Germania: Das lernen Sie für Ihre Liquiditätsplanung

By Februar 18, 2019 April 15th, 2019 flowpilot Themenfokus
view over airport

Das Jahr 2019 begann für den europäischen Luftverkehr mit schlechten Nachrichten und neben Germania musste kürzlich nun die britische Gesellschaft Flybmi Insolvenz anmelden. Auch wenn sich die Hintergründe in beiden Fälle unterscheiden, eins haben Insolvenzen immer gemeinsam: Die Zahlungsunfähigkeit. Was sich viele aber zurecht fragen: Geht einem insolventen Unternehmen eigentlich über Nacht das Geld aus? Oder gibt es schon früher Anzeichen, die auf die drohende Pleite hinweisen?

In diesem Artikel wollen wir kurz über die Gründe der Germania-Insolvenz sprechen und zeigen, welche Dinge jedes Unternehmen daraus für die eigene Liquiditätsplanung lernen kann.

Die Gründe für die Germania-Insolvenz

Das schwache finanzielle Grundgerüst
Germania befand sich wirtschaftlich schon seit einigen Jahren in schwierigem Fahrwasser. Seit 2012 wiesen die Bilanzen hohe Verluste aus. Die Verbindlichkeiten stiegen. Beide Faktoren sind ein Indikator dafür, dass es bald zu Zahlungsschwierigkeiten kommen kann, wenn kein frisches Geld mehr nachfließt.

Fehler auf der Kosten- und Auszahlungsseite
Germania musste im Jahr 2018 deutlich mehr Auszahlungen leisten als geplant. Das lag am gestiegenen Kerosinpreis und dem gleichzeitig steigenden Dollarkurs. Offenbar gelang es Germania nicht, sich gegen Wechselkursrisiken abzusichern. Außerdem stiegen die Kosten für die Flugzeuge, weil Germania günstige eigene Flugzeuge gegen Leihmaschinen getauscht hatte. Für diese waren laufend hohe Mietzahlungen fällig.

Pech auf der Einzahlungsseite
Wenn zu wenig Geld aufs Konto kommt, wird’s eng. Diese einfache Tatsache traf Germania im Jahr 2018 mit voller Wucht. Denn durch den heißen Sommer bei uns flogen weniger Spontan-Urlauber als sonst in die Mittelmeerregion. Außerdem haben sich die Buchungszahlen nach der Air Berlin – Pleite nicht so positiv entwickelt, wie zunächst vermutet. Die Konkurrenz der anderen Billig-Flieger war einfach zu groß.

… und was wir daraus lernen können

Beachten Sie Risiken im eigenen Business-Modell!
Jedes Geschäftsmodell birgt spezifische Risiken. In der Tourismus-Branche sind es in der Regel saisonale Schwankungen, wie das Wetter oder die Urlaubsplanung der Kunden. So ist für die Liquidität von Fluggesellschaften traditionell der Spätsommer eine schwierige Zeit. Zwar sprudeln in der Hochsaison noch die Umsätze. Doch das Betriebskapital schwindet. „Es kommt deutlich weniger Geld durch neue Buchungen rein als wir im Betrieb ausgeben“, beschreibt ein Insider diese Mechanik, die sich negativ auf den Cashflow auswirkt. Auch in anderen Branchen wie E-Commerce, Agenturen und Berater oder Start-Ups lauern individuelle Risiken, die man als Unternehmen besser kennen sollte.

Managen Sie Ihre Kosten und Auszahlungen aktiv!
Wer Fremdwährungsrisiken eingehen muss oder auf Rohstoffe angewiesen ist, deren Preise stark schwanken können, sollte immer darauf vorbereitet sein, dass es spontan zu erhöhten Auszahlungen kommt. Ein aktives Monitoring und eine gute Szenarienplanung helfen, die Ausszahlungsseite aktiv zu managen

Optimieren Sie die Einzahlungsseite!
Aus Sicht der Liquiditätsplanung können wir natürlich nicht direkt die Einzahlungen erhöhen. Aber es gibt Möglichkeiten, die Einzahlungsseite zu verbessern, zum Beispiel, indem man Zahlungsziele für Kunden verkürzt, mit Skonti den Geldzufluss beschleunigt oder bestimmte Leistungen nur gegen Vorkasse erbringt. Alle diese Maßnahmen verkürzen auch den so genannten Cash Conversion Cycle (CCC). Diese Messgröße ist für die Liquiditätsplanung sehr hilfreich, denn sie zeigt an, wie lange es für ein Unternehmen dauert, aus einer Auszahlung wieder eine Einzahlung zu machen.

Nutzen Sie Werkzeuge für die Liquiditätsplanung!
Um Zahlungsschwierigkeiten zu vermeiden, sollten Sie Ihren Cashflow immer im Griff behalten und großen Wert auf eine aktive Liquiditätsplanung legen. Mit Excel-Tabellen ist das mühsam und fehlerhaft. Software-Tools wie flowpilot hingegen ermöglichen die Analyse des Cashflows mit wenigen Klicks. Außerdem können Sie mit flowpilot bis zu 12 Monate im Voraus planen, wie sich Ihre Zahlungsfähigkeit entwickeln wird. So erkennen Sie Risiken frühzeitig!

Führen Sie eine integrierte Finanzplanung ein!
Mehr noch als der reine Blick auf die Liquidität hilft Ihnen die so genannte Integrierte Finanzplanung dabei, Ihr Unternehmen finanziell gesund zu halten. Denn neben dem reinen Cashflow berücksichtigt die Integrierte Finanzplanung auch Zahlen aus der Gewinn- und Verlustrechnung sowie aus der Bilanz. So lassen sich nicht nur ganzheitlichere Aussagen (z. B. über die Gewinnerwartung) treffen, sondern auch viel frühzeitiger Risiken (die sich z.B. aus der Bilanz ergeben) ausschalten. flowpilot ist übrigens auch hier das Software-Tool erster Wahl!

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