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Liquiditätsmanagement: Profi-Tipps um Liquidität zu verbessern

Jörg Olvermann
Liquiditätsplanung ist für jedes Unternehmen überlebenswichtig. Denn nur, wenn Sie eine fundierte Aussage über die Entwicklung Ihres Cashflows treffen können, wissen Sie, ob Ihre Firma auch in Zukunft zahlungsfähig sein wird. Liquiditätsplanung bedeutet, die Entwicklung des Geldbestands anhand vergangener Werte und konkreter Erwartungen der Zahlungsflüsse in die Zukunft fortzuschreiben. Liquiditätsmanagement geht noch einen Schritt weiter und plant frühzeitig Aktionen, um aktiv in den Cashflow einzugreifen um den Geldbestand nachhaltig zu erhöhen.

Grundladen der Liquiditätsplanung und des Liquiditätsmanagements

Wie sieht eine gute Liquiditätsplanung aus?

Am besten ist, sie betreiben die so genannte rollierende Liquiditätsplanung. Das bedeutet, dass sie die Entwicklung Ihres Cashflows fortlaufend in die Zukunft fortschreiben. Faustregel: Der Zeitraum für die rollierende Vorausplanung sollte ein Jahr betragen.

Wie oft sollten Sie die rollierende Liquiditätsplanung anpassen?

Es ist zu empfehlen, die rollierende Liquiditätsplanung regelmäßig anzupassen, sobald sie verlässliche Aussagen über die Entwicklung der Ein- und Auszahlungsseite Ihres Cashflows treffen können. Der Zyklus der Aktualisierung sollte dabei von der Umlaufgeschwindigkeit der Geld- und Warenströme im Unternehmen abhängig gemacht werden. Während z. B. beim Liquiditätsmanagement von Immobilien eine monatliche Aktualisierung der Liquiditätsplanung ausreichend ist, da Mieteinnahmen stabil monatlich zufließen, ist bei schnelllebigen Geschäften wie E-Commerce oder Digitalen Plattformen eine wöchentliche Aktualisierung der Liquiditätsplanung empfehlenswert

Was unterscheidet die Liquiditätsplanung vom Liquiditätsmanagement?

Die Liquiditätsplanung schreibt Ihren Cashflow in die Zukunft fort. Dabei sollten Sie als Unternehmer immer die Zahlen auf der Ein- und Auszahlungsseite an die zu erwartende Geschäftsentwicklung anpassen.

Beispiel:


Ein Unternehmen, das aufgrund von Wachstum neue Mitarbeiter einstellt, wird in der Liquiditätsplanung steigende Auszahlungen für Personal einplanen. Der Liquiditätsplan zeigt dann, ob die Firma auch bei steigenden Ausgaben im Planungszeitraum noch zahlungsfähig sein wird.

Oder: Ein Unternehmen weiß aus Erfahrung, dass in den drei Monaten vor Weihnachten aufgrund des Saisongeschäfts mit höheren Einzahlungen durch den Verkauf von Waren zu rechnen ist. In der Liquiditätsplanung werden deshalb auf der Einzahlungsseite für diese drei Monate die vorausgesagten Werte auf der Einzahlungsseite erhöht. So kann das Unternehmen schätzen, wie sich der Cashflow durch die erhöhten Einzahlungen entwickelt.

Was tun, wenn die Liquiditätsplanung für die Zukunft Probleme für den Cashflow vorhersagt?

Genau dann kommt das so genannte Liquiditätsmanagement ins Spiel! 
Während die Liquiditätsplanung Aussagen über die zukünftige Entwicklung eines Cashflows macht, beeinflusst das Liquiditätsmanagement durch gezielte Maßnahmen die Entwicklung des Cashflows im Sinne des Unternehmens.



Beispiel für Liquiditätsmanagement:
 Ein Unternehmen stellt fest, dass die Zahlungsfähigkeit aufgrund von fehlenden Einzahlungen in drei Monaten gefährdet sein wird. Gleichzeitig weiß das Unternehmen aber, dass in etwa vier Monaten größere Einzahlungen durch die Abrechnung von Leistungen anstehen. Im Rahmen des Liquiditätsmanagements versucht das Unternehmen nun, die Forderungen zu einem früheren Zeitpunkt zu realisieren – z. B. in dem man mit dem Kunden vereinbart, dass bereits in zwei Monaten Teilrechnungen beglichen werden. Durch den früheren Zufluss im Cashflow kann die Zahlungsfähigkeit des Unternehmens im kritischen Zeitraum gewährleistet werden. Für ein optimiertes Liquiditätsmanagement lohnt es sich ggf. auch, einen zusätzlich Nachlass zu gewähren und damit kurzfristig etwas weniger profitabel zu sein.

Fazit: Ziel des Liquiditätsmanagement ist es, den Cashflow eines Unternehmens so zu optimieren, dass die Zahlungsfähigkeit im Zeitraum der Liquiditätsplanung (und bestenfalls natürlich darüber hinaus) erhalten werden kann.

So können Sie den Cashflow Ihres Unternehmens verbessern

Die Möglichkeiten, das Liquiditätsmanagement eines Unternehmens zu verbessern, sind vielfältig. So kommt es im Endeffekt sehr individuell auf die Art des Geschäftsmodells an, welche Werkzeuge des Liquiditätsmanagements konkret eingesetzt werden. Im Folgenden zeigen wir aber die wichtigsten Instrumente auf, um ein professionelles Liquiditätsmanagement zu etablieren.

 

 

Tipps für Ihr Liquiditätsmanagement auf der Einzahlungsseite

  • Professionelles Forderungsmanagement: Viele Unternehmen akzeptieren, dass Kunden Ihre Rechnungen „irgendwann“ bezahlen. Diesen Fehler sollten Sie vermeiden. Denn das Forderungsmanagement ist das Werkzeug Nummer 1, um auf der Einzahlungsseite Ihren Cashflow zu optimieren.
  • Setzen Sie möglichst kurze Zahlungsziele und minimieren Sie dadurch den so genannten Kundenkredit.
    Verhandeln Sie in Verträgen genau, wann Rechnungen bezahlt werden. Oft kann man mit Kunden Teilrechnungen oder Abschlagszahlungen vereinbaren.
  • Führen Sie eine Günstigerprüfung durch und prüfen Sie, ob es sinnvoll sein kann, Ihren Kunden einen Nachlass in Form von Skonti zu gewähren, wenn Rechnungen besonders früh bezahlt werden.
  • Ein automatisiertes und striktes Mahnwesen hilft, Zahlungsverzug auf Kundenseite zu vermeiden und Ihr Liquiditätsmanagement zu professionalisieren
.
  • Sichern Sie sich eine günstige Kreditlinie bei Ihrer Bank. Damit haben Sie in Ihrem Liquiditätsmanagement immer einen kurzfristig verfügbaren finanziellen Puffer, ohne eigenes Kapital zu binden.
  • Sichern Sie Forderungsausfälle ab
, zum Beispiel durch eine Forderungsausfallversicherungen (oder auch Warenkreditversicherungen)
  • Nutzen Sie Factoring, um Forderungen schneller zu realisieren
    (Hier finden Sie einen Überblick an Factoring-Anbietern).
  • Nutzen Sie innovative Kreditformen wie Peer-to-Peer-Kredite, also Kredite, die sich Unternehmen untereinander gewähren. Sie werden direkt von Unternehmen an Unternehmen vergeben, ohne dass ein Finanzinstitut, als Vermittler auftritt. 
  • Minimieren Sie Fremdwährungsrisiken
    Wenn Sie als Unternehmen Waren oder Dienstleistungen in ausländischer Währung verkaufen, können schwankende Wechselkurse Ihre Einzahlungsseite plötzlich beeinflussen und damit zum Risiko werden. Gegen dieses so genannte Wechselkursrisiko können Sie sich absichern. Konkret heißt das: Sie fixieren für eine bestimmte Summe und einen bestimmten Zeitraum den Wechselkurs und minimieren so Ihr Fremdwährungsrisiko. Anbieter sind Banken und Fintechs.
    (Hier finden Sie Informationen der Sparkassen-Finanzgruppe zu Fremdwährungsrisiken)

Tipps für Ihr Liquiditätsmanagement auf der Auszahlungsseite

  • Optimieren Sie den Zahlungszeitpunkt Ihrer Verbindlichkeiten. Sie bezahlen Ihre Rechnungen z. B. an Lieferanten immer sofort? Viele Unternehmen tun das, ohne dabei auf das optimale Liquiditätsmanagement zu achten. Zahlen Sie Rechnungen immer zum spätest möglichen Zeitpunkt und nutzen Sie den so genannten Lieferantenkredit. 
Ausnahme: Ihr Lieferant gewährt Ihnen bei früher Zahlung ein Skonto. Dann prüfen Sie im Einzelfall im Rahmen der Günstigerprüfung was Sie in Anspruch nehmen wollen: Lieferantenkredit oder Preisnachlass.

  • Vermeiden Sie totes Kapital – zum Beispiel durch einen hohen Warenbestand im Lager
. Ein gutes Liquiditätsmanagement achtet auf eine möglichst schlanke Lagerhaltung, denn im Lager gebundenes Kapital ist totes Kapital. Stellen Sie Ihr Lager, wenn möglich, auf Just-In-Time-Lieferung um, oder verzichten Sie ganz auf ein eigenes Lager. Prüfen Sie, ob sich evtl. aus Gesamtsicht ein etwas höherer Einkaufspreis eines Lieferanten, der direkt an Ihren Kunden ausgeliefert, nicht vielleicht die bessere Lösung ist (Drop-Shopping).
  • Sprechen Sie frühzeitig mit Ihrem Steuerberater über steuerliche Aspekte. Die Frage, wann Zahlungen ans Finanzamt fällig werden, beeinflussen die Auszahlungsseite Ihres Cashflows und damit Ihr Liquiditätsmanagement erheblich. Nehmen Sie wenn möglich die umsatzsteuerliche Regelung der Ist-Versteuerung in Anspruch, um Zahlungen möglichst spät leisten zu müssen. Sprechen Sie darüber aber unbedingt mit Ihrem Steuerberater. 

  • Fremdwährungsrisiken auf Seiten der Verbindlichkeiten optimieren. Stellen Sie sich vor: Sie kaufen als Unternehmen Waren in US-Dollar ein. Doch während beim Zeitpunkt der Bestellung ein US-Dollar nur 0,85 Euro kostet, steigt der Dollarkurs zum Zeitpunkt der Zahlung auf 0,95 Euro. 

Ergebnis: Eine Bestellung im angenommen Wert von 100.000 Euro wird auf einmal über 11.000 Euro teurer! Unternehmen, die Waren in Fremdwährungen einkaufen, sollten sich deshalb frühzeitig mit Ihrer Bank in Verbindung setzen. Denn diese so genannten Fremdwährungsrisiken lassen sich mit professionellen Finanzwerkzeugen absichern.

Ein letzter Tipp: Reinvestieren Sie frei verfügbare Mittel!
Optimieren Sie Ihre Liquidität nicht nur wenn es eng wird, sondern nutzen Sie freie Geldmittel für gewinnbringende Investitionen. So steigern Sie die Kapitaleffizienz langfristig!

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