Fortschreiben ist mit erheblichen Aufwänden verbunden.

In die Zukunft blicken: So wird integrierte Finanzplanung wirklich wertvoll!

Nehmen wir an, Sie wären der CEO von Cotton Dreams. Jeden Monat lassen Sie sich von ihrem CFO in Punkto Finanzplanung auf den neuesten Stand bringen. Sie sehen also die Entwicklung der Liquidität, Profitabilität und der Bilanz. Schön und gut. Aber wollen Sie nicht wissen, wie es Ihrem Unternehmen in drei oder in sechs Monaten geht? Interessiert es sie nicht, welche Auswirkungen es auf Ihren Gewinn hat, wenn Sie Lieferanten in Zukunft später bezahlen? Oder ob die Anschaffung der neuen Maschine Ihre Zahlungsfähigkeit strapaziert? Doch: All das und viele weiteren Szenarien sind für die Zukunft der Firma Cotton Dreams hoch interessant.

Das Problem: Mit herkömmlichen Tools wie Excel lassen sich solche Szenarien nur mit sehr viel Aufwand und ungenau aufstellen. Man braucht schon eine gut funktionierende Software-Lösung, um die integrierte Finanzplanung effizient und professionell gleichzeitig zu betreiben.

Excel vs. moderner Software-Lösungen – Was hilft wirklich bei der integrierten Finanzplanung?

Viele Aufgaben im Finanzbereich werden mit Hilfe von Software erledigt – und am häufigsten benutzt wird dabei (noch) Excel. Sowohl für Liquiditätsplanung als auch für die integrierte Finanzplanung gibt es Vorlagen und Templates, die bereits auf diese Aufgaben zugeschnitten sind. Die Excel-Templates lassen sich natürlich individuell anpassen und da Excel weit verbreitet ist, gehört es zu den flexiblen Allround-Tools bei der Finanzplanung.

Doch das Arbeiten mit Excel-Templates hat leider viele Nachteile:

  • Es ist sehr aufwändig, die Daten für die integrierte Finanzplanung aus den unterschiedlichen Quellen in die Tabellen einzupflegen.
  • Es kostet sehr viel Zeit, die Tabellen aktuell zu halten. Denn gerade in der integrierten Finanzplanung ist es wichtig, immer die aktuellsten Informationen dynamisch einzupflegen.
  • Wer Excel-Tabellen einfach der E-Mail versendet oder ohne Passwortschutz speichert, geht ein hohes Sicherheitsrisiko ein.

Wer dagegen in der integrierten Finanzplanung auf moderne Software-Anwendungen setzt, kann deutlich professioneller und effektiver die finanzielle Gesundheit des Unternehmens überwachen und steuern.

Moderne Software-Lösungen haben viele Vorteile:

  • Gute Software-Lösungen integrieren automatisiert alle wichtigen Daten aus unterschiedlichen Quellen in ein System.
  • Untersuchungen zeigen, dass die Automatisierung 70% Zeit für die Datenbeschaffung und -aufbereitung einspart. So kann mehr wertschöpfende Zeit in die eigentliche Finanzplanung investiert werden.
  • Gute Software erstellt automatische eine rollierende Finanzplanung und ermöglicht das Aufsetzen unterschiedlicher Zukunftsszenarien.
  • Dank anschaulicher Auswertungen wird die Finanzplanung professionalisiert und kann zielgruppengerecht (z.B. für den CEO, Banken und andere Stakeholder) aufbereitet werden.
  • Dank Revisionierung, Nutzerverwaltung und Verschlüsselung wird Finanzplanung nachvollziehbar, teamgerecht und sicher.
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