Integrierte Finanzplanung

By September 20, 2018Integrierte Finanzplanung

Integrierte Finanzplanung – die ganzheitliche Finanzstrategie für Ihr Unternehmen

Das lesen Sie in diesem Artikel:

  1. Finanzplanung heute – der monatliche Blick auf die BWA
  2. Integrierte Finanzplanung – warum?
  3. Wer braucht eine integrierte Finanzplanung?
  4. Integrierte Finanzplanung: Die Planungsfaktoren
  5. Praxisbeispiel für Integrierte Finanzplanung
  6. Integrierte Finanzplanung – wer macht das im Unternehmen?
  7. In die Zukunft blicken: So wird integrierte Finanzplanung wirklich wertvoll!
  8. Excel vs. moderner Software-Lösungen – Was hilft wirklich bei der integrierten Finanzplanung?

Integrierte Finanzplanung
Immer einen Zug voraus – mit integrierter Finanzplanung

Finanzplanung bisher – der monatliche Blick auf die BWA

Mal ehrlich: Wenn Sie als Unternehmerin oder Unternehmer die Betriebswirtschaftliche Auswertung (BWA) Ihres Steuerberaters lesen, fühlen Sie sich dann wirklich gut darüber informiert, wie gut es Ihrem Unternehmen finanziell geht? Können Sie aus der BWA fundierte Aussagen treffen, wie es um die Zahlungsfähigkeit bestellt ist? Oder ob Ihr Unternehmen in den letzten Monaten profitabler geworden ist? Können Sie eine integrierte Finanzplanung für die nächsten Monate aufstellen und vorausplanen, wie sich Cashflow und die Ertragslage entwickeln? Können Sie auf Basis der BWA die Entwicklung der Kerndaten ihrer kommenden Bilanz vorhersehen?

Die traurige Antwort: Leider nein!

Das bloße Betrachten der BWA ist kein geeignetes Instrument, um eine integrierte Finanzplanung für ein Unternehmen aufzustellen. Denn für die integrierte Finanzplanung müssen Informationen auf ganz unterschiedlichen Quellen zusammengeführt, betrachtet und bewertet werden. Außerdem sind die Daten einer BWA in einem standardisierten Format dargestellt und gehen nicht individuell auf die Besonderheiten Ihres Geschäftsmodells ein.

Integrierte Finanzplanung – warum?

Die Vorteile einer fundierten Finanzplanung liegen auf der Hand. Denn bei der integrierten Finanzplanung werden allumfassend Vorgänge und Geschäftsvorfälle in einem geschlossenen System abgebildet. Sie verbindet die operative Planung mit strategischen Maßnahmen und bildet transparent das langfristige Zusammenspiel von Erfolgsrechnung, Bilanz- und Liquiditätsentwicklung ab. So werden tragfähige Prognosen darüber möglich, wie sich ein Unternehmen finanziell entwickelt, wo Chancen und Risiken liegen und wie man möglichen Herausforderungen frühzeitig begegnet.

Wer braucht eine integrierte Finanzplanung?

Die integrierte Finanzplanung ist für alle Unternehmen interessant, die ein aktives Werkzeug zur Steuerung Ihrer Finanzen benötigen. Außerdem hilft sie, gegenüber Stakeholdern (wie Banken, Investoren oder Anteilseignern) die Leistungsfähigkeit eines Unternehmens transparent darzustellen.

Integrierte Finanzplanung: Die Planungsfaktoren

 

Integrierte Finanzplanung - Planungsfaktoren

Die Planungsfaktoren der integrierten Finanzplanung

1. Liquidität

Die Liquidität (oder der Cashflow) eines Unternehmens ist der Schlüsselfaktor für das unternehmerische Überleben. Denn nur wenn genug verfügbare Geldmittel vorhanden sind, um fällige Auszahlungen zu tätigen, kann ein Unternehmen dauerhaft bestehen. Statistiken zeigen, das viele Unternehmen bei Ihrer Finanzplanung die Liquidität nur unzureichend berücksichtigen. So entstehen vermeidbare Liquiditätsengpässe, die bereits in vielen Fällen zum Konkurs geführt haben. Im Rahmen der Finanzplanung wird der Cashflow der Vergangenheit abgebildet und Aussagen über die zukünftige Entwicklung getroffen. In diese Szenarien fließen bereits fest geplante Forderungen und Verbindlichkeiten ein. Darüber hinaus werden Vermutungen über wahrscheinlich eintretende Ein- und Auszahlungen angestellt. Diese Szenarien über die Zukunft de Liquidität helfen dabei, die Zahlungsfähigkeit aktiv zu managen (siehe auch Artikel zum Thema Liquiditätsmanagement).

2. Gewinn- und Verlustrechnung (GuV)

Die GuV kennen alle Unternehmerinnen und Unternehmer. Sie ist das klassische Instrument, um die finanzielle Lage zu bewerten. In der GuV finden die wichtigen Faktoren der Geschäftstätigkeit wie Einnahmen, Sach- und Personalkosten etc. Berücksichtigung. Im Rahmen der integrierten Finanzplanung spielt die GuV deshalb eine wichtige Rolle. Doch anstatt wie in einer klassischen BWA nur eine Momentaufnahme auf Monatsbasis zu liefern, versucht die integrierte Finanzplanung die GuV relevanten Werte auf einer Timeline abzubilden und in die Zukunft prognostizierbar zu machen.

3. Bilanzveränderungen

Eine integrierte Finanzplanung richtet ihren Blick auf alle Faktoren, die sich langfristig auf die Finanzen eines Unternehmens auswirken. Deshalb gehören neben Liquiditäts- und Ertragssicht auch bilanzrelevante Faktoren dazu. Investitionen, Vorräte, Working Capital, Desinvestitionen sind Kennzahlen, die sich zwar auf die unmittelbare Geschäftstätigkeit kaum auswirken, die aber wichtige Indikatoren für die finanzielle Gesundheit sind.

Praxisbeispiel für Integrierte Finanzplanung

Dieses Praxisbeispiel für die Integrierte Finanzplanung demonstriert auf leicht verständliche Weise, warum es wichtig sein kann, in der Finanzplanung alle finanziell relevanten Faktoren zu berücksichtigen, um die finanzielle Gesundheit des Unternehmens zu betrachten.

Cotton Dreams – Der T-Shirt Shop

Unser fiktives Beispiel ist denkbar simpel: Die Firma „Cotton Dreams GmbH“ kauft T-Shirts über einen Großhändler in China ein, bedruckt die T-Shirts in einer kleinen Fabrikhalle auf eigenen Druckmaschinen und verkauft die fertigen T-Shirts online.

Betrachten wir die Geschäftstätigkeit der Firma aus den drei wichtigsten Perspektiven der Integrierten Finanzplanung.

Praxisbeispiel Integrierte Finanzplanung

Die Planungsfaktoren der Firma Cotton Dreams für die integrierte Finanzplanung

Perspektive 1: Liquidität und Liquiditätsmanagement

Die Liquiditätssicht betrachtet die unternehmerische Tätigkeit einzig und allein unter dem Gesichtspunkt der Zahlungsfähigkeit. Ausgehend vom Anfangsbestand beschreibt das Verhältnis von Aus- und Einzahlungen, wie sich die Liquidität eines Unternehmens entwickelt. Bei der Firma Cotton Dreams bedeutet das: Einzahlungen kommen über den Verkauf der T-Shirts herein, Auszahlungen müssen unter anderem regelmäßig an Lieferanten und Mitarbeiter erfolgen. Der Verlauf der Ein- und Auszahlung wird auch als Cashflow bezeichnet.

Für die integrierte Finanzplanung ist die Betrachtung der Liquidität überlebenswichtig. Denn egal wie „gut“ es einem Unternehmen vielleicht sonst gehen mag, wenn keine Liquidität vorhanden ist, muss ein Unternehmen Insolvenz anmelden und im weiteren Verlauf schließen. Für die Firma Cotton Dreams heißt das: Es müssen immer genügend liquide Mittel für das Bezahlen von Rechnungen, Löhnen und Gehältern, Steuervorauszahlungen usw. vorhanden sein, und zwar unabhängig davon, wie viele T-Shirts gerade verkauft werden oder wann die Kunden ihre T-Shirts letztendlich bezahlen. Man muss kein Experte sein um zu erkennen, dass ein gutes Liquiditätsmanagement für die Finanzplanung wirklich wichtig ist!

Perspektive 2: Gewinn und Verlust: Die Profitabilität eines Unternehmens

Die Firma Cotton Dreams kauft T-Shirts in China ein, bedruckt sie, und verkauft sie dann weiter. Unabhängig von der Frage des Cashflows betrachtet die Gewinn- und Verlust-Seite der Finanzplanung, wie profitabel ein Unternehmen ist. Dazu werden alle Aufwände addiert und am Ende von den Verkaufserlösen abgezogen. Der so ermittelte Gewinn muss dann noch versteuert werden. Im Unterschied zur Liquiditätsbetrachtung ermittelt die Gewinn-und Verlustrechnung einen rechnerischen Gewinn (bzw. Verlust) und zwar unabhängig davon, wie viele Mittel tatsächlich verfügbar sind.

Auch die Firma Cotton Dream möchte natürlich möglichst viel Gewinn machen. Aber wenn z. B. durch die Anschaffung neuer Maschinen hohe Ausgaben nötig werden und damit das Unternehmen für eine begrenzte Zeit in die Verlustzone rutscht, ist das kein großes Drama – zumindest solange die Liquidität der Firma (z. B. durch Bankkredite) gedeckt ist.

Dies macht deutlich: Liquidität und Gewinn sind zwei paar Stiefel. Aber beide sind wichtig, um eine gute Finanzplanung zu betreiben!

Perspektive 3: Die Sicht der Bilanz

Cotton Dreams veröffentlicht jedes Jahr eine Bilanz. Neben grundsätzlichen Angaben zur Liquidität und zur Profitabilität werden hier noch andere Werte erfasst, die über die operative Geschäftstätigkeit des Unternehmens hinausgehen, zum Beispiel der Bestand an Immobilien, Investitionen oder Desinvestitionen.

Wenn man aber die Bilanz nur ein Mal im Jahr erstellt, warum sollte sie dann bei der integrierten Finanzplanung eine Rolle spielen?

Die Antwort ist einfach: In die Bilanz fließen viele Faktoren ein, die bei der Betrachtung von Profitabilität und Liquidität nicht auftauchen. Diese Faktoren sind jedoch wichtige Frühindikatoren, um die finanzielle Gesundheit eines Unternehmens zu bewerten.

Ein Beispiel hierfür ist der Bestand an Vorräten. Sobald die Firma Cotton Dreams T-Shirts aus China einkauft, werden Sie in der Bilanz als so genannter „Vorrat“ aktiviert – und zwar noch bevor sie bezahlt oder weiterverkauft werden. Genauso früh tauchen Investitionen in der Bilanz auf. So kann die Anschaffung neuer Druckmaschinen ein sehr interessanter Indikator für die finanzielle Zukunft der Firma sein, noch bevor die Maschinen in der Gewinn- und Verlustrechnung (z. B. als Abschreibung) oder in der Liquiditätsplanung (z. B. weil monatliche Leasingraten zu bezahlen sind) auftauchen.

Integrierte Finanzplanung – wer macht das im Unternehmen?

Zugegeben: Eine echte integrierte Finanzplanung ist eine Herkules-Aufgabe. In einem Unternehmen übernimmt in der Regel der CFO bzw. die Controlling-Abteilung diesen Task. Auf Basis der monatlichen BWAs und weiterer Informationen kann dann die Finanzplanung (z.B. mit Excel-Tabellen) erfolgen.

Das Problem: Eine gute, integrierte Finanzplanung rolliert – das heißt: sie wird monatlich auf Basis neuer Zahlen der Buchhaltung fortgeschrieben. So entsteht ein Bild, wie sich die Finanzen des Unternehmens im Laufe der Zeit entwickeln. Dieses monatliche Fortschreiben ist mit erheblichen Aufwänden verbunden.

Und das ist noch nicht alles!

In die Zukunft blicken: So wird integrierte Finanzplanung wirklich wertvoll!

Nehmen wir an, Sie wären der CEO von Cotton Dreams. Jeden Monat lassen Sie sich von ihrem CFO in Punkto Finanzplanung auf den neuesten Stand bringen. Sie sehen also die Entwicklung der Liquidität, Profitabilität und der Bilanz. Schön und gut. Aber wollen Sie nicht wissen, wie es Ihrem Unternehmen in drei oder in sechs Monaten geht? Interessiert es sie nicht, welche Auswirkungen es auf Ihren Gewinn hat, wenn Sie Lieferanten in Zukunft später bezahlen? Oder ob die Anschaffung der neuen Maschine Ihre Zahlungsfähigkeit strapaziert? Doch: All das und viele weiteren Szenarien sind für die Zukunft der Firma Cotton Dreams hoch interessant.

Das Problem: Mit herkömmlichen Tools wie Excel lassen sich solche Szenarien nur mit sehr viel Aufwand und ungenau aufstellen. Man braucht schon eine gut funktionierende Software-Lösung, um die integrierte Finanzplanung effizient und professionell gleichzeitig zu betreiben.

Excel vs. moderner Software-Lösungen – Was  hilft wirklich bei der integrierten Finanzplanung?

Viele Aufgaben im Finanzbereich werden mit Hilfe von Software erledigt – und am häufigsten benutzt wird dabei (noch) Excel. Sowohl für Liquiditätsplanung als auch für die integrierte Finanzplanung gibt es Vorlagen und Templates, die bereits auf diese Aufgaben zugeschnitten sind. Die Excel-Templates lassen sich natürlich individuell anpassen und da Excel weit verbreitet ist, gehört es zu den flexiblen Allround-Tools bei der Finanzplanung.

Doch das Arbeiten mit Excel-Templates hat leider viele Nachteile:

  1. Es ist sehr aufwändig, die Daten für die integrierte Finanzplanung aus den unterschiedlichen Quellen in die Tabellen einzupflegen.
  2. Es kostet sehr viel Zeit, die Tabellen aktuell zu halten. Denn gerade in der integrierten Finanzplanung ist es wichtig, immer die aktuellsten Informationen dynamisch einzupflegen.
  3. Wer Excel-Tabellen einfach der E-Mail versendet oder ohne Passwortschutz speichert, geht ein hohes Sicherheitsrisiko ein.

Wer dagegen in der integrierten Finanzplanung auf moderne Software-Anwendungen setzt, kann deutlich professioneller und effektiver die finanzielle Gesundheit des Unternehmens überwachen und steuern.

Moderne Software-Lösungen haben viele Vorteile:

  1. Gute Software-Lösungen integrieren automatisiert alle wichtigen Daten aus unterschiedlichen Quellen in ein System.
  2. Untersuchungen zeigen, dass die Automatisierung 70% Zeit für die Datenbeschaffung und -aufbereitung einspart. So kann mehr wertschöpfende Zeit in die eigentliche Finanzplanung investiert werden.
  3. Gute Software erstellt automatische eine rollierende Finanzplanung und ermöglicht das Aufsetzen unterschiedlicher Zukunftsszenarien.
  4. Dank anschaulicher Auswertungen wird die Finanzplanung professionalisiert und kann zielgruppengerecht (z.B. für den CEO, Banken und andere Stakeholder) aufbereitet werden.
  5. Dank Revisionierung, Nutzerverwaltung und Verschlüsselung wird Finanzplanung nachvollziehbar, teamgerecht und sicher.

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