Praxis-Tipp für Startups und Gründer: Finanzplanung und Businessplan erstellen

By January 16, 2020 August 28th, 2020 Liquiditätsplanung
Finanzplan zu Businessplan

Sie wollen ein Unternehmen gründen und eine eigene Geschäftsidee verwirklichen? Neben einer zündenden Geschäftsidee und einer Menge Gründergeist brauchen Sie für Ihre Businessplanung auch eine Menge Finanzwissen!

Damit Sie Geldgeber und Partner von Ihrer Gründungsidee begeistern können, ist ein ein gut aufgebauter Businessplan mit einer soliden Finanzplanung das A & O. Die Finanzplanung wird im so genannten Finanzplan dokumentiert und enthält als  unverzichtbaren Baustein den Liquiditätsplan. Er beschreibt, wie Sie Ihr Unternehmen finanziell zahlungsfähig halten. Dies ist für Startups und Gründer besonders wichtig, da junge Unternehmen zu Beginn der Geschäftstätigkeit meist mehr Kosten als Einnahmen haben. Nur wenn gewährleistet ist, dass alle fälligen Zahlungen durch vorhandenes oder zufließende Geld geleistet werden können, ist der Liquiditätsplan solide. Und nur dann werden Geldgeber wie Banken und Investoren an Ihre Geschäftsidee glauben.

In diesem Artikel lesen Sie, worauf Sie beim Aufbau einer Liquiditätsplanung achten müssen und was alles dazu gehört, damit Sie als Gründer eine solide Finanzplanung aufstellen können.

Businessplan, Finanzplan, Liquiditätsplan – das ist der Unterschied

Wissenswertes über den Finanzplan

Der Liquiditätsplan: Die Zahlungsfähigkeit als wichtigster Parameter im Finanzplan

Liquiditätsplan: So legen Sie ihn an (Gratis-Download)

Businessplan, Finanzplan, Liquiditätsplan – das ist der Unterschied

Zunächst wollen wir die Begriffe Businessplan, Finanzplan und Liquiditätsplan voneinander abgrenzen.  Am besten stellt man sie sich wie die ineinander liegende Kreise vor.

Liquiditätsplan als Teil Finanzplan im Businessplan

Der Liquiditätsplan ist Teil des Finanzplans, der wiederum Teil des Businessplans ist. 


Der Businessplan: Die Beschreibung Ihrer Geschäftsidee

Businesspläne (s. Gründerküche) dienen ganz allgemein dazu, Unternehmensideen in schriftlicher Form zum Leben zu erwecken. Hier beschreiben Sie als Gründerin bzw. Gründer, was Ihre Geschäftsidee ist und wie Sie sie realisieren wollen. Dazu gehören Ausführungen über …

  • die Organisation des Unternehmens (Rechtsform, Management, Personalplanung),
  • die Unternehmensziele  (Gründervision, Strategische Ziele),
  • das Angebot (Produkte sowie Produktion)
  • die Zielgruppen und das Marketing

Links zum Thema: 

  • Eine Anleitung zum Business erstellen finden Sie hier.
  • Businessplan Vorlagen (z. B. Businessplan Vorlagen Excel oder Word), finden Sie hier.
  • Weitere Hilfestellungen beim Schreiben des Businessplans geben die Industrie- und Handelskammern. In einem Video zum Thema Businessplan fasst z. B. die IHK Berlin das Wichtigste zusammen.  
  • Download Businessplan: Eine weitere Vorlage Businessplan Word gibt es hier

Finanzplan für den Businessplan einfach online erstellen

Liquiditätsplanung mit flowpilot

Der Finanzplan

Vor allem Banken und Investoren möchten sehen, dass eine Geschäftsidee finanziell realistisch und lukrativ ist. Deshalb ist der Finanzplan ein wichtiger Teil des Businessplans. Er beleuchtet die Finanzen des geplanten Unternehmens unter verschiedenen Gesichtspunkten und besteht wiederum aus vier Einzelplänen.

1. Kapitalbedarfsplan: Wie viel (Anfangs)kapital benötigt das Unternehmen, um mit der Geschäftstätigkeit zu beginnen?

2. Finanzierungsplan: Woher kommt das Geld für den Start des Unternehmens?

3. Rentabilitätsvorschau: Mit welcher Umsatz- und Kosten-Entwicklung rechnen Sie? Macht das Unternehmen von Anfang an Gewinn? Oder wann wird die Gewinnzone erreicht?

4. Liquiditätsplan: Wie entwickelt sich der Geldbestand des Unternehmens und wie kann sichergestellt werden, dass alle nötigen Ausgaben geleistet werden können.

Das gehört in den Kapitalbedarfsplan

Hier definieren Sie, wie hoch der Kapitalbedarf zum Startzeitpunkt der Gründung sein muss, um beispielsweise folgende Kosten zu decken:

  • Gründungskosten, z. B. für Gebühren für Anmeldungen, Eintragungen bei Behörden und Notaren
  • Investitionskosten: Hierunter fallen Ausgaben für Büro- oder Ladenausstattung, Investitionen in Hard- und Software sowie in Maschinen und sonstige Anschaffungen, die ins Anlagevermögen eingehen. Auch Ausgaben für den erstmaligen Material- und Wareneinkauf (z. B. wenn Sie einen Online-Shop betreiben) sollten hier aufgeführt werden werden.
  • Kosten in der Anlaufphase: Bereits bevor Ihr junges Unternehmen den ersten Euro Umsatz macht, fallen Kosten an. Das können Ausgaben für den privaten Lebensunterhalt oder Aufwände für Werbung und Marketing sein. Während später in der Rentabilitätsvorschau die Ausgaben und Einnahmen im laufenden Geschäftsbetrieb betrachtet werden, werden hier die Kosten vor der Aufnahme der Geschäftstätigkeit aufgelistet.

Die Kunst beim Kapitalbedarfsplan ist, realistisch zu planen. Manche Kosten lassen sich relativ exakt schätzen, andere eher nur ungefähr. Außerdem ist es wichtig, die Länge der Anlaufphase richtig einzuschätzen. Denn je nach Geschäftsmodell und individueller Situation kann die Anlaufphase wenige Wochen oder mehrere Monate betragen. Planen Sie hier zu wenig Zeit ein, dann erhöht sich der Zeitdruck, Umsatz zu generieren. Wird die Anlaufphase dagegen sehr lange angesetzt, dann steigen die Kosten in der Anlaufphase und potenzielle Geldgeber bewerten die Gründungsidee eventuell als zu aufwändig.

Das gehört in den Finanzierungsplan

Im Finanzierungsplan wird geplant, wie viel Geld aus welchen Quellen für die Gründung des Unternehmens bereitgestellt werden muss. Dabei gibt es ganz unterschiedliche Geldquellen.

  • Eigenkapital: Sie haben selbst Ersparnisse oder werden von Freunden und Verwandten finanziell unterstützt? Dieses Eigenkapital kann ein wichtiger Grundstein für die Unternehmensgründung sein.
  • Kredite und Finanzierungen: Hierunter fallen Bankkredite oder Finanzierungen von anderen Geldgebern. Dieses Kapital Geld muss in der Regel verzinst und nach einem festgelegten Zins- und Tilgungsplan zurückgezahlt werden.
  • Investoren: Gerade für Startups hat sich eine vielfältige Investoren-Landschaft entwickelt. Egal ob Crowd-Funding oder Venture Capital – es gibt unzählige Möglichkeiten, Geldgeber mit ins Boot zu holen. Selbstverständlich handeln Investoren aber nicht uneigennützig. Je nach Summe, Geschäftsmodell, Unternehmensform und Verhandlungsgeschick erhalten Investoren einen Anteil am Unternehmen. Damit tragen sie auch einen gewissen Teil des Geschäftsrisikos, können aber auch Unternehmensentscheidungen in Zukunft mitbestimmen.
  • Fördermittel: Egal ob Sie eine Craftbeer-Brauerei im Rheinland oder ein Software Startup in Berlin gründen, es gibt für fast jedes neues Unternehmen die Möglichkeit, Fördermittel zu erhalten. Es gibt Fördermittel-Programme auf kommunaler, Landes- und Bundesebene und von ganz unterschiedlichen Geldgebern wie der KfW, den Investitionsbanken oder von privatwirtschaftlichen Initiativen.

Der Finanzierungsplan ist von zentraler Bedeutung, wenn Sie Geld von Banken oder Investoren benötigen. Denn Geldgeber wollen genau wissen, ob Ihre Geldquellen solide sind und ob das Kapital wirklich ausreicht, um den Kapitalbedarf zu decken. Andererseits dient der Finanzierungsplan auch als Gesprächs- und Verhandlungsgrundlage mit Banken und Investoren. Wenn Ihre Geschäftsidee attraktiv und der Kapitalbedarfsplan realistisch sind, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Sie den erhofften Kredit oder die Zusage von Investoren auch tatsächlich bekommen.

Rentabilitätsvorschau

Der nächste wichtige Baustein Ihres Finanzplans ist die Rentabilitätsvorschau. Sie ist ein Blick in die finanzielle Zukunft der Geschäftstätigkeit des jungen Unternehmens und sagt voraus, wie sich das Verhältnis von Kosten und Umsatz mit der Zeit entwickeln kann. Deshalb besteht die Rentabilitätsvorschau aus den beiden Komponenten

  • Umsatzplan – mit welchen laufenden Einnahmen ist zu rechnen
  • Kostenplan – welche laufenden Kosten fallen im Geschäftsbetrieb an

Umsatzplan

Im Umsatzplan legen Sie dar, wie sich der Umsatz Ihrer Firma entwickelt. Wie hoch wird der Absatz Ihrer Produkte sein? Und wie wird sich der Umsatz entwickeln? Hier sollten Sie einerseits von anfänglich realistischen Zahlen ausgehen aber natürlich auch einplanen, dass der Umsatz im Laufe der Zeit steigt. Dies kann man beispielsweise durch eine  prozentuale Steigerung je Planungsmonat simulieren.

Kostenplan

In den Kostenplan kommen alle laufenden Kosten, die in einem Unternehmen anfallen. Dazu gehören z. B. die Laden- oder Büromiete, Personalkosten oder die Kosten für den Materialeinkauf. Hierbei gilt es zu beachten, dass manche Kosten im Laufe der Zeit konstant bleiben, andere aber mit steigendem Umsatz auch steigen werden.

Die Rentabilität

So wie ein Unternehmen im laufenden Betrieb in der Betriebswirtschaftlichen Auswertung regelmäßig sieht, wie sich Umsatz, Kosten und damit Gewinn bzw. Verlust entwickeln, so stellt die Rentabilitätsvorschau eine Prognose über genau jene Kennzahlen dar.

Finanzplan Businessplan

Rentabilität = Umsatz – Kosten

Ist die Rentabilität positiv, so macht das Unternehmen aus seiner laufenden Geschäftstätigkeit heraus Gewinn. Dies wird bei Startups und Gründern am Anfang oft nicht der Fall sein. Realistisch ist vielmehr, dass das Unternehmen erst im Laufe der Zeit seinen Umsatz so steigern kann, dass alle laufenden Kosten gedeckt und Gewinn erwirtschaftet werden kann. Wie lange es dauert, bis dieser „Break-Even“ erreicht wird, hängt vom Geschäftsmodell und den individuellen Geschäftserwartungen ab.

Wichtig ist, dass bis zum Erreichen der Gewinnzone genug finanzielle Reserven vorhanden sind. Denn zu den Kosten der Anlaufphase addieren sich die Verluste aus dem laufenden Betrieb. Dieser finanzielle Puffer muss vom Finanzierungsplan abgedeckt werden.

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Der Liquiditätsplan: Die Zahlungsfähigkeit als wichtigster Parameter im Finanzplan

So erstrebenswert es ist, ein Unternehmen schnell in die Gewinnzone zu führen, noch wichtiger als Rentabilität ist der Erhalt der Zahlungsfähigkeit. Denn gerade innovative und neu gegründete Firmen haben am Anfang hohe Kosten und nur geringe Einnahmen. Solange die Liquidität gewährleistet bleibt, ist dies auch kein Problem. Doch wenn plötzlich nicht mehr genug Geld zur Verfügung steht, um anstehende Rechnungen, Löhne oder andere nötige Auszahlungen zu leisten, dann droht direkt und unverzüglich die Insolvenz und damit das Aus für Ihr Unternehmen.

Warum ein guter Cashflow für ein Unternehmen noch wichtiger ist als Gewinn können Sie in diesem Blog-Artikel nachlesen.

Was kommt in den Liquiditätsplan?

Der Liquiditätsplan erfasst alle Auszahlungen, die Ihr Unternehmen leisten muss und alle Einzahlungen, die Sie erwarten können. Hier geht es also um den tatsächlichen Zu- und Abfluss von Geld. Im Ergebnis planen Sie hier Ihren Cashflow, also die Entwicklung des tatsächlichen Geldbestands.

Im Gegensatz zur Rentabilitätsplanung spielen hier auch Einzahlungen wie Steuererstattungen, Zuflüsse durch Kredite oder Auszahlungen durch private Einlagen eine Rolle, während solche Positionen für die Berechnung der Rentabilität keine Rolle spielen.

Diese Einzahlungen fließen in den Liquiditätsplan ein

  • Umsatz
  • Andere Erträge (z. B. aus Verkauf von Maschinen oder Investitionsgütern)
  • Einzahlungen aus Finanzierungen
  • Private Geldeinlagen
  • Steuererstattungen
  • Fördermittel

Bei den meisten Unternehmen spielen die Einzahlungen aus Umsätzen natürlich die größte Rolle. Aber auch andere Einzahlungen (z. B durch den Verkauf von Maschinen und Investitionsgütern) oder durch Kredite und Finanzierungen sind wichtig. Für Startups und Gründer sind Sie in der ersten Zeit sogar meist überlebenswichtig.

Welche Auszahlungen fließen in den Liquiditätsplan ein?

  • Personalkosten
  • Material- und Wareneinkauf
  • Miete und Sachkosten
  • Kauf von Maschinen und Investitionen
  • Zins- und Tilgung von Krediten
  • Steuerzahlungen
  • Gewinnausschüttungen und Entnahmen

Auszahlungen im Sinne des Liquiditätsplans sind alle Geldflüsse, die den Geldbestand mindern. Dabei ist es vollkommen egal, ob das Geld für laufende Kosten, Investitionen, Steuerzahlungen oder die Rückzahlung eines Kredits verwendet wird.

Welche Aussagekraft hat der Liquiditätsplan?

Der Liquiditätsplan plant den Geldbestand eines Unternehmens.

Businessplan Finanzplan

Geldbestand = Anfangsgeldbestand + Einzahlungen – Auszahlungen

Der Liquiditätsplan wird für einen bestimmten Planungszeitraum erstellt und meist nach Monaten gegliedert. Im Ergebnis werden Sie feststellen, dass der geplante Geldbestand über den Planungszeitraum hinweg schwankt. Dieses Auf und Ab im Geldbestand nennt man Cashflow oder Liquiditätsentwicklung. Solange sich der Geldbestand „über Null“ bewegt, ist alles gut. Doch sobald der Geldbestand „unter Null“ fällt, ist die Überlebensfähigkeit des Unternehmens unmittelbar in Frage gestellt. Sollte in Ihrem Liquiditätsplan zu einem bestimmten Zeitpunkt die Zahlungsunfähigkeit drohen, müssen Sie rechtzeitig Maßnahmen planen, um dies zu verhindern. Das kann zum Beispiel durch die Aufnahme eines weiteren Kredits, dem Nachschießen von privatem Geld oder durch Sparmaßnahmen auf der Auszahlungsseite erfolgen.

Wie weit du im deinem Liquiditätsplan in die Zukunft blickst, ist eine individuelle Entscheidung. Als Teil des Finanzplans können dies ein bis drei Jahre sein.

Wie lege ich einen Liquiditätsplan an?

Ein herkömmlicher Liquiditätsplan wird in Tabellenform angelegt – am häufigsten in Excel

finanzplan unternehmensgründungHier findest du ein Beispiel bzw. eine Vorlage für einen Liquiditätsplan mit Erläuterungen in Excel zum kostenlosen Download

In der Vorlage sind die wichtigsten Rubriken des Liquiditätsplans aufgelistet und bereits mit Beispiel-Daten befüllt.

Besser als Excel: Mit flowpilot professionelles Liquiditätsmanagement starten

Für einen ersten Überblick in der Liquiditätsplanung ist Excel nicht schlecht. Doch Excel besitzt einige gravierende Nachteile. In Excel-Tabellen schleichen sich schnell Fehler ein und die Möglichkeiten einzelne Cashflow relevante Kennzahlen in die Zukunft zu planen sind sehr begrenzt. Die größten Nachteile werden sichtbar, wenn ein junges Unternehmen nach dem Start der Geschäftstätigkeiten echte Daten aus der Buchhaltung mit der Planung vergleichen möchte. Dieser Soll/Ist-Abgleich und der monatlich rollierende Update der Planung ist in Excel mühsam, zeitaufwändig und fehleranfällig. Deshalb empfiehlt es sich, frühzeitig nach Alternativen zu Excel zu suchen. Professionelle Software wie flowpilot bietet von Anfang an zahlreiche Funktionen, die eine professionelle und einfache Planung der Zahlungsfähigkeit ermöglichen.

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