Category

Liquiditätsplanung

Cashflow Planung von A bis Z: Definition und Grundlagen der Liquiditätsberechnung

Liquiditätsplanung

Das Aufbauen und die laufende Aktualisierung einer guten Cashflow-Planung für Unternehmen ist aufwendig und schwierig. Dabei ist eine solide Liquiditätsplanung wirklich für jedes Unternehmen überlebensnotwendig! In diesem Artikel haben wir Basiswissen zum Thema Liquiditätsplanung zusammengefasst.

Das lesen Sie in diesem Artikel:

Definition des Begriffs Cashflow-Planung
Bedeutung der Liquidität für ein Unternehmen 
Welche Unternehmen brauchen Liquiditätsplanung?
Liquidität: Macht das nicht mein Steuerberater?
Enthält die Betriebswirtschaftliche Auswertung nicht schon genug Aussagen über die Liquidität?
Herausforderungen an die Liquiditätsplanung bei unterschiedlichen Unternehmensformen
Die Methoden der Liquiditätsermittlung – direkte und indirekte Methode
Liquiditätsplanung auf Basis der Liquiditätsermittlung

Definition Liquidität

Der Begriff Liquiditätsplan oder Cashflow-Planung enthält zwei Komponenten:

Als Liquidität bezeichnet man die verfügbaren Geldmittel eines Unternehmens, z. B. in Form eines Guthabens auf dem Geschäftsgirokonto. Dieses Geld steht zur Verfügung, um Ausgaben zu tätigen wie Lohnzahlungen, den Einkauf von Materialien oder Dienstleistungen, die Miete für ein Büro und so weiter. Wenn ein Unternehmen genug Geldmittel zur Verfügung hat, ist es zahlungsfähig oder in der Fachsprache: liquide.

Die Liquiditätsplanung ist ein Werkzeug, um die Zahlungsfähigkeit eines Unternehmens in der Zukunft vorherzusehen. Es ist für jedes Unternehmen überlebenswichtig zu sehen, ob es in drei, sechs oder zwölf Monaten genug Geld haben wird, um seine Mitarbeiter zu bezahlen oder den Wareneinkauf zu erledigen. Die Liquiditätsplanung erfolgt immer für eine bestimmte festgelegte Periode. Das kann ein Monat, drei Monate oder ein ganzen Jahr sein. 

Um die Zahlungsfähigkeit des Unternehmens zu planen muss man natürlich wissen, wie viel Geld das Unternehmen hat und wie viel Geldmittel dem  Unternehmen zufließen und wieder abfließen. Dieses „Fließen“ des Geldes in einer bestimmten Periode wird als Cashflow beschrieben.

Der Cashflow bildet also ab, wie viel Geld in einer bestimmten Periode in Form von Einzahlungen eingehen, und wie viel Geld in Form von Auszahlungen aus dem Unternehmen abfließen.

Infografik: Liquiditätskurve

Schema einer Liquiditätskurve

Der Cashflow kann als Kurven-Diagramm dargestellt werden. Die Kurve beginnt mit dem Anfangsbestand an Geldmitteln und zeichnet dann alle Zahlungsflüsse des Unternehmens  nach. Im ersten Schritt werden dafür alle Einzahlungen und Auszahlungen des definierten Zeitraums erfasst und abgebildet. So entsteht ein genaues Bild, wie sich der Cashflow (also die Verfügbarkeit an liquiden Mitteln) über die betreffende Periode entwickelt hat. Dieser Cashflow wird dann als Liquiditätskurve sichtbar und macht transparent, wie sich die Zahlungsfähigkeit eines Unternehmens entwickelt hat und wann es zu Schwankungen im Cashflow kam.

Die Cashflowlanung schreibt dieses Kurven-Diagramm auf Basis der aktuellen Informationen in die Zukunft fort. Dem gegenwärtigen Geldmittelbestand werden alle alle Ein- und Auszahlungen einer bestimmten Periode vorher geschätzt und wieder als Liquiditätskurve abgebildet.

Wie wir später sehen ist die Erstellung einer solchen Liquiditätsplanung sehr schwierig. Denn Ein- und Auszahlungen für die Zukunft zu planen, ist aufwendig, zeitintensiv und fehlerbehaftet. 

Online Cashflow jetzt planen

Liquiditätsplanung mit flowpilot

Ja, ich will flowpilot unverbindlich testen!

Bedeutung der Liquidität für ein Unternehmen 

Die Liquiditätsplanung ist als Controlling-Instrument im Rahmen der professionellen Finanzplanung für jedes Unternehmen unverzichtbar. Denn nur wenn ein Unternehmen zahlungsfähig (liquide) ist, kann es Auszahlungen für Personal- und Sachkosten, den Wareneinkauf sowie notwendige Investitionen leisten. Anders gesagt: Eine Firma die keine Liquiditätsplanung einsetzt, wird schnell zahlungsunfähig und geht damit insolvent.

Wussten Sie, dass fast 80% der Insolvenzen auf mangelnde Liquiditätsplanung zurückzuführen sind?

Aus einer langfristigen Betrachtung des Cashflows lassen sich außerdem viele lehrreiche Informationen gewinnen. Ziel der langfristigen Liquiditätsplanung ist es nämlich, nicht nur die Vergangenheit und Gegenwart des Cashflows abzubilden, sondern möglichst auch verlässliche Aussagen über die Zukunft der Liquidität zu treffen. So wird die Liquiditätsplanung zu einem effektiven Werkzeug für den Geschäftserfolg. Zeiten mit hoher oder niedriger Liquidität lassen sich mit einer guten Liquiditätsplanung vorhersehen. Und es gibt genügend geeignete Maßnahmen, wie man darauf reagieren kann. 

Welche Unternehmen brauchen Cashflow-Planung?

Grundsätzlich braucht wirklich JEDES Unternehmen eine Liquiditätsplanung. Denn nur die Planung der Cashflows stellt sicher, dass die Zahlungsfähigkeit gewährleistet bleibt. Allerdings unterscheiden sich die Anforderungen an die Liquiditätsplanung je nach Größe und Art des Unternehmens.

Kleinere Unternehmen können ihre Liquiditätsplanung in der Regel einfacher erstellen, weil sie weniger Zu- und Abflüsse im Cashflow verzeichnen. Aber Achtung: Das bedeutet nicht, dass kleine Unternehmen auf Liquiditätsplanung verzichten können. 

Da für kleine Unternehmen oder Start-Ups schon der Ausfall eines einzigen Kunden existenzbedrohend sein kann, ist eine gute Liquiditätsplanung extrem wichtig!

Aber auch für größere Unternehmen ist die Liquiditätsplanung unerlässlich. Denn mit der steigenden Komplexität bei den Zu- und Abflüssen im Cashflow steigt die Unübersichtlichkeit und damit auch das Risiko.

Ein weiterer Faktor, der die Liquiditätsplanung beeinflusst, ist die Geschwindigkeit und Vorhersehbarkeit der Geschäftsentwicklung. Ein Online-Shop für Mode hat beispielsweise jeden Tag viele Hundert Bewegungen im Cashflow. Das Geschäft ist schnelllebig und wird auch von saisonalen Faktoren wie der Vorweihnachtszeit geprägt. Ein Händler von Spezial-Software hat hingegen viel weniger Bewegung im Cashflow. Da der Preis für die Software in der Regel aber höher ist    als beispielsweise für Mode – ist der Ausschlag in der Liquidität viel größer. In beiden Fällen lauern spezifische Risiken für die Liquiditätsentwicklung der Unternehmen, die man mit einer guten Liquiditätsplanung vorhersehen und vermeiden kann.

Liquidität: Macht das nicht mein Steuerberater?

Die Antwort ist: Nein!
Die Liquiditätsplanung ist alleinige Aufgabe eines Unternehmens. Denn der Steuerberater ist nur für die korrekte Buchhaltung und den korrekten Jahresabschluss zuständig, nicht aber für die Liquiditätsplanung. Augenmerk liegt hier auch eher auf der Minimierung der Steuerlast und weniger auf der Steigerung des Gewinns oder die Entwicklung einer langfristigen Geschäftsstrategie.

Jedoch sollte der Steuerberater zur Prüfung steuerlicher Aspekte der Liquiditätsplanung herangezogen werden, um unvorhergesehene Überraschungen zu vermeiden. Ein klassisches Risiko ist hierbei die Umstellung von der Ist- zur Sollbesteuerung bei der Umsatzsteuer durch das Finanzamt. Diese Umstellung hat bereits viele Unternehmer in die Insolvenz getrieben. Solche Fehler vermeidet man, wenn man seine Liquiditätsplanung frühzeitig anpasst.

Enthält die Betriebswirtschaftliche Auswertung nicht schon genug Aussagen über die Liquidität?

Die Antwort ist: Definitiv nicht!
Auf Basis der Buchhaltung erstellt das Unternehmen oder der Steuerberater monatlich eine Betriebswirtschaftlichen Auswertung (BWA). Während die BWA aber in der Regel zeigt, ob ein Unternehmen profitabel ist, zeigt die Liquiditätsplanung, ob und wann einem Unternehmen genügend Liquidität zur Verfügung steht oder ob Handlungsbedarf besteht.
Profitabilität und Liquidität können erheblich voneinander abweichen!
(Hier ein Artikel zu den unterschiedlichen Varianten der BWA).

Online Cash Flow jetzt planen

Liquiditätsplanung mit flowpilot

Ja, ich will flowpilot unverbindlich testen!

Herausforderungen an die Cashflow-Planung bei unterschiedlichen Unternehmensformen

Die Herausforderungen bei der Erstellung einer Liquiditätsplanung unterscheiden sich je nachdem, ob das Unternehmen seinen Geschäftserfolg nach dem Zufluss-/Abfluss-Prinzip ermittelt – mit einer so genannten Einnahmenüberschussrechnung – oder nach dem Periodisierungsprinzip.

Gewinnermittlung nach dem Zufluss-/Abfluss-Prinzip

Freiberufler, Kleingewerbetreibende bzw. Personengesellschaften (z. B. GbR, OHG, KG) ermitteln ihren Gewinn auf Basis des Zufluss- / Abfluss-Prinzips im Rahmen der Einnahmenüberschussrechnung (EÜR).

Grundlage für die EÜR bilden die Aufzeichnungen, in denen alle Einnahmen und Ausgaben eines Jahres erfasst und aufgegliedert werden. Die Betriebseinnahmen werden dabei in dem Wirtschaftsjahr angesetzt, in dem sie eingegangen sind. Betriebsausgaben werden ebenso dem Wirtschaftsjahr zugeordnet, in dem sie geleistet worden sind. Wichtig ist dabei nur das Zahlungsdatum, nicht das Rechnungsdatum. 

Beispiele zur Veranschaulichung

Beispiel 1:
Ein Unternehmer bestellt im Dezember 2017 Ware. Er bezahlt diese  jedoch erst im Februar 2018. Folge: Die Zahlung stellt eine Betriebsausgabe im Februar 2018 dar.

Beispiel 2:
Ein Unternehmer erbringt im Januar 2018 eine Leistung, die der Kunde jedoch schon im November 2017 bezahlt hat. Folge: Die Zahlung stellt eine Betriebseinnahme im November 2017 dar.

Ausnahme: Die 10-Tage-Regel
Eine Ausnahme für das Zufluss-Abfluss-Prinzip ist die 10-Tage-Regel. Diese wird um den Jahreswechsel relevant und gilt für regelmäßig wiederkehrenden Einnahmen und Ausgaben, wie z.B. Zinsen oder Miete. Für diese Einnahmen und Ausgaben wird in der EÜR das Jahr der wirtschaftlichen Zugehörigkeit und nicht das Jahr der Zahlung angesetzt, wenn die Zahlung innerhalb von 10 Tagen vor oder nach Jahreswechsel erhalten bzw. geleistet wurde (§ 11 EStG).

Beispiel für die 10 Tage-Regel
Ein Unternehmer zahlt die Büromiete für Januar 2018 schon am 30.12.2017. Gemäß dem Zufluss-Abfluss-Prinzip  würde die Betriebsausgabe eigentlich noch dem Jahr 2017 zugerechnet, da das Geld noch im Jahr 2017 geflossen ist.

Hier greift jedoch die 10-Tage-Regel, da zum einen der Zweck der Zahlung in 2018 liegt und zum anderen die Zahlung innerhalb von 10 Tagen zum Jahreswechsel erfolgte. Daher stellt die Zahlung eine Betriebsausgabe in 2018 dar. Bei einer Zahlung der Miete am 15. Dezember 2017 wäre es eine Betriebsausgabe in 2017, da es dann noch mehr als 10 Tage zum Jahreswechsel wären.

Unternehmer, die den Gewinn nach dem Zufluss-Abfluss-Prinzip ermitteln, sehen ihre tatsächliche, historische Liquidität in der GuV. Auf dieser Basis kann auch die zukünftige Liquiditätsplanung erfolgen. Lediglich die nach der 10-Tage-Regel erfolgte Periodisierung weicht hier von der eigentlichen Liquidität ab.  

Gewinnermittlung nach dem Periodisierungsprinzip

Alle Kapitalgesellschaften (z. B. GmbH, UG, AG) ermitteln ihren Gewinn auf Basis des Periodisierungsprinzips im Rahmen der Bilanzierung. Hier wird die Zugehörigkeit von Einnahmen und Ausgaben nur anhand des Rechnungsdatums ermittelt. Das eigentliche Datum, an dem das Geld zu- oder abgeflossen ist, spielt dabei keine Rolle.

Beispiele zur Veranschaulichung

Beispiel 1:
Ein Unternehmer bestellt im Dezember 2017 Ware. Er bezahlt diese jedoch erst im Februar 2018. Folge: Die Zahlung stellt eine Betriebsausgabe im Dezember 2017 dar.

Beispiel 2:
Ein Unternehmer stellt im November 2017 eine Rechnung für erbrachte Leistungen. Der Kunde zahlt diese Rechnung jedoch erst im Februar 2018.
Folge: Die Zahlung stellt eine Betriebseinnahme bereits im November 2017 dar – obwohl noch kein Geld geflossen ist.

Das Periodisierungsprinzip hat also zur Folge, dass die GuV bei der Bilanzierung nicht den tatsächlichen Cashflow abbildet. Das hat große Auswirkungen auf die Liquiditätsplanung. Denn ein Unternehmen, dass die Liquidität planen will, muss die historischen Daten der Liquidität für die entsprechenden Zu- und Abfluss-Kategorien erst ermitteln und kann dann darauf basierend eine Vorwärtsplanung in die Zukunft erstellen. Diese Aufgabe ist komplex und wird bereits ab einer überschaubaren Unternehmensgröße sehr zeitaufwendig.

Fazit

Liquiditätsplanung ist für jedes Unternehmen überlebenswichtig. Und je Größe, Geschäftsmodell und Unternehmensform unterscheiden sich die Anforderungen an die Liquiditätsplanung erheblich. Der Steuerberater kann dabei nur begrenzt behilflich sein. Denn eine fundierte Liquiditätsplanung ist Aufgabe des Unternehmers. 

Basis für die Cashflow-Planung:
Methoden der Liquiditätsermittlung – direkte und indirekte Methode

Basis für jede Liquiditätsplanung ist zunächst die Liquiditätsermittlung. Sie zeigt, wie viel verfügbare Mittel, also Liquidität vorhanden sind. Für das Ermitteln der Liquidität gibt es zwei Methoden, die wir im Folgenden vorstellen möchten.

Die indirekte Methode der Liquiditätsermittlung

Als Basis für die Liquiditätsplanung wird häufig die indirekte Methode zur Liquiditätsermittlung angewendet. Hierbei wird die Liquidität auf Basis der Buchhaltung errechnet. Als Basis für diese Methode dient der Gewinn, der im Jahresüberschuss ausgewiesen ist. Von diesem Gewinn werden dann alle Erträge subtrahiert, die nicht zahlungswirksam sind, sowie alle Aufwendungen addiert, die nicht zahlungswirksam sind.

Beispiel:

file.jpg_2.png

In der Bilanz steht ein Gewinn von 150.000 Euro. Addiert werden nun alle Positionen, die zwar in der Bilanz als Aufwendungen stehen, für die aber kein Geld geflossen ist – die also nicht zahlungswirksam waren. Diese Aufwendungen haben zwar den Gewinn, nicht aber die Liquidität geschmälert und müssen deshalb wieder hinzugezählt werden.
Zu den nicht zahlungswirksamen Aufwendungen zählen: 

  • Abschreibungen
  • Einstellungen in die Rücklagen
  • Erhöhung der Sonderposten mit Rücklageanteil
  • Erhöhung der Rückstellungen
  • Bestandsminderung an fertigen und unfertigen Erzeugnissen
  • Periodenfremde und außerordentliche Aufwendungen
  • Erhöhung des Gewinnvortrages

In unserem Beispiel betragen die nicht zahlungswirksamen Aufwendungen 20.000 Euro.
Als zweiten Schritt subtrahiert man nun alle Positionen, die zwar als Ertrag in der Bilanz stehen, für die aber kein Geld geflossen ist. Diese Erträge sind nicht zahlungswirksam und dürfen daher bei der Bestimmung der Liquidität nicht berücksichtigt werden.
Zu den nicht zahlungswirksamen Erträgen zählen:

  • Entnahme aus Rücklagen
  • Minderung des Gewinnvortrages
  • Zuschreibungen
  • Auflösung von Wertberichtigungen
  • Minderung der Sonderposten mit Rücklageanteil
  • Auflösung von Rückstellungen
  • Bestandserhöhungen an fertigen und unfertigen Erzeugnissen
  • Aktivierte Eigenleistungen
  • Periodenfremde und außerordentliche Erträge

In unserem Beispiel betragen die nicht zahlungswirksamen Erträge 60.000 Euro.

Ergebnis: Obwohl im Jahresabschluss ein Gewinn von 150.000 Euro ausgewiesen wird, beträgt die Liquidität nur 110.000 Euro!

Bewertung der indirekten Methode der Liquiditätsermittlung:

Die indirekte Methode wird recht häufig zur Liquiditätsermittlung verwendet. Denn die Daten die für diese rechnerische Liquiditätsermittlung liegen in der Buchhaltung bereits vor. Die indirekte Methode erfordert einiges an Finanzwissen, ermöglicht aber mit einigermaßen überschaubaren Aufwand eine gute rückblickende Aussage über die Liquidität zu einem bestimmten Zeitpunkt.

Die direkte Methode der Liquiditätsermittlung

Für die direkte Methode der Liquiditätsermittlung werden alle zahlungswirksamen Erträge addiert und alle zahlungswirksamen Aufwendungen davon subtrahiert. Das bedeutet, dass hier von Anfang an nur die Aufwendungen und Erträge berücksichtigt werden, bei denen tatsächlich Geld geflossen ist.

Beispiel:

file.jpg_3.png

Zu den zahlungswirksamen Erträgen zählen:

  • Einzahlungen aus Umsätzen / Forderungen (Operativer Cash Flow)
  • Sonstige Einzahlungen (Operativer Cash Flow)
  • Desinvestitionen (Investment Cashflow)
  • Eigenkapitaleinlage (Finanz Cashflow)
  • Kreditaufnahme (Finanz Cashflow)

Zu den zahlungswirksamen Aufwendungen zählen:

  • Auszahlungen für Personal und Verbindlichkeiten (Operativer Cashflow)
  • Auszahlungen für Material und Waren und Verbindlichkeiten (Operativer Cashflow)
  • Sonstige Auszahlungen (Operativer Cashflow)
  • Investitionen  (Investment Cashflow)
  • Eigenkapitalentnahme (Finanz Cashflow)
  • Kredittilgung (Finanz Cashflow)

Bewertung der direkten Methode der Liquiditätsermittlung

Diese Methode ist recht aufwendig. Sie wird daher von Unternehmen nur selten eingesetzt. Das liegt auch daran, dass die laufende Buchhaltung Ein- und Auszahlungen meist nicht direkt verbucht. Allerdings ermöglicht die direkte Methode eine genauere Aufstellung der Zahlungsströme als die indirekte Methode – und das ist für die Liquiditätsplanung nicht unerheblich.

Direkte oder indirekte – welche Methode ist die bessere?

Die direkte Methode ist wie bereits erwähnt aufwendiger, aber genauer als die indirekte Methode. Denn mit der direkten Methode wird wirklich genau abgebildet, wie und unter Umständen auch wann Geld zu- und abfließt. Das bedeutet, dass die direkte Methode den Cashflow eines Unternehmens viel besser darstellt und eine bessere Basis für die Liquiditätsplanung bildet.

Vertiefende Informationen zum Thema finden Sie hier.

Online Liquiditätsplaner jetzt ausprobieren

Liquiditätsplanung mit flowpilot

Ja, ich will flowpilot unverbindlich testen!

Liquiditätsplanung auf Basis der Liquiditätsermittlung

Während die Liquiditätsermittlung nur etwas über einen vergangenen Zeitpunkt oder Zeitraum (z. B. den Zeitpunkt des Jahresabschlusses) oder über den aktuellen Stand des Cashflow aussagt, möchte die Liquiditätsplanung die zukünftige Entwicklung der Zahlungsfähigkeit vorhersehen.

Für eine Liquiditätsplanung ist es also nötig, die aus der Liquiditätsermittlung gewonnen Zahlen in die Zukunft fortzuschreiben – und zwar sowohl für die zahlungswirksamen Aufwendungen als auch für zahlungswirksamen Erträge.

Fortschreibung von zahlungswirksamen Aufwendungen für die Liquiditätsplanung

Die Liquiditätsplanung für zahlungswirksame Aufwendungen erfolgt anhand der Parameter Höhe und Regelmäßigkeit.

Regelmäßige und unregelmäßige zahlungswirksame Aufwendungen

Löhne, Gehälter, Sozialabgaben werden in der Regel monatlich fällig. Diese Auszahlungen können also als monatlich zahlungswirksame Zahlungen in die Liquiditätsplanung einfließen. Versicherungsprämien, Steuern, Gebühren haben oft einen anderen Rhythmus – zum Beispiel vierteljährlich oder jährlich. Auch diese Auszahlungen können dann mit dieser Regelmäßigkeit berücksichtigt werden.

Neben den regelmäßigen zahlungswirksamen Aufwendungen gibt es auch unregelmäßige Aufwendungen. Diese sind leider schwerer zu planen und machen die Liquiditätsplanung dadurch komplizierter. Zu diesen unregelmäßig zahlungswirksamen Aufwendungen gehören Investitionen, aber Zahlungen an Lieferanten und weitere Auftragnehmer. Die unregelmäßigen Aufwendungen können auch in der Höhe stark variieren und machen die Liquiditätsplanung dadurch noch komplexer.

Fortschreibung von zahlungswirksamen Einzahlungen für die Liquiditätsplanung

In ihre Liquiditätsplanung fließen neben den zahlungswirksamen Aufwendungen auch die zahlungswirksamen Einzahlungen ein. Auch hier gibt es regelmäßig wiederkehrende Einzahlungen und unregelmäßige Einzahlungen.
Allerdings sind bei den allermeisten Unternehmen die zahlungswirksamen Einzahlungen wesentlich schlechter zu prognostizieren als die Auszahlungen. Das macht Liquiditätsplanung für die allermeisten Unternehmen so schwierig.

Regelmäßigkeit und Unregelmäßigkeit von zahlungswirksamen Einzahlungen
Zwei Beispiele:

Ein IT-Dienstleister, der zum großen Teil auf Basis von Pflegeverträgen arbeitet, verfügt über regelmäßige Einnahmen, z. B. weil jeden Monat eine Pflegepauschale fällig wird. Dieses Unternehmen kann seine Liquiditätsplanung relativ leicht erstellen, weil den zahlungswirksamen Aufwendungen (Löhne, Miete etc.) regelmäßige zahlungswirksame Einzahlungen gegenüber stehen.

Eine Werbeagentur, die zahlungswirksame Erträge nur mit großen Einzelaufträgen und Projekten erzielt, kann Einzahlungen für den Cashflow sehr viel schlechter vorhersagen. Nehmen wir nun an, dass diese Werbeagentur projektbezogen auch viele Freiberufler beschäftigt, dann sieht auch die Seite der zahlungswirksamen Aufwendungen sehr unübersichtlich aus. Für dieses Unternehmen ist eine fundierte Liquiditätsplanung eine echte Herkulesaufgabe!

Wie geht die Liquiditätsplanung mit unregelmäßigen zahlungswirksamen Erträgen und Aufwendungen um?

Um die Unregelmäßigkeiten im Cashflow in der Liquiditätsplanung zu berücksichtigen, ist es vor allem wichtig, aus der vergangenen Entwicklung des Cashflows die richtigen Schlussfolgerungen zu ziehen und Hypothesen für die Zukunft zu bilden, z. B. 

  • Wie hoch waren zahlungswirksame Erträge und Aufwendungen in der Vergangenheit durchschnittlich? 
  • Kann der Durchschnitt der letzten Jahre als Grundlage dienen, um Erträge und Aufwendungen in meiner Liquiditätsplanung in die Zukunft zu projizieren?
  • Kann ich aus den Zahlen der Vergangenheit Szenarien für die Zukunft ableiten (z. B. Worst oder Best Case Szenarien)
  • Was würde z. B. passieren, wenn meine zahlungswirksamen Erträge oder Aufwendungen um x% steigen oder fallen? 
  • etc. …

Diese Hypothesen über die Entwicklung von Ein- und Auszahlungen bilden die Basis für die Liquiditätsplanung – also die Fortschreibung meines Cashflows in die Zukunft. Allerdings ist dies alles andere als einfach. Denn für die Liquiditätsplanung eines Unternehmens gibt es immer eine sehr große Zahl an Hypothesen und denkbaren Szenarien.

Fazit:  

Es gibt unterschiedliche Methoden der Liquiditätsermittlung. Beide haben gewisse Vor- und Nachteile, wobei die direkte Methode genauer ist und damit besser für die Liquiditätsplanung geeignet ist.
Die eigentliche Liquiditätsplanung erfordert dann noch viel mehr Aufwand und Sachverstand. Denn bei der Liquiditätsplanung werden zahlungswirksame Aufwendungen und Erträge in die Zukunft fortgeschrieben. Dabei ist es wichtig, Höhe und Regelmäßigkeit dieser Positionen zu kennen. Und je nach Geschäftsmodell eines Unternehmens ist die Projektion mit großen Unsicherheiten versehen. 

Liquiditätsplanung erfordert also nicht nur Finanzwissen, sondern auch fundierte Kenntnisse über die Entwicklungen eines Unternehmens in der Vergangenheit und über die Zukunftsperspektiven. 

Online Liquiditätsplaner jetzt ausprobieren

Liquiditätsplanung mit flowpilot

Ja, ich will flowpilot unverbindlich testen!

Praxis-Tipp: Instrumente für kurzfristige Liquiditätsplanung und langfristige Liquiditätsplanung

Kurzfristige Liquiditätsplanung

Liquiditätsplanung gehört zu den wichtigsten Aufgaben der Finanzplanung. Dabei unterscheiden sich die Herausforderungen und Lösungsansätze nicht nur nach Geschäftsmodell, Branche und Unternehmensgröße, sondern auch darin, ob Liquiditätsplanung kurz- mittel- oder langfristig erfolgt.

In diesem Artikel verschaffen wir Ihnen einen Überblick, welche Mittel der Liquiditätsplanung kurz-, mittel- und langfristig zur Verfügung stehen und wie groß die Bedeutung aktueller Daten als Basis für die Liquiditätsplanung ist.

Kurzfristige Liquiditätsplanung: Cash Pooling hilft, wenn’s eng wird
Mittelfristige Liquiditätsplanung: Offene Forderungen und Verbindlichkeiten prüfen
Langfristige Liquiditätsplanung: Cashflow-Optimierung als Teil Ihrer Finanzstrategie
Aktuelle Daten und die richtigen Instrumente:  So klappt professionelle Liquiditätsplanung

Kurzfristige Liquiditätsplanung: Cash Pooling hilft, wenn’s eng wird

Für die meisten kleinen und mittelständischen Betriebe spielt die kurzfristige Liquiditätsplanung im Horizont weniger Tage bisher nur eine untergeordnete Rolle. Doch für Firmen mit extrem schnellen Zahlungsströmen (z. B. der Online-Handel) sowie für Unternehmen mit Tochtergesellschaften im In- und Ausland lohnt es sich, praktisch jeden Tag die Liquiditätsplanung zu optimieren.

In diesem Zusammenhang ist das so genannte Cash Pooling wichtig. Das Prinzip dieser kurzfristigen Maßnahme zum Liquiditätserhalt ist einfach: Wenn der Kontostand eines Unternehmens unter Null zu rutschen droht, wird der Saldo durch den positiven Geldbestand einer zum Unternehmen gehörenden Tochterfirma vorübergehend ausgeglichen. Cash Pooling wird im Wesentlichen innerhalb von Unternehmen und Konzernen betrieben, die auf verteilten Konten Geldbestände haben, die sich untereinander ausgleichen lassen. So können Überziehungszinsen oder Kontokorrentkredite vermieden werden.

 

Kurzfristige Liquiditätsplanung - langfristige Liquiditätsplanung


Erläuterung zum Cash Pooling:
An Tag 2 treten bei Firma 1 Liquiditätsengpässe auf. Firma 2 (z. B. eine Tochterfirma) gleich durch den Übertrag von Liquidität das drohende Minus aus und bekommt an Tag 2 das Geld wieder zurückbezahlt.

 

Doch nicht nur Großkonzerne können von diesem Instrument der Liquiditätsplanung profitieren. Auch öffentliche Einrichtungen, Kommunen oder staatliche Versorgungsbetriebe können mit Cash Pooling intelligent kurzfristige Zahlungsschwierigkeiten vermeiden, indem freies Geld dort hinfließt, wo es gerade gebraucht wird.

Im Zeitalter der Schwarmintelligenz ist Cash Pooling grundsätzlich auch unter nicht verbundenen Firmen vorstellbar. Denkbar wären Vermittlungsplattformen, auf denen Unternehmen überschüssiges Geld parken und anderen Firmen zum kurzfristigen Ausgleich von Zahlungsengpässen zur Verfügung stellen könnten. Diese Art der Liquiditätsplanung wird für potenzielle Geldgeber umso attraktiver, je mehr Banken Strafzinsen auf Guthaben an Unternehmen weitergeben. Anstelle Zinsen für einen positiven Saldo zahlen zu müssen, könnte das Geld anderen Unternehmen helfen, Liquidität zu erhalten.

Liquiditätsplaner jetzt ausprobieren

Liquiditätsplanung mit flowpilot

Ja, ich will flowpilot unverbindlich testen!

Mittelfristige Liquiditätsplanung: Offene Forderungen und Verbindlichkeiten prüfen

Mittelfristige Liquiditätsplanung betrachtet den Geldbestand der nächsten Wochen bis zu wenigen Monaten. Auf der Seite der Einzahlungen lohnt hier vor allem ein Blick auf die offenen Forderungen:

  • Welche Rechnungen sind aktuell offen? Hier verschafft eine Liste mit allen offenen Forderungen und den Zahlungszielen einen ersten Überblick.
  • Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit des Rechnungsausfalls? Ein Forderungsspiegel mit Altersstruktur kann helfen, Ausfallrisiken zu schätzen und die realistisch zu erwartenden Einzahlungen besser zu prognostizieren.
  • Welche Zahlungsziele und -modalitäten wurden mit aktuell den Kunden vereinbart? Durch das Gewähren von Skonto oder die Vereinbarung von Abschlags- und Teilzahlungen lassen sich Einzahlungen oft früher realisieren.

Wenn der Bestand an offenen Forderungen bedrohlich hoch wird, kann man Factoring als Instrument der Liquiditätsplanung nutzen. Das Prinzip: Factoring-Anbieter zahlen den offenen Rechnungsbetrag unter Abzug einer Gebühr schnell aus und machen die übertragene Forderung dann bei Ihren Kunden geltend. Inzwischen gibt es Anbieter wie rechnung.de, die neben der Vorfinanzierung von offenen Forderungen auch die komplette Rechnungserstellung  und -verwaltung integriert in einem Software as a Service Produkt anbieten.

Auf der Seite der Auszahlungen lassen sich Optimierungen in der Liquiditätsplanung durch Überprüfen aller offenen Rechnungen realisieren. Können Sie Lieferanten, Subunternehmer oder freie Mitarbeiter eventuell später bezahlen? Wer hier aktiv auf seine Gläubiger zugeht, kann sich hier oft entscheidende Vorteile verschaffen.

Langfristige Liquiditätsplanung: Cashflow-Optimierung als Teil Ihrer Finanzstrategie

Wer sein Unternehmen langfristig „High on Cash“ halten will, der sollte professionelle Liquiditätsplanung als integralen Bestandteil der Unternehmensstrategie verankern. Alle unternehmerischen Entscheidungen sollten unter dem Gesichtspunkt getroffen werden, der Firma möglichst dauerhaft einen hohen Geldbestand zu sichern, zum Beispiel indem der so genannte Cash Conversion Cycle beschleunigt wird.

Wie das geht?

Haben Sie schon einmal überlegt, wie lange es dauert, bis ein Euro, den Sie für Personal, Materialeinkauf oder sonstige Ausgaben ausgezahlt haben, wieder als Einzahlung zu Ihnen zurückkehrt? Die Kennzahl des Cash Conversion Cycles berechnet genau diesen Wert. Je kleiner er ist, umso besser ist Ihr Unternehmen in Punkto Liquiditätsplanung aufgestellt.

Um den Cash Conversion Cycle so kurz wie möglich zu halten, kann Ihre Liquiditätsplanung an drei Stellen ansetzen:

1. Zeitpunkt von Auszahlungen nach hinten verschieben

Wann bezahlen Sie Ihre Lieferanten oder Dienstleister? Können Sie hier von vornherein großzügigere Zahlungsziele vereinbaren? Große Unternehmen wie Amazon machen es vor: Die Online-Plattform bezahlt die Anbieter von Waren oft erst dann, nachdem die Endkunden ihre Bestellung bezahlt haben. Auf diese Art und Weise entsteht sogar ein negativer Cash Conversion Cycle, denn Amazon nimmt Geld ein, bevor die Lieferanten ihr Geld erhalten.

2. Lagerzeiten verkürzen – Lager verkleinern

Je größer und besser gefüllter Ihr Warenlager ist, umso mehr binden Sie totes Kapital. Nicht ohne Grund funktionieren die meisten Lieferketten heutzutage „just in time“. Die Ware wird möglichst kurzfristig bestellt, nur kurz oder am besten gar nicht eingelagert und direkt an den Kunden geliefert. Wer von vornherein in sein Geschäftsmodell diese optimierten Lagerzyklen einbaut, der tut seinem Cashflow jedenfalls einen großen Gefallen.

3. Einzahlungen früher und regelmäßiger realisieren

Wie bekommen Sie Ihre Kunden dazu, möglichst frühzeitig zu bezahlen? Das kommt ganz auf Ihr Geschäftsmodell an. Als Online-Händler können Sie durch Digitales Bezahlen direkt bei der Bestellung den Cashflow optimieren. Wenn Sie klassische Vertriebswege gehen, können Sie Ihre Kunden mit Skonto oder anderen Benefits dazu animieren, die Ware direkt bei Lieferung zu bezahlen – oder sogar bereits Vorkasse verlangen.

Wenn Ihr Unternehmen hingegen vom Projektgeschäft lebt, sollten Sie bereits bei der Annahme eines Auftrags Ihre Liquiditätsplanung optimieren mir Ihren Kunden An- und Teilzahlungen vereinbaren. Gerade bei Projekten mit langer Laufzeit kann nämlich der Zeitpunkt der Leistungserbringung erheblich vom Bezahldatum der Rechnung abweichen. Dieses Risiko minimieren Sie, wenn Sie durch An- und Teilzahlungen regelmäßiger Geld erhalten, als bei einer großen Schlussrechnung. Eine weitere Möglichkeit ist, anstelle von Projektaufträgen Pflegeverträge abzuschließen. Durch attraktive Konditionen können Sie so Kunden überzeugen, lieber monatlich einen festen Betrag für eine Dienstleistung zu bezahlen, als Einzelaufträge auszulösen. Die gute Nachricht für Ihre Liquiditätsplanung: Sie können über die gesamte Vertragslaufzeit mit sicheren Einzahlungen rechnen.

Langfristige Liquiditätsplanung mit Szenarien

Für eine tragfähige Liquiditätsplanung sind solide geplante Was-Wäre-Wenn-Szenarien wichtig. Dabei sollten Sie in beide Richtungen denken:

1.Wie reagieren Sie bei Liquiditätsengpässen?

2.Wie können Sie überschüssige Liquidität parken oder ins Unternehmen investieren?

Um sich bei der Liquiditätsplanung nachhaltige Handlungsspielräume in alle Richtungen zu erschließen, sollten Sie frühzeitig Kontakt zu Banken und potenziellen Geldgebern suchen, die im Falle einer plötzlichen Liquiditätslücke einspringen können. Auch die Konditionen für solche Überbrückungen handelt man bestenfalls bereits aus, wenn noch keine echte Notlage eingetreten ist.

Doch was für das negative Szenario gilt, sollte man auch für den Best Case planen. Die Frage für die Liquiditätsplanung lautet dann: Was tun, wenn sich langfristig Geld ansammelt, das nicht für den laufenden Geschäftsbetrieb benötigt wird? Hier sind Investitions- und Geldanlagestrategien gefragt. Dies wird umso wichtiger, als immer mehr Banken Strafzinsen für Guthaben auf Geschäftskonten berechnen.

Aktuelle Daten und die richtigen Instrumente:  So klappt professionelle Liquiditätsplanung

Egal, ob Sie Liquidität kurz, mittel- oder langfristig planen wollen: die Basis für jede gute Planung sind verlässliche und aktuelle Daten.

Die Probleme dabei:

  • Viele Unternehmen erhalten Ihre Betriebswirtschaftliche Auswertung noch in gedruckter Form
  • Buchhaltungsdaten und Kontobewegungen manuell abzugleichen, ist mühsam
  • Offene Forderungen und Verbindlichkeiten werden in vielen Unternehmen nur unzureichend überwacht.

Die Ursachen für diese Probleme sind unzureichende Instrumente für die Liquiditätsplanung – gerade im Mittelstand. Viele Unternehmer setzen im Bereich Liquiditätsplanung noch Excel ein. Excel-Tabellen mit den richtigen Daten zu befüllen ist aber zeitaufwändig und fehleranfällig. Auch die Qualität der aus Excel erstellten Prognosen ist leider unzureichend.

Eine Lösung, die auch im Mittelstand endlich professionelle Finanz- und Liquiditätsplanung erlaubt, ist Software zur Liquiditätsplanung wie flowpilot, die auf Knopfdruck Buchhaltungsdaten verarbeiten und den Cashflow als übersichtliche Grafik darstellen kann. Auch Funktionen wie eine Anbindung an Bankkonten, übersichtliche Dashboards und Listen mit offenen Forderungen und Verbindlichkeiten helfen, eine gute Liquiditätsplanung zu erstellen und unternehmerische Entscheidung auf eine fundierte Grundlage zu stellen.

Online Liquiditätsplaner jetzt ausprobieren

Liquiditätsplanung mit flowpilot

Ja, ich will flowpilot unverbindlich testen!

Liquidität berechnen: Was sind die Unterschiede zwischen Umsatz und Gewinn?

Cash flow Berechnung Profit realisieren

Wenn man Unternehmerinnen oder Unternehmer fragt, was der zuverlässigste Indikator für den Erfolg eines Unternehmens ist, dann werden wohl die allermeisten sagen: der Gewinn bzw. der Profit. Und tatsächlich ist es unstrittig, dass  jedes Unternehmen Gewinn erwirtschaften will. Ebenso unstrittig ist aber auch, dass ein Unternehmen immer zahlungsfähig – also liquide –  sein muss, um überleben zu können. Dazu sollte jeder seine Liquidität berechnen. Betrachtet man beide Begriffe etwas genauer, so ergeben sich interessante Aspekte, die für die Bewertung der finanziellen Gesundheit eines Unternehmens sehr wichtig sind.

Das lesen Sie in diesem Artikel:

Liquidität vs. Gewinn: So werden sie berechnet
Was das „Cashflow Statement“ vom „Income Statement“ unterscheidet
Warum Liquidität so wichtig ist und wie Cashflow berechnen

Gewinn und Liquidität berechnen

Berechnung Gewinn

Die Profitabilität eines Unternehmens wird in der Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) ermittelt. Dabei werden ganz einfach ausgedrückt die Kosten eines Unternehmens vom erzielten Umsatz abgezogen. Ist das Ergebnis positiv, macht das Unternehmen Gewinn. Übersteigen die Kosten jedoch den Umsatz, dann ergibt sich ein negativer Saldo und die Firma macht Verlust.

Grafik: Die vereinfachte Gewinnberechnung in der GuV – auch „Income Statement“ genannt

Cashflow Berechnung & Liquidität berechnen

Um das Verhältnis zwischen Umsatz und Kosten noch etwas näher zu beleuchten, lohnt es sich zu betrachten, wie sie zu Stande kommen. Der Umsatz lässt sich demnach berechnen, in dem man die Menge der verkauften Ware oder Dienstleistungen mit dem Preis multipliziert.

Beispiel: Wenn ein Porzellanhersteller 50.000 Tassen zu je 5 Euro verkauft, belaufen sich die Einnahmen auf 250.000 Euro. Bei den Kosten lohnt es sich, verschiedene Kostenarten zu unterscheiden. So gibt es für den Porzellanhersteller Kosten, die mit der Menge der verkauften Tassen gleichermaßen mitwachsen, während andere Kosten konstant bleiben. So muss der Porzellanhersteller für jede Tasse eine bestimmte Menge Porzellan-Rohware einkaufen. Die Kosten für die Rohware steigen natürlich, je mehr Tassen verkauft werden.  Neben diesen variablen Kosten gibt es aber auch feste Kosten, die gleich bleiben, zum Beispiel die Miete für die Fabrikationshalle.

Am Ende der Berechnung des Profits steht dann immer die Formel: Gewinn = Umsatz – Kosten. 

Die meisten Unternehmerinnen und Unternehmer erhalten monatlich von Ihrem Steuerberater oder aus der Buchhaltung die so genannte Betriebswirtschaftliche Auswertung (BWA). Sie beinhaltet eine Auflistung der Umsätze und Kosten und vermittelt so einen guten Eindruck, wie sich die Profitabilität entwickelt. Meist werden auch die Vergleichswerte des Vorjahreszeitraums aufgeführt, so dass sich Trends gut erkennen lassen.

Cashflow Berechnung und Liquidität berechnen

Die Liquidität eines Unternehmens sagt aus, wie viel frei verfügbares Geld vorhanden ist. Anders als in der Gewinn- und Verlustrechnung werden hier nicht Umsatz und Kosten verrechnet, sondern Einzahlungen mit Auszahlungen. Für die Liquiditätsermittlung wird der Anfangsgeldbestand mit den eingehenden Einzahlungen addiert und die Auszahlung davon subtrahiert. Der so genannte Cashflow hingegen stellt nur die Veränderung des Geldbestands durch die Geldzu- und abflüsse dar.

Grafik: Die Berechnung der Liquidität im Cashflow Berechnung

Cashflow Berechnung & Liquidität berechnen
Der berechnete Cashflow steigt also, wenn Einzahlungen erfolgen. Dabei ist es egal, wie diese Einzahlungen zu Stande kommen. Nehmen wir an, der Porzellanhersteller verkauft wie oben erwähnt 50.000 Tassen zu 5 Euro, bekommt aber gleichzeitig auch eine Umsatzsteuererstattung in Höhe von 25.000 Euro und einen neuen Unternehmerkredit in Höhe von 125.000 Euro ausgezahlt. Die Summe all dieser Einzahlungen erhöhen den berechneten Cashflow dann um 400.000 Euro.

Im Gegenzug sinkt der Cashflow, wenn Auszahlungen erfolgen. Auch hier spielt es keine Rolle, um welche Art von Auszahlungen es sich handelt. Wenn zum Beispiel der Porzellanhersteller neben laufenden Auszahlungen für Personal und Sachkosten in Höhe von 350.000 Euro auch noch für 100.000 Euro für neue Rohware bezahlt, dann belaufen sich die Auszahlungen auf 450.000 Euro.

Die einfache Berechnung des Cashflows lautet dann: 400.000 Euro Einzahlungen – 450.000 Euro Auszahlungen = – 50.000 Euro Cashflow

Das Beispiel zeigt: Liquidität hat nichts mit Profit zu tun, da beide Größen unterschiedlich berechnet werden. Und genau hier lauern große Risiken: Denn wer sich nur auf die Aussagen über den Unternehmensprofit verlässt und die Analyse und Planung der Liquidität vernachlässigt, der ist im Zweifel auf plötzliche Schwankungen in der Cashflow Berechnung nicht vorbereitet! 

Online Cashflow Planer – jetzt ausprobieren

Liquiditätsplanung mit flowpilot

Ja, ich will flowpilot unverbindlich testen!

Was unterscheidet das „Cashflow Statement“ vom „Income Statement“?

Wir wissen bereits, dass Profit und Liquidität auf Grundlage unterschiedlicher Berechnungen zu Stande kommen. Während der Profit ein Ergebnis der Gewinn- und Verlustrechnung ist, in der Umsatz und Kosten verrechnet werden, betrachtet Liquidität den tatsächlichen Zu- und Abfluss von Geld in Form von Ein- und Auszahlungen. Natürlich ergeben sich Überschneidungen, denn viele Einzahlungen sind gleichzeitig Umsätze und viele Auszahlungen ergeben sich durch Kosten. Genau das macht es ja am Ende so kompliziert, die Cashflow Berechnung (in einem „Cashflow Statement“) von Gewinn Berechnung (in einem „Income Statement“) zu differenzieren.

Folgende Grafik hilft, den Unterschied schneller zu verstehen.

Cashflow Berechnung & Liquidität berechnenErläuterungen zur Grafik:

Das Cashflow Berechnung berücksichtigt im Mittelpunkt dieselben Zahlen wie die GuV (auch Income Statement genannt). Denn viele Einzahlungen sind gleichzeitig Umsätze und die meisten Auszahlungen sind Kosten. Doch darüber hinaus und in Abgrenzung zum Income Statement bildet die Cashflow Berechnung folgende weitere Dimensionen ab.

1. Zeitversatz

Während im Income Statement Umsatz und Kosten meistens mit dem Rechnungsdatum wirksam werden, spielt im Cashflow Statement nur das Datum der tatsächlichen Aus- oder Einzahlung eine Rolle. Das klingt oberflächlich betrachtet banal, hat aber im Zweifelsfall große Auswirkungen.(Hier finden Sie Informationen zu den unterschiedlichen Buchungsarten)

Nehmen wir an, der Porzellanhersteller liefert Tassen im Wert von 120.000 Euro an einen Versandhändler und stellt den Betrag auch sofort in Rechnung. Die Summe wird dann bereits im laufenden Monat im Income Statement sichtbar und als Umsatz gebucht. Aber wann erfolgt die dazugehörige Einzahlung? Das kann im Zweifelsfall mehrere Wochen, ja Monate dauern. Je nachdem, welche Zahlungsbedingungen vereinbart wurden oder welches Zahlungsverhalten der Versandhändler an den Tag legt – das Datum der Einzahlung weicht oft erheblich vom Rechnungsdatum ab. Dieser Zeitverzug kann schwerwiegende Folgen haben. Denn laut Gewinn- und Verlustrechnung erfolgte eine Einnahme, die auf dem Konto des Unternehmens noch gar nicht als Zahlung verbucht werden konnte. Um diesem Umstand Rechnung zu tragen legen viele Unternehmen Listen mit den noch offenen Forderungen an. Ein Forderungsspiegel mit Altersstruktur  stellt alle offenen Forderungen dar und kategorisiert sie nach Fälligkeitsalter. Da ältere Forderungen erfahrungsgemäß eine höheres Ausfallrisiko haben als jüngere, kann man nun die Wahrscheinlichkeit des Ausfallsrisikos in Prozent angeben und so eine gute Schätzung anlegen, wie viel der bereits gebuchten Umsätze tatsächlich als Einzahlungen zu verzeichnen sein wird, und wie viel Geld am Ende wohl abgeschrieben werden muss.

2. Financing Cashflow

Das Cashflow Statement zeichnet alle echten Zahlungsströme auf. Dazu gehören auch Zahlungen von Geldgebern wie Banken, Investoren oder Privateinlagen durch die Unternehmer selbst. Zahlungsströme aus dem Financing Cashflow sind also beispielsweise Einzahlungen, die den Cashflow erhöhen, aber keine Einnahmen im Sinne der GuV sind. Denn es handelt sich nicht um Einnahmen, die das Unternehmen mit seiner Geschäftstätigkeit erzielt hat. Dennoch ist der Financing Cashflow für viele Firmen von unschätzbarer Bedeutung. Ohne das Geld von Banken und Investoren könnten kaum neue, innovative Produkte und Dienstleistungen entwickelt werden. Viele Startups beispielsweise bestehen anfänglich nur aus einer guten Geschäftsidee, deren Umsetzung aber viel Investment erfordert. Wer als Unternehmen seinen Financing Cashflow deshalb von Anfang pflegt und durch Investitionen flüssige Mittel für wichtige Investitionen zur Verfügung hat, der sichert auf Dauer die Konkurrenzfähigkeit und die Ertragslage des Unternehmens. Der Financing Cashflow besteht aber nicht nur aus Einzahlungen. Auszahlungen zur Tilgung eines Kredits oder Kapitalentnahmen zählen ebenso zum Financing Cashflow, mindern jedoch die Liquidität.

3. Investing Cashflow

Im Investing Cashflow werden Zahlungen erfasst, um neue Investitionsgüter wie zum Beispiel Maschinen anzuschaffen oder sie wieder zu verkaufen. Obwohl die Auszahlungen für diese Investitionen oft erheblich sind, tauchen sie im Income Statement nicht oder nur teilweise auf. Denn viele Investitionen können nicht sofort als Kosten geltend gemacht werden. Der Betrag wird vielmehr auf mehrere Jahre „abgeschrieben“. Nehmen wir an, der Porzellanhersteller kauft einen neuen Brennofen für 25.000 Euro, der als Investitionsgut über vier Jahre abgeschrieben werden kann. Dies hat zur Folge, dass im Income Statement jährlich 6.250 Euro Kosten für die Anschaffung auftauchen, obwohl beim Kauf sofort 25.000 Euro an Auszahlungen geleistet wurden.

4. Umsatzsteuer

Umsatzsteuer müssen Unternehmen regelmäßig abführen, und das nicht nur für die bereits getätigte Geschäftstätigkeit, sondern auch in Form von Vorauszahlungen für die zu erwartende Umsatzsteuer. So ergeben sich Auszahlungen und manchmal auch Einzahlungen (durch Umsatzsteuererstattungen), deren Höhe erheblich sein kann, im Income Statement aber nur als durchlaufender Posten behandelt werden.

Online Cashflow Berechnung & Excel ablösen – jetzt ausprobieren

Liquiditätsplanung mit flowpilot

Ja, ich will flowpilot unverbindlich testen!

Warum Liquidität wichtiger ist als Gewinn und wie man den Cashflow planen kann

Was ist für den Unternehmenserfolg eigentlich wichtiger? Gewinn oder Liquidität? Die Antwort wird viele überraschen: Liquidität ist am Ende wichtiger als Profit! Denn wenn ein Unternehmen nicht mehr liquide ist, ist es zahlungsunfähig und muss umgehend Insolvenz beantragen. Macht hingegen ein Unternehmen hingegen keinen Gewinn, hat aber genug Cashflow, um laufende Auszahlungen zu leisten, so ist dies für das Unternehmen oft nicht lebensbedrohlich. Unternehmen wie Tesla, Uber oder viele Startups machen es vor: Es gibt eine ganze Reihe von bekannten und hoch bewerteten Unternehmen, die über lange Perioden keinen Gewinn machen. Sie werden aber durch den reichlichen Zufluss im Financing Cash Flow „am Leben gehalten“. So steht genug Liquidität zur Verfügung, um innovative Produkte, Services und Geschäftsmodelle zu entwickeln, die als zukunftsträchtig bewertet werden. Der Cashflow von heute nimmt quasi die Gewinne von morgen vorweg und solange im Cashflow die Ein- die Auszahlungen überwiegen, stellt dies für die finanzielle Gesundheit kein Problem dar.

Liquiditätsplanung als Grundlage für unternehmerische Entscheidungen

Unternehmen, die nicht nur wissen, wie sich ihr Cashflow in der Vergangenheit entwickelt hat, sondern die über eine zuverlässige Prognose über die zukünftige Entwicklung der Zahlungsfähigkeit verfügen, können eine Vielzahl von Entscheidungen besser treffen.

Kommen wir dazu zum Beispiel des Porzellanhersteller zurück: Auf Basis der Liquiditätsplanung weiß die Geschäftsleitung, das in etwa sechs Monaten ein Puffer an 50.000 Euro für Investitionen zur Verfügung steht. Aus der Logistik-Abteilung kommt nun die Anforderung, innerhalb der nächsten Monate drei neue Lieferfahrzeuge im Wert insgesamt 60.000 Euro anzuschaffen. Die Geschäftsleitung hat auf Basis der Liquiditätsplanung nun mehrere Handlungsoptionen, um den Cashflow und das Investitionsverhalten zu gestalten. So könnte die Geschäftsführung frühzeitig mit Banken über einen Finanzierungsrahmen sprechen, um die fehlenden 10.000 Euro im Cashflow zu beschaffen. Weitere Optionen wären, die neuen Fahrzeuge über einen Leasingvertrag anzuschaffen oder statt der drei Fahrzeuge erst einmal nur zwei neue Lieferfahrzeuge anzuschaffen. Schließlich könnte die Anschaffung der Fahrzeuge auch auf einen Zeitpunkt verschoben werden, an dem noch mehr Liquidität zur Verfügung steht.

Fazit: Je früher der Cashflow verlässlich geplant werden kann, umso mehr Handlungsoptionen hat ein Unternehmen, um Liquidität zu planen und zu managen. Und das wiederum senkt das Risiko, unerwartet zahlungsunfähig zu werden.

Wie stellt man eine verlässliche Liquiditätsplanung auf?

Obwohl der Nutzen einer guten Liquiditätsplanung auf der Hand liegt, wird das Thema in vielen Unternehmen vernachlässigt. Denn das Bewusstsein, dass Cashflow etwas vollkommen anderes ist, als die Gewinn- und Verlust-Übersicht der BWA, ist oft noch nicht weit verbreitet. Hinzu kommt: Den Cashflow verlässlich zu planen ist nicht einfach. Ein weit verbreitetes Instrument für die Liquiditätsplanung ist Excel. Dazu werden in den Excel-Tabellen alle Ein- und Auszahlungen der Vergangenheit aufgelistet und dann die einzelnen Werte aufgrund von Annahmen in die Zukunft fortgeschrieben. Doch das ist zeitintensiv, denn die Ist-Zahlen müssen mühsam aus der Bestandsbuchhaltung übertragen werden. Kleine Fehler in Excel setzten sich außerdem schnell fort und machen die ganze Planung unbrauchbar. Und während in großen Konzernen aufwändige Software-Lösungen und spezialisierte Controller zum Einsatz kommen, fehlen im Mittelstand oft die Mittel dafür (wie zum Bespiel auch das Handelsblatt berichtet).

Eine Lösung für einfaches und professionelles Liquiditätsplanung ist flowpilot. flowpilot arbeitet mit den Daten der bestehenden Buchhaltung, so wie auch vom Steuerberater verwendet werden, um die BWA zu erstellen. Die flowpilot Software analysiert diese Daten und stellt die zahlungswirksamen Buchungen in einem anschaulichen Cashflow-Diagramm dar. So sieht man auf einen Blick, wie sich die Zahlungsfähigkeit bisher entwickelt hat. Mit intuitiven Planungstools kann jetzt begonnen werden, Ein- und Auszahlungen in die Zukunft zu planen. Das Ergebnis: Fundierte Szenarien für den Cashflow und eine professionelle Liquiditätsplanung!

Praxis-Tipp für Startups und Gründer: Businessplan & Finanzplan

Finanzplan zu Businessplan

Sie wollen ein Unternehmen gründen und eine eigene Geschäftsidee verwirklichen? Neben einer zündenden Geschäftsidee und einer Menge Gründergeist ist dafür auch eine ordentliche Portion Finanzwissen nötig!

Damit Sie Geldgeber und Partner von Ihrer Gründungsidee begeistern können, ist ein ein gut aufgebauter Businessplan mit einer soliden Finanzplanung das A & O. Die Finanzplanung wird im so genannten Finanzplan dokumentiert und enthält als  unverzichtbaren Baustein den Liquiditätsplan. Er beschreibt, wie Sie Ihr Unternehmen finanziell zahlungsfähig halten. Dies ist für Startups und Gründer besonders wichtig, da junge Unternehmen zu Beginn der Geschäftstätigkeit meist mehr Kosten als Einnahmen haben. Nur wenn gewährleistet ist, dass alle fälligen Zahlungen durch vorhandenes oder zufließende Geld geleistet werden können, ist der Liquiditätsplan solide. Und nur dann werden Geldgeber wie Banken und Investoren an Ihre Geschäftsidee glauben.

In diesem Artikel lesen Sie, worauf Sie beim Aufbau einer Liquiditätsplanung achten müssen und was alles dazu gehört, damit Sie als Gründer eine solide Finanzplanung aufstellen können.

Businessplan, Finanzplan, Liquiditätsplan – das ist der Unterschied

Wissenswertes über den Finanzplan

Der Liquiditätsplan: Die Zahlungsfähigkeit als wichtigster Parameter im Finanzplan

Liquiditätsplan: So legen Sie ihn an (Gratis-Download)

Businessplan, Finanzplan, Liquiditätsplan – das ist der Unterschied

Zunächst wollen wir die Begriffe Businessplan, Finanzplan und Liquiditätsplan voneinander abgrenzen.  Am besten stellt man sie sich wie die ineinander liegende Kreise vor.

Liquiditätsplan als Teil Finanzplan im Businessplan

Der Liquiditätsplan ist Teil des Finanzplans, der wiederum Teil des Businessplans ist. 


Der Businessplan: Die Beschreibung Ihrer Geschäftsidee

Ein Businessplan (s. Gründerküche) dient ganz allgemein dazu, Ihre Unternehmensidee in schriftlicher Form zum Leben zu erwecken. Hier beschreiben Sie, wie Sie Ihr Unternehmen und Ihre Geschäftsidee realisieren wollen. Dazu gehören Ausführungen über …

  • die Organisation des Unternehmens (Rechtsform, Management, Personalplanung),
  • die Unternehmensziele  (Gründervision, Strategische Ziele),
  • das Angebot (Produkte sowie Produktion)
  • die Zielgruppen und das Marketing

Was man bei der Erstellung des Businessplans alles beachten sollte, können Sie auch hier nachlesen.

Mit einer überzeugenden Beschreibung der Geschäftsidee ist es aber längst nicht getan. Ein wichtiger Teil des Businessplans ist deshalb der Finanzplan.

Online Liquiditätsplaner jetzt ausprobieren

Liquiditätsplanung mit flowpilot

Ja, ich will flowpilot unverbindlich testen!

Der Finanzplan: Hier planen Sie die Finanzen Ihrer Firma

Vor allem Banken und Investoren möchten sehen, dass eine Geschäftsidee finanziell realistisch und lukrativ ist. Deshalb ist der Finanzplan ein wichtiger Teil des Businessplans. Er beleuchtet die Finanzen des geplanten Unternehmens unter verschiedenen Gesichtspunkten und besteht wiederum aus vier Einzelplänen.

1. Kapitalbedarfsplan: Wie viel (Anfangs)kapital benötigt das Unternehmen, um mit der Geschäftstätigkeit zu beginnen?

2. Finanzierungsplan: Woher kommt das Geld für den Start des Unternehmens?

3. Rentabilitätsvorschau: Mit welcher Umsatz- und Kosten-Entwicklung rechnen Sie? Macht das Unternehmen von Anfang an Gewinn? Oder wann wird die Gewinnzone erreicht?

4. Liquiditätsplan: Wie entwickelt sich der Geldbestand des Unternehmens und wie kann sichergestellt werden, dass alle nötigen Ausgaben geleistet werden können.

Das gehört in den Kapitalbedarfsplan

Hier definieren Sie, wie hoch der Kapitalbedarf zum Startzeitpunkt der Gründung sein muss, um beispielsweise folgende Kosten zu decken:

  • Gründungskosten, z. B. für Gebühren für Anmeldungen, Eintragungen bei Behörden und Notaren
  • Investitionskosten: Hierunter fallen Ausgaben für Büro- oder Ladenausstattung, Investitionen in Hard- und Software sowie in Maschinen und sonstige Anschaffungen, die ins Anlagevermögen eingehen. Auch Ausgaben für den erstmaligen Material- und Wareneinkauf (z. B. wenn Sie einen Online-Shop betreiben) sollten hier aufgeführt werden werden.
  • Kosten in der Anlaufphase: Bereits bevor Ihr junges Unternehmen den ersten Euro Umsatz macht, fallen Kosten an. Das können Ausgaben für den privaten Lebensunterhalt oder Aufwände für Werbung und Marketing sein. Während später in der Rentabilitätsvorschau die Ausgaben und Einnahmen im laufenden Geschäftsbetrieb betrachtet werden, werden hier die Kosten vor der Aufnahme der Geschäftstätigkeit aufgelistet.

Die Kunst beim Kapitalbedarfsplan ist, realistisch zu planen. Manche Kosten lassen sich relativ exakt schätzen, andere eher nur ungefähr. Außerdem ist es wichtig, die Länge der Anlaufphase richtig einzuschätzen. Denn je nach Geschäftsmodell und individueller Situation kann die Anlaufphase wenige Wochen oder mehrere Monate betragen. Planen Sie hier zu wenig Zeit ein, dann erhöht sich der Zeitdruck, Umsatz zu generieren. Wird die Anlaufphase dagegen sehr lange angesetzt, dann steigen die Kosten in der Anlaufphase und potenzielle Geldgeber bewerten die Gründungsidee eventuell als zu aufwändig.

Das gehört in den Finanzierungsplan

Im Finanzierungsplan wird geplant, wie viel Geld aus welchen Quellen für die Gründung des Unternehmens bereitgestellt werden muss. Dabei gibt es ganz unterschiedliche Geldquellen.

  • Eigenkapital: Sie haben selbst Ersparnisse oder werden von Freunden und Verwandten finanziell unterstützt? Dieses Eigenkapital kann ein wichtiger Grundstein für die Unternehmensgründung sein.
  • Kredite und Finanzierungen: Hierunter fallen Bankkredite oder Finanzierungen von anderen Geldgebern. Dieses Kapital Geld muss in der Regel verzinst und nach einem festgelegten Zins- und Tilgungsplan zurückgezahlt werden.
  • Investoren: Gerade für Startups hat sich eine vielfältige Investoren-Landschaft entwickelt. Egal ob Crowd-Funding oder Venture Capital – es gibt unzählige Möglichkeiten, Geldgeber mit ins Boot zu holen. Selbstverständlich handeln Investoren aber nicht uneigennützig. Je nach Summe, Geschäftsmodell, Unternehmensform und Verhandlungsgeschick erhalten Investoren einen Anteil am Unternehmen. Damit tragen sie auch einen gewissen Teil des Geschäftsrisikos, können aber auch Unternehmensentscheidungen in Zukunft mitbestimmen.
  • Fördermittel: Egal ob Sie eine Craftbeer-Brauerei im Rheinland oder ein Software Startup in Berlin gründen, es gibt für fast jedes neues Unternehmen die Möglichkeit, Fördermittel zu erhalten. Es gibt Fördermittel-Programme auf kommunaler, Landes- und Bundesebene und von ganz unterschiedlichen Geldgebern wie der KfW, den Investitionsbanken oder von privatwirtschaftlichen Initiativen.

Der Finanzierungsplan ist von zentraler Bedeutung, wenn Sie Geld von Banken oder Investoren benötigen. Denn Geldgeber wollen genau wissen, ob Ihre Geldquellen solide sind und ob das Kapital wirklich ausreicht, um den Kapitalbedarf zu decken. Andererseits dient der Finanzierungsplan auch als Gesprächs- und Verhandlungsgrundlage mit Banken und Investoren. Wenn Ihre Geschäftsidee attraktiv und der Kapitalbedarfsplan realistisch sind, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Sie den erhofften Kredit oder die Zusage von Investoren auch tatsächlich bekommen.

Rentabilitätsvorschau

Der nächste wichtige Baustein Ihres Finanzplans ist die Rentabilitätsvorschau. Sie ist ein Blick in die finanzielle Zukunft der Geschäftstätigkeit des jungen Unternehmens und sagt voraus, wie sich das Verhältnis von Kosten und Umsatz mit der Zeit entwickeln kann. Deshalb besteht die Rentabilitätsvorschau aus den beiden Komponenten

  • Umsatzplan – mit welchen laufenden Einnahmen ist zu rechnen
  • Kostenplan – welche laufenden Kosten fallen im Geschäftsbetrieb an

Umsatzplan

Im Umsatzplan legen Sie dar, wie sich der Umsatz Ihrer Firma entwickelt. Wie hoch wird der Absatz Ihrer Produkte sein? Und wie wird sich der Umsatz entwickeln? Hier sollten Sie einerseits von anfänglich realistischen Zahlen ausgehen aber natürlich auch einplanen, dass der Umsatz im Laufe der Zeit steigt. Dies kann man beispielsweise durch eine  prozentuale Steigerung je Planungsmonat simulieren.

Kostenplan

In den Kostenplan kommen alle laufenden Kosten, die in einem Unternehmen anfallen. Dazu gehören z. B. die Laden- oder Büromiete, Personalkosten oder die Kosten für den Materialeinkauf. Hierbei gilt es zu beachten, dass manche Kosten im Laufe der Zeit konstant bleiben, andere aber mit steigendem Umsatz auch steigen werden.

Die Rentabilität

So wie ein Unternehmen im laufenden Betrieb in der Betriebswirtschaftlichen Auswertung regelmäßig sieht, wie sich Umsatz, Kosten und damit Gewinn bzw. Verlust entwickeln, so stellt die Rentabilitätsvorschau eine Prognose über genau jene Kennzahlen dar.

Finanzplan Businessplan

Rentabilität = Umsatz – Kosten

Ist die Rentabilität positiv, so macht das Unternehmen aus seiner laufenden Geschäftstätigkeit heraus Gewinn. Dies wird bei Startups und Gründern am Anfang oft nicht der Fall sein. Realistisch ist vielmehr, dass das Unternehmen erst im Laufe der Zeit seinen Umsatz so steigern kann, dass alle laufenden Kosten gedeckt und Gewinn erwirtschaftet werden kann. Wie lange es dauert, bis dieser „Break-Even“ erreicht wird, hängt vom Geschäftsmodell und den individuellen Geschäftserwartungen ab.

Wichtig ist, dass bis zum Erreichen der Gewinnzone genug finanzielle Reserven vorhanden sind. Denn zu den Kosten der Anlaufphase addieren sich die Verluste aus dem laufenden Betrieb. Dieser finanzielle Puffer muss vom Finanzierungsplan abgedeckt werden.

Online Finanzplaner jetzt ausprobieren

Liquiditätsplanung mit flowpilot

Ja, ich will flowpilot unverbindlich testen!

Der Liquiditätsplan: Die Zahlungsfähigkeit als wichtigster Parameter im Finanzplan

So erstrebenswert es ist, ein Unternehmen schnell in die Gewinnzone zu führen, noch wichtiger als Rentabilität ist der Erhalt der Zahlungsfähigkeit. Denn gerade innovative und neu gegründete Firmen haben am Anfang hohe Kosten und nur geringe Einnahmen. Solange die Liquidität gewährleistet bleibt, ist dies auch kein Problem. Doch wenn plötzlich nicht mehr genug Geld zur Verfügung steht, um anstehende Rechnungen, Löhne oder andere nötige Auszahlungen zu leisten, dann droht direkt und unverzüglich die Insolvenz und damit das Aus für Ihr Unternehmen.

Warum ein guter Cashflow für ein Unternehmen noch wichtiger ist als Gewinn können Sie in diesem Blog-Artikel nachlesen.

Was kommt in den Liquiditätsplan?

Der Liquiditätsplan erfasst alle Auszahlungen, die Ihr Unternehmen leisten muss und alle Einzahlungen, die Sie erwarten können. Hier geht es also um den tatsächlichen Zu- und Abfluss von Geld. Im Ergebnis planen Sie hier Ihren Cashflow, also die Entwicklung des tatsächlichen Geldbestands.

Im Gegensatz zur Rentabilitätsplanung spielen hier auch Einzahlungen wie Steuererstattungen, Zuflüsse durch Kredite oder Auszahlungen durch private Einlagen eine Rolle, während solche Positionen für die Berechnung der Rentabilität keine Rolle spielen.

Diese Einzahlungen fließen in den Liquiditätsplan ein

  • Umsatz
  • Andere Erträge (z. B. aus Verkauf von Maschinen oder Investitionsgütern)
  • Einzahlungen aus Finanzierungen
  • Private Geldeinlagen
  • Steuererstattungen
  • Fördermittel

Bei den meisten Unternehmen spielen die Einzahlungen aus Umsätzen natürlich die größte Rolle. Aber auch andere Einzahlungen (z. B durch den Verkauf von Maschinen und Investitionsgütern) oder durch Kredite und Finanzierungen sind wichtig. Für Startups und Gründer sind Sie in der ersten Zeit sogar meist überlebenswichtig.

Welche Auszahlungen fließen in den Liquiditätsplan ein?

  • Personalkosten
  • Material- und Wareneinkauf
  • Miete und Sachkosten
  • Kauf von Maschinen und Investitionen
  • Zins- und Tilgung von Krediten
  • Steuerzahlungen
  • Gewinnausschüttungen und Entnahmen

Auszahlungen im Sinne des Liquiditätsplans sind alle Geldflüsse, die den Geldbestand mindern. Dabei ist es vollkommen egal, ob das Geld für laufende Kosten, Investitionen, Steuerzahlungen oder die Rückzahlung eines Kredits verwendet wird.

Welche Aussagekraft hat der Liquiditätsplan?

Der Liquiditätsplan plant den Geldbestand eines Unternehmens.

Businessplan Finanzplan

Geldbestand = Anfangsgeldbestand + Einzahlungen – Auszahlungen

Der Liquiditätsplan wird für einen bestimmten Planungszeitraum erstellt und meist nach Monaten gegliedert. Im Ergebnis werden Sie feststellen, dass der geplante Geldbestand über den Planungszeitraum hinweg schwankt. Dieses Auf und Ab im Geldbestand nennt man Cashflow oder Liquiditätsentwicklung. Solange sich der Geldbestand „über Null“ bewegt, ist alles gut. Doch sobald der Geldbestand „unter Null“ fällt, ist die Überlebensfähigkeit des Unternehmens unmittelbar in Frage gestellt. Sollte in Ihrem Liquiditätsplan zu einem bestimmten Zeitpunkt die Zahlungsunfähigkeit drohen, müssen Sie rechtzeitig Maßnahmen planen, um dies zu verhindern. Das kann zum Beispiel durch die Aufnahme eines weiteren Kredits, dem Nachschießen von privatem Geld oder durch Sparmaßnahmen auf der Auszahlungsseite erfolgen.

Wie weit du im deinem Liquiditätsplan in die Zukunft blickst, ist eine individuelle Entscheidung. Als Teil des Finanzplans können dies ein bis drei Jahre sein.

Wie lege ich einen Liquiditätsplan an?

Ein herkömmlicher Liquiditätsplan wird in Tabellenform angelegt – am häufigsten in Excel

finanzplan unternehmensgründungHier findest du ein Beispiel bzw. eine Vorlage für einen Liquiditätsplan mit Erläuterungen in Excel zum kostenlosen Download

In der Vorlage sind die wichtigsten Rubriken des Liquiditätsplans aufgelistet und bereits mit Beispiel-Daten befüllt.

Besser als Excel: Mit flowpilot professionelles Liquiditätsmanagement starten

Für einen ersten Überblick in der Liquiditätsplanung ist Excel nicht schlecht. Doch Excel besitzt einige gravierende Nachteile. In Excel-Tabellen schleichen sich schnell Fehler ein und die Möglichkeiten einzelne Cashflow relevante Kennzahlen in die Zukunft zu planen sind sehr begrenzt. Die größten Nachteile werden sichtbar, wenn ein junges Unternehmen nach dem Start der Geschäftstätigkeiten echte Daten aus der Buchhaltung mit der Planung vergleichen möchte. Dieser Soll/Ist-Abgleich und der monatlich rollierende Update der Planung ist in Excel mühsam, zeitaufwändig und fehleranfällig. Deshalb empfiehlt es sich, frühzeitig nach Alternativen zu Excel zu suchen. Professionelle Software wie flowpilot bietet von Anfang an zahlreiche Funktionen, die eine professionelle und einfache Planung der Zahlungsfähigkeit ermöglichen.

Online Liquiditätsplaner jetzt ausprobieren

Liquiditätsplanung mit flowpilot

Ja, ich will flowpilot unverbindlich testen!

flowpilot.io Liquiditätsplan, Businessplan, Cashflow berechnung hat 4,59 von 5 Sternen 22 Bewertungen auf ProvenExpert.com