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Jörg

Instrumente für die kurz- mittel- und langfristige Liquiditätsplanung

Liquiditätsplanung-massnahmen

Liquiditätsplanung gehört zu den wichtigsten Aufgaben der Finanzplanung. Dabei unterscheiden sich die Herausforderungen und Lösungsansätze nicht nur nach Geschäftsmodell, Branche und Unternehmensgröße, sondern auch darin, ob Liquiditätsplanung kurz- mittel- oder langfristig erfolgt.

In diesem Artikel verschaffen wir Ihnen einen Überblick, welche Mittel der Liquiditätsplanung kurz-, mittel- und langfristig zur Verfügung stehen und wie groß die Bedeutung aktueller Daten als Basis für die Liquiditätsplanung ist.

Kurzfristige Liquiditätsplanung: Cash Pooling hilft, wenn’s eng wird
Mittelfristige Liquiditätsplanung: Offene Forderungen und Verbindlichkeiten prüfen
Langfristige Liquiditätsplanung: Cashflow-Optimierung als Teil Ihrer Finanzstrategie
Aktuelle Daten und die richtigen Instrumente:  So klappt professionelle Liquiditätsplanung

Kurzfristige Liquiditätsplanung: Cash Pooling hilft, wenn’s eng wird

Für die meisten kleinen und mittelständischen Betriebe spielt die kurzfristige Liquiditätsplanung im Horizont weniger Tage bisher nur eine untergeordnete Rolle. Doch für Firmen mit extrem schnellen Zahlungsströmen (z. B. der Online-Handel) sowie für Unternehmen mit Tochtergesellschaften im In- und Ausland lohnt es sich, praktisch jeden Tag die Liquiditätsplanung zu optimieren.

In diesem Zusammenhang ist das so genannte Cash Pooling wichtig. Das Prinzip dieser kurzfristigen Maßnahme zum Liquiditätserhalt ist einfach: Wenn der Kontostand eines Unternehmens unter Null zu rutschen droht, wird der Saldo durch den positiven Geldbestand einer zum Unternehmen gehörenden Tochterfirma vorübergehend ausgeglichen. Cash Pooling wird im Wesentlichen innerhalb von Unternehmen und Konzernen betrieben, die auf verteilten Konten Geldbestände haben, die sich untereinander ausgleichen lassen. So können Überziehungszinsen oder Kontokorrentkredite vermieden werden.

 

Grafik: Cash Pooling


Erläuterung zum Cash Pooling:
An Tag 2 treten bei Firma 1 Liquiditätsengpässe auf. Firma 2 (z. B. eine Tochterfirma) gleich durch den Übertrag von Liquidität das drohende Minus aus und bekommt an Tag 2 das Geld wieder zurückbezahlt.

 

Doch nicht nur Großkonzerne können von diesem Instrument der Liquiditätsplanung profitieren. Auch öffentliche Einrichtungen, Kommunen oder staatliche Versorgungsbetriebe können mit Cash Pooling intelligent kurzfristige Zahlungsschwierigkeiten vermeiden, indem freies Geld dort hinfließt, wo es gerade gebraucht wird.

Im Zeitalter der Schwarmintelligenz ist Cash Pooling grundsätzlich auch unter nicht verbundenen Firmen vorstellbar. Denkbar wären Vermittlungsplattformen, auf denen Unternehmen überschüssiges Geld parken und anderen Firmen zum kurzfristigen Ausgleich von Zahlungsengpässen zur Verfügung stellen könnten. Diese Art der Liquiditätsplanung wird für potenzielle Geldgeber umso attraktiver, je mehr Banken Strafzinsen auf Guthaben an Unternehmen weitergeben. Anstelle Zinsen für einen positiven Saldo zahlen zu müssen, könnte das Geld anderen Unternehmen helfen, Liquidität zu erhalten.

Mittelfristige Liquiditätsplanung: Offene Forderungen und Verbindlichkeiten prüfen

Mittelfristige Liquiditätsplanung betrachtet den Geldbestand der nächsten Wochen bis zu wenigen Monaten. Auf der Seite der Einzahlungen lohnt hier vor allem ein Blick auf die offenen Forderungen:

  • Welche Rechnungen sind aktuell offen? Hier verschafft eine Liste mit allen offenen Forderungen und den Zahlungszielen einen ersten Überblick.
  • Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit des Rechnungsausfalls? Ein Forderungsspiegel mit Altersstruktur kann helfen, Ausfallrisiken zu schätzen und die realistisch zu erwartenden Einzahlungen besser zu prognostizieren.
  • Welche Zahlungsziele und -modalitäten wurden mit aktuell den Kunden vereinbart? Durch das Gewähren von Skonto oder die Vereinbarung von Abschlags- und Teilzahlungen lassen sich Einzahlungen oft früher realisieren.

Wenn der Bestand an offenen Forderungen bedrohlich hoch wird, kann man Factoring als Instrument der Liquiditätsplanung nutzen. Das Prinzip: Factoring-Anbieter zahlen den offenen Rechnungsbetrag unter Abzug einer Gebühr schnell aus und machen die übertragene Forderung dann bei Ihren Kunden geltend. Inzwischen gibt es Anbieter wie rechnung.de, die neben der Vorfinanzierung von offenen Forderungen auch die komplette Rechnungserstellung  und -verwaltung integriert in einem Software as a Service Produkt anbieten.

Auf der Seite der Auszahlungen lassen sich Optimierungen in der Liquiditätsplanung durch Überprüfen aller offenen Rechnungen realisieren. Können Sie Lieferanten, Subunternehmer oder freie Mitarbeiter eventuell später bezahlen? Wer hier aktiv auf seine Gläubiger zugeht, kann sich hier oft entscheidende Vorteile verschaffen.

Langfristige Liquiditätsplanung: Cashflow-Optimierung als Teil Ihrer Finanzstrategie

Wer sein Unternehmen langfristig „High on Cash“ halten will, der sollte professionelle Liquiditätsplanung als integralen Bestandteil der Unternehmensstrategie verankern. Alle unternehmerischen Entscheidungen sollten unter dem Gesichtspunkt getroffen werden, der Firma möglichst dauerhaft einen hohen Geldbestand zu sichern, zum Beispiel indem der so genannte Cash Conversion Cycle beschleunigt wird.

Wie das geht?

Haben Sie schon einmal überlegt, wie lange es dauert, bis ein Euro, den Sie für Personal, Materialeinkauf oder sonstige Ausgaben ausgezahlt haben, wieder als Einzahlung zu Ihnen zurückkehrt? Die Kennzahl des Cash Conversion Cycles berechnet genau diesen Wert. Je kleiner er ist, umso besser ist Ihr Unternehmen in Punkto Liquiditätsplanung aufgestellt.

Um den Cash Conversion Cycle so kurz wie möglich zu halten, kann Ihre Liquiditätsplanung an drei Stellen ansetzen:

1. Zeitpunkt von Auszahlungen nach hinten verschieben

Wann bezahlen Sie Ihre Lieferanten oder Dienstleister? Können Sie hier von vornherein großzügigere Zahlungsziele vereinbaren? Große Unternehmen wie Amazon machen es vor: Die Online-Plattform bezahlt die Anbieter von Waren oft erst dann, nachdem die Endkunden ihre Bestellung bezahlt haben. Auf diese Art und Weise entsteht sogar ein negativer Cash Conversion Cycle, denn Amazon nimmt Geld ein, bevor die Lieferanten ihr Geld erhalten.

2. Lagerzeiten verkürzen – Lager verkleinern

Je größer und besser gefüllter Ihr Warenlager ist, umso mehr binden Sie totes Kapital. Nicht ohne Grund funktionieren die meisten Lieferketten heutzutage „just in time“. Die Ware wird möglichst kurzfristig bestellt, nur kurz oder am besten gar nicht eingelagert und direkt an den Kunden geliefert. Wer von vornherein in sein Geschäftsmodell diese optimierten Lagerzyklen einbaut, der tut seinem Cashflow jedenfalls einen großen Gefallen.

3. Einzahlungen früher und regelmäßiger realisieren

Wie bekommen Sie Ihre Kunden dazu, möglichst frühzeitig zu bezahlen? Das kommt ganz auf Ihr Geschäftsmodell an. Als Online-Händler können Sie durch Digitales Bezahlen direkt bei der Bestellung den Cashflow optimieren. Wenn Sie klassische Vertriebswege gehen, können Sie Ihre Kunden mit Skonto oder anderen Benefits dazu animieren, die Ware direkt bei Lieferung zu bezahlen – oder sogar bereits Vorkasse verlangen.

Wenn Ihr Unternehmen hingegen vom Projektgeschäft lebt, sollten Sie bereits bei der Annahme eines Auftrags Ihre Liquiditätsplanung optimieren mir Ihren Kunden An- und Teilzahlungen vereinbaren. Gerade bei Projekten mit langer Laufzeit kann nämlich der Zeitpunkt der Leistungserbringung erheblich vom Bezahldatum der Rechnung abweichen. Dieses Risiko minimieren Sie, wenn Sie durch An- und Teilzahlungen regelmäßiger Geld erhalten, als bei einer großen Schlussrechnung. Eine weitere Möglichkeit ist, anstelle von Projektaufträgen Pflegeverträge abzuschließen. Durch attraktive Konditionen können Sie so Kunden überzeugen, lieber monatlich einen festen Betrag für eine Dienstleistung zu bezahlen, als Einzelaufträge auszulösen. Die gute Nachricht für Ihre Liquiditätsplanung: Sie können über die gesamte Vertragslaufzeit mit sicheren Einzahlungen rechnen.

Langfristige Liquiditätsplanung mit Szenarien

Für eine tragfähige Liquiditätsplanung sind solide geplante Was-Wäre-Wenn-Szenarien wichtig. Dabei sollten Sie in beide Richtungen denken:

1.Wie reagieren Sie bei Liquiditätsengpässen?
2.Wie können Sie überschüssige Liquidität parken oder ins Unternehmen investieren?

Um sich bei der Liquiditätsplanung nachhaltige Handlungsspielräume in alle Richtungen zu erschließen, sollten Sie frühzeitig Kontakt zu Banken und potenziellen Geldgebern suchen, die im Falle einer plötzlichen Liquiditätslücke einspringen können. Auch die Konditionen für solche Überbrückungen handelt man bestenfalls bereits aus, wenn noch keine echte Notlage eingetreten ist.

Doch was für das negative Szenario gilt, sollte man auch für den Best Case planen. Die Frage für die Liquiditätsplanung lautet dann: Was tun, wenn sich langfristig Geld ansammelt, das nicht für den laufenden Geschäftsbetrieb benötigt wird? Hier sind Investitions- und Geldanlagestrategien gefragt. Dies wird umso wichtiger, als immer mehr Banken Strafzinsen für Guthaben auf Geschäftskonten berechnen.

Aktuelle Daten und die richtigen Instrumente:  So klappt professionelle Liquiditätsplanung

Egal, ob Sie Liquidität kurz, mittel- oder langfristig planen wollen: die Basis für jede gute Planung sind verlässliche und aktuelle Daten.

Die Probleme dabei:

  • Viele Unternehmen erhalten Ihre Betriebswirtschaftliche Auswertung noch in gedruckter Form
  • Buchhaltungsdaten und Kontobewegungen manuell abzugleichen, ist mühsam
  • Offene Forderungen und Verbindlichkeiten werden in vielen Unternehmen nur unzureichend überwacht.

Die Ursachen für diese Probleme sind unzureichende Instrumente für die Liquiditätsplanung – gerade im Mittelstand. Viele Unternehmer setzen im Bereich Liquiditätsplanung noch Excel ein. Excel-Tabellen mit den richtigen Daten zu befüllen ist aber zeitaufwändig und fehleranfällig. Auch die Qualität der aus Excel erstellten Prognosen ist leider unzureichend.

Eine Lösung, die auch im Mittelstand endlich professionelle Finanz- und Liquiditätsplanung erlaubt, ist Software zur Liquiditätsplanung wie flowpilot, die auf Knopfdruck Buchhaltungsdaten verarbeiten und den Cashflow als übersichtliche Grafik darstellen kann. Auch Funktionen wie eine Anbindung an Bankkonten, übersichtliche Dashboards und Listen mit offenen Forderungen und Verbindlichkeiten helfen, eine gute Liquiditätsplanung zu erstellen und unternehmerische Entscheidung auf eine fundierte Grundlage zu stellen.

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Praxis-Tipp für Startups und Gründer: Der Liquiditätsplan

Liquiditätsplan Startups und Gründer

Sie wollen ein Unternehmen gründen und eine eigene Geschäftsidee verwirklichen? Neben einer zündenden Geschäftsidee und einer Menge Gründergeist ist dafür auch eine ordentliche Portion Finanzwissen nötig!

Damit Sie Geldgeber und Partner von Ihrer Gründungsidee begeistern können, ist ein ein gut aufgebauter Businessplan mit einer soliden Finanzplanung das A & O. Die Finanzplanung wird im so genannten Finanzplan dokumentiert und enthält als  unverzichtbaren Baustein den Liquiditätsplan. Er beschreibt, wie Sie Ihr Unternehmen finanziell zahlungsfähig halten. Dies ist für Startups und Gründer besonders wichtig, da junge Unternehmen zu Beginn der Geschäftstätigkeit meist mehr Kosten als Einnahmen haben. Nur wenn gewährleistet ist, dass alle fälligen Zahlungen durch vorhandenes oder zufließende Geld geleistet werden können, ist der Liquiditätsplan solide. Und nur dann werden Geldgeber wie Banken und Investoren an Ihre Geschäftsidee glauben.

In diesem Artikel lesen Sie, worauf Sie beim Aufbau einer Liquiditätsplanung achten müssen und was alles dazu gehört, damit Sie als Gründer eine solide Finanzplanung aufstellen können.

Businessplan, Finanzplan, Liquiditätsplan – das ist der Unterschied

Wissenswertes über den Finanzplan

Der Liquiditätsplan: Die Zahlungsfähigkeit als wichtigster Parameter im Finanzplan

Liquiditätsplan: So legen Sie ihn an (Gratis-Download)

Businessplan, Finanzplan, Liquiditätsplan – das ist der Unterschied

Zunächst wollen wir die Begriffe Businessplan, Finanzplan und Liquiditätsplan voneinander abgrenzen.  Am besten stellt man sie sich wie die ineinander liegende Kreise vor.

Grafik: Liquiditätsplan als Teil des Finanzplans im Businessplan

Der Liquiditätsplan ist Teil des Finanzplans, der wiederum Teil des Businessplans ist. 


Der Businessplan: Die Beschreibung Ihrer Geschäftsidee

Ein Businessplan dient ganz allgemein dazu, Ihre Unternehmensidee in schriftlicher Form zum Leben zu erwecken. Hier beschreiben Sie, wie Sie Ihr Unternehmen und Ihre Geschäftsidee realisieren wollen. Dazu gehören Ausführungen über …

  • die Organisation des Unternehmens (Rechtsform, Management, Personalplanung),
  • die Unternehmensziele  (Gründervision, Strategische Ziele),
  • das Angebot (Produkte sowie Produktion)
  • die Zielgruppen und das Marketing

Mit einer überzeugenden Beschreibung der Geschäftsidee ist es aber längst nicht getan. Ein wichtiger Teil des Businessplans ist deshalb der Finanzplan.

Der Finanzplan: Hier planen Sie die Finanzen Ihrer Firma

Vor allem Banken und Investoren möchten sehen, dass eine Geschäftsidee finanziell realistisch und lukrativ ist. Deshalb ist der Finanzplan ein wichtiger Teil des Businessplans. Er beleuchtet die Finanzen des geplanten Unternehmens unter verschiedenen Gesichtspunkten und besteht wiederum aus vier Einzelplänen.

1. Kapitalbedarfsplan: Wie viel (Anfangs)kapital benötigt das Unternehmen, um mit der Geschäftstätigkeit zu beginnen?

2. Finanzierungsplan: Woher kommt das Geld für den Start des Unternehmens?

3. Rentabilitätsvorschau: Mit welcher Umsatz- und Kosten-Entwicklung rechnen Sie? Macht das Unternehmen von Anfang an Gewinn? Oder wann wird die Gewinnzone erreicht?

4. Liquiditätsplan: Wie entwickelt sich der Geldbestand des Unternehmens und wie kann sichergestellt werden, dass alle nötigen Ausgaben geleistet werden können.

Das gehört in den Kapitalbedarfsplan

Hier definieren Sie, wie hoch der Kapitalbedarf zum Startzeitpunkt der Gründung sein muss, um beispielsweise folgende Kosten zu decken:

  • Gründungskosten, z. B. für Gebühren für Anmeldungen, Eintragungen bei Behörden und Notaren
  • Investitionskosten: Hierunter fallen Ausgaben für Büro- oder Ladenausstattung, Investitionen in Hard- und Software sowie in Maschinen und sonstige Anschaffungen, die ins Anlagevermögen eingehen. Auch Ausgaben für den erstmaligen Material- und Wareneinkauf (z. B. wenn Sie einen Online-Shop betreiben) sollten hier aufgeführt werden werden.
  • Kosten in der Anlaufphase: Bereits bevor Ihr junges Unternehmen den ersten Euro Umsatz macht, fallen Kosten an. Das können Ausgaben für den privaten Lebensunterhalt oder Aufwände für Werbung und Marketing sein. Während später in der Rentabilitätsvorschau die Ausgaben und Einnahmen im laufenden Geschäftsbetrieb betrachtet werden, werden hier die Kosten vor der Aufnahme der Geschäftstätigkeit aufgelistet.

Die Kunst beim Kapitalbedarfsplan ist, realistisch zu planen. Manche Kosten lassen sich relativ exakt schätzen, andere eher nur ungefähr. Außerdem ist es wichtig, die Länge der Anlaufphase richtig einzuschätzen. Denn je nach Geschäftsmodell und individueller Situation kann die Anlaufphase wenige Wochen oder mehrere Monate betragen. Planen Sie hier zu wenig Zeit ein, dann erhöht sich der Zeitdruck, Umsatz zu generieren. Wird die Anlaufphase dagegen sehr lange angesetzt, dann steigen die Kosten in der Anlaufphase und potenzielle Geldgeber bewerten die Gründungsidee eventuell als zu aufwändig.

Das gehört in den Finanzierungsplan

Im Finanzierungsplan wird geplant, wie viel Geld aus welchen Quellen für die Gründung des Unternehmens bereitgestellt werden muss. Dabei gibt es ganz unterschiedliche Geldquellen.

  • Eigenkapital: Sie haben selbst Ersparnisse oder werden von Freunden und Verwandten finanziell unterstützt? Dieses Eigenkapital kann ein wichtiger Grundstein für die Unternehmensgründung sein.
  • Kredite und Finanzierungen: Hierunter fallen Bankkredite oder Finanzierungen von anderen Geldgebern. Dieses Kapital Geld muss in der Regel verzinst und nach einem festgelegten Zins- und Tilgungsplan zurückgezahlt werden.
  • Investoren: Gerade für Startups hat sich eine vielfältige Investoren-Landschaft entwickelt. Egal ob Crowd-Funding oder Venture Capital – es gibt unzählige Möglichkeiten, Geldgeber mit ins Boot zu holen. Selbstverständlich handeln Investoren aber nicht uneigennützig. Je nach Summe, Geschäftsmodell, Unternehmensform und Verhandlungsgeschick erhalten Investoren einen Anteil am Unternehmen. Damit tragen sie auch einen gewissen Teil des Geschäftsrisikos, können aber auch Unternehmensentscheidungen in Zukunft mitbestimmen.
  • Fördermittel: Egal ob Sie eine Craftbeer-Brauerei im Rheinland oder ein Software Startup in Berlin gründen, es gibt für fast jedes neues Unternehmen die Möglichkeit, Fördermittel zu erhalten. Es gibt Fördermittel-Programme auf kommunaler, Landes- und Bundesebene und von ganz unterschiedlichen Geldgebern wie der KfW, den Investitionsbanken oder von privatwirtschaftlichen Initiativen.

Der Finanzierungsplan ist von zentraler Bedeutung, wenn Sie Geld von Banken oder Investoren benötigen. Denn Geldgeber wollen genau wissen, ob Ihre Geldquellen solide sind und ob das Kapital wirklich ausreicht, um den Kapitalbedarf zu decken. Andererseits dient der Finanzierungsplan auch als Gesprächs- und Verhandlungsgrundlage mit Banken und Investoren. Wenn Ihre Geschäftsidee attraktiv und der Kapitalbedarfsplan realistisch sind, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Sie den erhofften Kredit oder die Zusage von Investoren auch tatsächlich bekommen.

Rentabilitätsvorschau

Der nächste wichtige Baustein Ihres Finanzplans ist die Rentabilitätsvorschau. Sie ist ein Blick in die finanzielle Zukunft der Geschäftstätigkeit des jungen Unternehmens und sagt voraus, wie sich das Verhältnis von Kosten und Umsatz mit der Zeit entwickeln kann. Deshalb besteht die Rentabilitätsvorschau aus den beiden Komponenten

  • Umsatzplan – mit welchen laufenden Einnahmen ist zu rechnen
  • Kostenplan – welche laufenden Kosten fallen im Geschäftsbetrieb an

Umsatzplan

Im Umsatzplan legen Sie dar, wie sich der Umsatz Ihrer Firma entwickelt. Wie hoch wird der Absatz Ihrer Produkte sein? Und wie wird sich der Umsatz entwickeln? Hier sollten Sie einerseits von anfänglich realistischen Zahlen ausgehen aber natürlich auch einplanen, dass der Umsatz im Laufe der Zeit steigt. Dies kann man beispielsweise durch eine  prozentuale Steigerung je Planungsmonat simulieren.

Kostenplan

In den Kostenplan kommen alle laufenden Kosten, die in einem Unternehmen anfallen. Dazu gehören z. B. die Laden- oder Büromiete, Personalkosten oder die Kosten für den Materialeinkauf. Hierbei gilt es zu beachten, dass manche Kosten im Laufe der Zeit konstant bleiben, andere aber mit steigendem Umsatz auch steigen werden.

Die Rentabilität

So wie ein Unternehmen im laufenden Betrieb in der Betriebswirtschaftlichen Auswertung regelmäßig sieht, wie sich Umsatz, Kosten und damit Gewinn bzw. Verlust entwickeln, so stellt die Rentabilitätsvorschau eine Prognose über genau jene Kennzahlen dar.

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Rentabilität = Umsatz – Kosten

Ist die Rentabilität positiv, so macht das Unternehmen aus seiner laufenden Geschäftstätigkeit heraus Gewinn. Dies wird bei Startups und Gründern am Anfang oft nicht der Fall sein. Realistisch ist vielmehr, dass das Unternehmen erst im Laufe der Zeit seinen Umsatz so steigern kann, dass alle laufenden Kosten gedeckt und Gewinn erwirtschaftet werden kann. Wie lange es dauert, bis dieser „Break-Even“ erreicht wird, hängt vom Geschäftsmodell und den individuellen Geschäftserwartungen ab.

Wichtig ist, dass bis zum Erreichen der Gewinnzone genug finanzielle Reserven vorhanden sind. Denn zu den Kosten der Anlaufphase addieren sich die Verluste aus dem laufenden Betrieb. Dieser finanzielle Puffer muss vom Finanzierungsplan abgedeckt werden.

Der Liquiditätsplan: Die Zahlungsfähigkeit als wichtigster Parameter im Finanzplan

So erstrebenswert es ist, ein Unternehmen schnell in die Gewinnzone zu führen, noch wichtiger als Rentabilität ist der Erhalt der Zahlungsfähigkeit. Denn gerade innovative und neu gegründete Firmen haben am Anfang hohe Kosten und nur geringe Einnahmen. Solange die Liquidität gewährleistet bleibt, ist dies auch kein Problem. Doch wenn plötzlich nicht mehr genug Geld zur Verfügung steht, um anstehende Rechnungen, Löhne oder andere nötige Auszahlungen zu leisten, dann droht direkt und unverzüglich die Insolvenz und damit das Aus für Ihr Unternehmen.

Warum ein guter Cashflow für ein Unternehmen noch wichtiger ist als Gewinn können Sie in diesem Blog-Artikel nachlesen.

Was kommt in den Liquiditätsplan?

Der Liquiditätsplan erfasst alle Auszahlungen, die Ihr Unternehmen leisten muss und alle Einzahlungen, die Sie erwarten können. Hier geht es also um den tatsächlichen Zu- und Abfluss von Geld. Im Ergebnis planen Sie hier Ihren Cashflow, also die Entwicklung des tatsächlichen Geldbestands.

Im Gegensatz zur Rentabilitätsplanung spielen hier auch Einzahlungen wie Steuererstattungen, Zuflüsse durch Kredite oder Auszahlungen durch private Einlagen eine Rolle, während solche Positionen für die Berechnung der Rentabilität keine Rolle spielen.

Diese Einzahlungen fließen in den Liquiditätsplan ein

  • Umsatz
  • Andere Erträge (z. B. aus Verkauf von Maschinen oder Investitionsgütern)
  • Einzahlungen aus Finanzierungen
  • Private Geldeinlagen
  • Steuererstattungen
  • Fördermittel

Bei den meisten Unternehmen spielen die Einzahlungen aus Umsätzen natürlich die größte Rolle. Aber auch andere Einzahlungen (z. B durch den Verkauf von Maschinen und Investitionsgütern) oder durch Kredite und Finanzierungen sind wichtig. Für Startups und Gründer sind Sie in der ersten Zeit sogar meist überlebenswichtig.

Welche Auszahlungen fließen in den Liquiditätsplan ein?

  • Personalkosten
  • Material- und Wareneinkauf
  • Miete und Sachkosten
  • Kauf von Maschinen und Investitionen
  • Zins- und Tilgung von Krediten
  • Steuerzahlungen
  • Gewinnausschüttungen und Entnahmen

Auszahlungen im Sinne des Liquiditätsplans sind alle Geldflüsse, die den Geldbestand mindern. Dabei ist es vollkommen egal, ob das Geld für laufende Kosten, Investitionen, Steuerzahlungen oder die Rückzahlung eines Kredits verwendet wird.

Welche Aussagekraft hat der Liquiditätsplan?

Der Liquiditätsplan plant den Geldbestand eines Unternehmens.

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Geldbestand = Anfangsgeldbestand + Einzahlungen – Auszahlungen

Der Liquiditätsplan wird für einen bestimmten Planungszeitraum erstellt und meist nach Monaten gegliedert. Im Ergebnis werden Sie feststellen, dass der geplante Geldbestand über den Planungszeitraum hinweg schwankt. Dieses Auf und Ab im Geldbestand nennt man Cashflow oder Liquiditätsentwicklung. Solange sich der Geldbestand „über Null“ bewegt, ist alles gut. Doch sobald der Geldbestand „unter Null“ fällt, ist die Überlebensfähigkeit des Unternehmens unmittelbar in Frage gestellt. Sollte in Ihrem Liquiditätsplan zu einem bestimmten Zeitpunkt die Zahlungsunfähigkeit drohen, müssen Sie rechtzeitig Maßnahmen planen, um dies zu verhindern. Das kann zum Beispiel durch die Aufnahme eines weiteren Kredits, dem Nachschießen von privatem Geld oder durch Sparmaßnahmen auf der Auszahlungsseite erfolgen.

Wie weit du im deinem Liquiditätsplan in die Zukunft blickst, ist eine individuelle Entscheidung. Als Teil des Finanzplans können dies ein bis drei Jahre sein.

Wie lege ich einen Liquiditätsplan an?

Ein herkömmlicher Liquiditätsplan wird in Tabellenform angelegt – am häufigsten in Excel

Icon DownloadHier findest du ein Beispiel bzw. eine Vorlage für einen Liquiditätsplan mit Erläuterungen in Excel zum kostenlosen Download

In der Vorlage sind die wichtigsten Rubriken des Liquiditätsplans aufgelistet und bereits mit Beispiel-Daten befüllt.

Besser als Excel: Mit flowpilot professionelles Liquiditätsmanagement starten

Für einen ersten Überblick in der Liquiditätsplanung ist Excel nicht schlecht. Doch Excel besitzt einige gravierende Nachteile. In Excel-Tabellen schleichen sich schnell Fehler ein und die Möglichkeiten einzelne Cashflow relevante Kennzahlen in die Zukunft zu planen sind sehr begrenzt. Die größten Nachteile werden sichtbar, wenn ein junges Unternehmen nach dem Start der Geschäftstätigkeiten echte Daten aus der Buchhaltung mit der Planung vergleichen möchte. Dieser Soll/Ist-Abgleich und der monatlich rollierende Update der Planung ist in Excel mühsam, zeitaufwändig und fehleranfällig. Deshalb empfiehlt es sich, frühzeitig nach Alternativen zu Excel zu suchen. Professionelle Software wie flowpilot bietet von Anfang an zahlreiche Funktionen, die eine professionelle und einfache Planung der Zahlungsfähigkeit ermöglichen.

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Kennen Sie den Unterschied zwischen Liquidität und Profit?

Liquidität-vs-Gewinn

Wenn man Unternehmerinnen oder Unternehmer fragt, was der zuverlässigste Indikator für den Erfolg eines Unternehmens ist, dann werden wohl die allermeisten sagen: der Gewinn bzw. der Profit. Und tatsächlich ist es unstrittig, dass  jedes Unternehmen Gewinn erwirtschaften will. Ebenso unstrittig ist aber auch, dass ein Unternehmen immer zahlungsfähig – also liquide –  sein muss, um überleben zu können. Betrachtet man beide Begriffe etwas genauer, so ergeben sich interessante Aspekte, die für die Bewertung der finanziellen Gesundheit eines Unternehmens sehr wichtig sind.

Das lesen Sie in diesem Artikel:

Liquidität vs. Gewinn: So werden sie berechnet
Was das „Cashflow Statement“ vom „Income Statement“ unterscheidet
Warum Liquidität so wichtig ist und wie man den Cashflow plant

So werden Profit und Liquidität berechnet

Die Gewinnermittlung

Die Profitabilität eines Unternehmens wird in der Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) ermittelt. Dabei werden ganz einfach ausgedrückt die Kosten eines Unternehmens vom erzielten Umsatz abgezogen. Ist das Ergebnis positiv, macht das Unternehmen Gewinn. Übersteigen die Kosten jedoch den Umsatz, dann ergibt sich ein negativer Saldo und die Firma macht Verlust.

Grafik: Die vereinfachte Gewinnermittlung in der GuV – auch „Income Statement“ genannt

Berechnung des Income Statement

Um das Verhältnis zwischen Umsatz und Kosten noch etwas näher zu beleuchten, lohnt es sich zu betrachten, wie sie zu Stande kommen. Der Umsatz lässt sich demnach berechnen, in dem man die Menge der verkauften Ware oder Dienstleistungen mit dem Preis multipliziert.

Beispiel: Wenn ein Porzellanhersteller 50.000 Tassen zu je 5 Euro verkauft, belaufen sich die Einnahmen auf 250.000 Euro. Bei den Kosten lohnt es sich, verschiedene Kostenarten zu unterscheiden. So gibt es für den Porzellanhersteller Kosten, die mit der Menge der verkauften Tassen gleichermaßen mitwachsen, während andere Kosten konstant bleiben. So muss der Porzellanhersteller für jede Tasse eine bestimmte Menge Porzellan-Rohware einkaufen. Die Kosten für die Rohware steigen natürlich, je mehr Tassen verkauft werden.  Neben diesen variablen Kosten gibt es aber auch feste Kosten, die gleich bleiben, zum Beispiel die Miete für die Fabrikationshalle.

Am Ende der Berechnung des Profits steht dann immer die Formel: Gewinn = Umsatz – Kosten. 

Die meisten Unternehmerinnen und Unternehmer erhalten monatlich von Ihrem Steuerberater oder aus der Buchhaltung die so genannte Betriebswirtschaftliche Auswertung (BWA). Sie beinhaltet eine Auflistung der Umsätze und Kosten und vermittelt so einen guten Eindruck, wie sich die Profitabilität entwickelt. Meist werden auch die Vergleichswerte des Vorjahreszeitraums aufgeführt, so dass sich Trends gut erkennen lassen.

Berechnung der Liquidität bzw. des Cashflows

Die Liquidität eines Unternehmens sagt aus, wie viel frei verfügbares Geld vorhanden ist. Anders als in der Gewinn- und Verlustrechnung werden hier nicht Umsatz und Kosten verrechnet, sondern Einzahlungen mit Auszahlungen. Für die Liquiditätsermittlung wird der Anfangsgeldbestand mit den eingehenden Einzahlungen addiert und die Auszahlung davon subtrahiert. Der so genannte Cashflow hingegen stellt nur die Veränderung des Geldbestands durch die Geldzu- und abflüsse dar.

Grafik: Die Berechnung der Liquidität im Cashflow Statement

Berechnung des Cashflow Statement
Der Cashflow steigt also, wenn Einzahlungen erfolgen. Dabei ist es egal, wie diese Einzahlungen zu Stande kommen. Nehmen wir an, der Porzellanhersteller verkauft wie oben erwähnt 50.000 Tassen zu 5 Euro, bekommt aber gleichzeitig auch eine Umsatzsteuererstattung in Höhe von 25.000 Euro und einen neuen Unternehmerkredit in Höhe von 125.000 Euro ausgezahlt. Die Summe all dieser Einzahlungen erhöhen den Cashflow dann um 400.000 Euro.

Im Gegenzug sinkt der Cashflow, wenn Auszahlungen erfolgen. Auch hier spielt es keine Rolle, um welche Art von Auszahlungen es sich handelt. Wenn zum Beispiel der Porzellanhersteller neben laufenden Auszahlungen für Personal und Sachkosten in Höhe von 350.000 Euro auch noch für 100.000 Euro für neue Rohware bezahlt, dann belaufen sich die Auszahlungen auf 450.000 Euro.

Die einfache Berechnung des Cashflows lautet dann: 400.000 Euro Einzahlungen – 450.000 Euro Auszahlungen = – 50.000 Euro Cashflow

Das Beispiel zeigt: Liquidität hat nichts mit Profit zu tun, da beide Größen unterschiedlich berechnet werden. Und genau hier lauern große Risiken: Denn wer sich nur auf die Aussagen über den Unternehmensprofit verlässt und die Analyse und Planung der Liquidität vernachlässigt, der ist im Zweifel auf plötzliche Schwankungen im Cashflow nicht vorbereitet! 

Was unterscheidet das „Cashflow Statement“ vom „Income Statement“?

Wir wissen bereits, dass Profit und Liquidität auf Grundlage unterschiedlicher Berechnungen zu Stande kommen. Während der Profit ein Ergebnis der Gewinn- und Verlustrechnung ist, in der Umsatz und Kosten verrechnet werden, betrachtet Liquidität den tatsächlichen Zu- und Abfluss von Geld in Form von Ein- und Auszahlungen. Natürlich ergeben sich Überschneidungen, denn viele Einzahlungen sind gleichzeitig Umsätze und viele Auszahlungen ergeben sich durch Kosten. Genau das macht es ja am Ende so kompliziert, die Betrachtung des Cashflows (in einem „Cashflow Statement“) von der Betrachtung der Profitabilität (in einem „Income Statement“) zu differenzieren.

Folgende Grafik hilft, den Unterschied schneller zu verstehen.

Cashflow Statement im Vergleich zum Income StatementErläuterungen zur Grafik:

Das Cashflow Statement berücksichtigt im Mittelpunkt dieselben Zahlen wie die GuV (auch Income Statement genannt). Denn viele Einzahlungen sind gleichzeitig Umsätze und die meisten Auszahlungen sind Kosten. Doch darüber hinaus und in Abgrenzung zum Income Statement bildet das Cashflow Statement folgende weitere Dimensionen ab.

1. Zeitversatz

Während im Income Statement Umsatz und Kosten meistens mit dem Rechnungsdatum wirksam werden, spielt im Cashflow Statement nur das Datum der tatsächlichen Aus- oder Einzahlung eine Rolle. Das klingt oberflächlich betrachtet banal, hat aber im Zweifelsfall große Auswirkungen. Nehmen wir an, der Porzellanhersteller liefert Tassen im Wert von 120.000 Euro an einen Versandhändler und stellt den Betrag auch sofort in Rechnung. Die Summe wird dann bereits im laufenden Monat im Income Statement sichtbar und als Umsatz gebucht. Aber wann erfolgt die dazugehörige Einzahlung? Das kann im Zweifelsfall mehrere Wochen, ja Monate dauern. Je nachdem, welche Zahlungsbedingungen vereinbart wurden oder welches Zahlungsverhalten der Versandhändler an den Tag legt – das Datum der Einzahlung weicht oft erheblich vom Rechnungsdatum ab. Dieser Zeitverzug kann schwerwiegende Folgen haben. Denn laut Gewinn- und Verlustrechnung erfolgte eine Einnahme, die auf dem Konto des Unternehmens noch gar nicht als Zahlung verbucht werden konnte. Um diesem Umstand Rechnung zu tragen legen viele Unternehmen Listen mit den noch offenen Forderungen an. Ein Forderungsspiegel mit Altersstruktur  stellt alle offenen Forderungen dar und kategorisiert sie nach Fälligkeitsalter. Da ältere Forderungen erfahrungsgemäß eine höheres Ausfallrisiko haben als jüngere, kann man nun die Wahrscheinlichkeit des Ausfallsrisikos in Prozent angeben und so eine gute Schätzung anlegen, wie viel der bereits gebuchten Umsätze tatsächlich als Einzahlungen zu verzeichnen sein wird, und wie viel Geld am Ende wohl abgeschrieben werden muss.

2. Financing Cashflow

Das Cashflow Statement zeichnet alle echten Zahlungsströme auf. Dazu gehören auch Zahlungen von Geldgebern wie Banken, Investoren oder Privateinlagen durch die Unternehmer selbst. Zahlungsströme aus dem Financing Cashflow sind also beispielsweise Einzahlungen, die den Cashflow erhöhen, aber keine Einnahmen im Sinne der GuV sind. Denn es handelt sich nicht um Einnahmen, die das Unternehmen mit seiner Geschäftstätigkeit erzielt hat. Dennoch ist der Financing Cashflow für viele Firmen von unschätzbarer Bedeutung. Ohne das Geld von Banken und Investoren könnten kaum neue, innovative Produkte und Dienstleistungen entwickelt werden. Viele Startups beispielsweise bestehen anfänglich nur aus einer guten Geschäftsidee, deren Umsetzung aber viel Investment erfordert. Wer als Unternehmen seinen Financing Cashflow deshalb von Anfang pflegt und durch Investitionen flüssige Mittel für wichtige Investitionen zur Verfügung hat, der sichert auf Dauer die Konkurrenzfähigkeit und die Ertragslage des Unternehmens. Der Financing Cashflow besteht aber nicht nur aus Einzahlungen. Auszahlungen zur Tilgung eines Kredits oder Kapitalentnahmen zählen ebenso zum Financing Cashflow, mindern jedoch die Liquidität.

3. Investing Cashflow

Im Investing Cashflow werden Zahlungen erfasst, um neue Investitionsgüter wie zum Beispiel Maschinen anzuschaffen oder sie wieder zu verkaufen. Obwohl die Auszahlungen für diese Investitionen oft erheblich sind, tauchen sie im Income Statement nicht oder nur teilweise auf. Denn viele Investitionen können nicht sofort als Kosten geltend gemacht werden. Der Betrag wird vielmehr auf mehrere Jahre „abgeschrieben“. Nehmen wir an, der Porzellanhersteller kauft einen neuen Brennofen für 25.000 Euro, der als Investitionsgut über vier Jahre abgeschrieben werden kann. Dies hat zur Folge, dass im Income Statement jährlich 6.250 Euro Kosten für die Anschaffung auftauchen, obwohl beim Kauf sofort 25.000 Euro an Auszahlungen geleistet wurden.

4. Umsatzsteuer

Umsatzsteuer müssen Unternehmen regelmäßig abführen, und das nicht nur für die bereits getätigte Geschäftstätigkeit, sondern auch in Form von Vorauszahlungen für die zu erwartende Umsatzsteuer. So ergeben sich Auszahlungen und manchmal auch Einzahlungen (durch Umsatzsteuererstattungen), deren Höhe erheblich sein kann, im Income Statement aber nur als durchlaufender Posten behandelt werden.

Warum Liquidität wichtiger ist als Gewinn und wie man den Cashflow planen kann

Was ist für den Unternehmenserfolg eigentlich wichtiger? Gewinn oder Liquidität? Die Antwort wird viele überraschen: Liquidität ist am Ende wichtiger als Profit! Denn wenn ein Unternehmen nicht mehr liquide ist, ist es zahlungsunfähig und muss umgehend Insolvenz beantragen. Macht hingegen ein Unternehmen hingegen keinen Gewinn, hat aber genug Cashflow, um laufende Auszahlungen zu leisten, so ist dies für das Unternehmen oft nicht lebensbedrohlich. Unternehmen wie Tesla, Uber oder viele Startups machen es vor: Es gibt eine ganze Reihe von bekannten und hoch bewerteten Unternehmen, die über lange Perioden keinen Gewinn machen. Sie werden aber durch den reichlichen Zufluss im Financing Cash Flow „am Leben gehalten“. So steht genug Liquidität zur Verfügung, um innovative Produkte, Services und Geschäftsmodelle zu entwickeln, die als zukunftsträchtig bewertet werden. Der Cashflow von heute nimmt quasi die Gewinne von morgen vorweg und solange im Cashflow die Ein- die Auszahlungen überwiegen, stellt dies für die finanzielle Gesundheit kein Problem dar.

Liquiditätsplanung als Grundlage für unternehmerische Entscheidungen

Unternehmen, die nicht nur wissen, wie sich ihr Cashflow in der Vergangenheit entwickelt hat, sondern die über eine zuverlässige Prognose über die zukünftige Entwicklung der Zahlungsfähigkeit verfügen, können eine Vielzahl von Entscheidungen besser treffen.

Kommen wir dazu zum Beispiel des Porzellanhersteller zurück: Auf Basis der Liquiditätsplanung weiß die Geschäftsleitung, das in etwa sechs Monaten ein Puffer an 50.000 Euro für Investitionen zur Verfügung steht. Aus der Logistik-Abteilung kommt nun die Anforderung, innerhalb der nächsten Monate drei neue Lieferfahrzeuge im Wert insgesamt 60.000 Euro anzuschaffen. Die Geschäftsleitung hat auf Basis der Liquiditätsplanung nun mehrere Handlungsoptionen, um den Cashflow und das Investitionsverhalten zu gestalten. So könnte die Geschäftsführung frühzeitig mit Banken über einen Finanzierungsrahmen sprechen, um die fehlenden 10.000 Euro im Cashflow zu beschaffen. Weitere Optionen wären, die neuen Fahrzeuge über einen Leasingvertrag anzuschaffen oder statt der drei Fahrzeuge erst einmal nur zwei neue Lieferfahrzeuge anzuschaffen. Schließlich könnte die Anschaffung der Fahrzeuge auch auf einen Zeitpunkt verschoben werden, an dem noch mehr Liquidität zur Verfügung steht.

Fazit: Je früher der Cashflow verlässlich geplant werden kann, umso mehr Handlungsoptionen hat ein Unternehmen, um Liquidität zu planen und zu managen. Und das wiederum senkt das Risiko, unerwartet zahlungsunfähig zu werden.

Wie stellt man eine verlässliche Liquiditätsplanung auf?

Obwohl der Nutzen einer guten Liquiditätsplanung auf der Hand liegt, wird das Thema in vielen Unternehmen vernachlässigt. Denn das Bewusstsein, dass Cashflow etwas vollkommen anderes ist, als die Gewinn- und Verlust-Übersicht der BWA, ist oft noch nicht weit verbreitet. Hinzu kommt: Den Cashflow verlässlich zu planen ist nicht einfach. Ein weit verbreitetes Instrument für die Liquiditätsplanung ist Excel. Dazu werden in den Excel-Tabellen alle Ein- und Auszahlungen der Vergangenheit aufgelistet und dann die einzelnen Werte aufgrund von Annahmen in die Zukunft fortgeschrieben. Doch das ist zeitintensiv, denn die Ist-Zahlen müssen mühsam aus der Bestandsbuchhaltung übertragen werden. Kleine Fehler in Excel setzten sich außerdem schnell fort und machen die ganze Planung unbrauchbar. Und während in großen Konzernen aufwändige Software-Lösungen und spezialisierte Controller zum Einsatz kommen, fehlen im Mittelstand oft die Mittel dafür (wie zum Bespiel auch das Handelsblatt berichtet).

Eine Lösung für einfaches und professionelles Liquiditätsplanung ist flowpilot. flowpilot arbeitet mit den Daten der bestehenden Buchhaltung, so wie auch vom Steuerberater verwendet werden, um die BWA zu erstellen. Die flowpilot Software analysiert diese Daten und stellt die zahlungswirksamen Buchungen in einem anschaulichen Cashflow-Diagramm dar. So sieht man auf einen Blick, wie sich die Zahlungsfähigkeit bisher entwickelt hat. Mit intuitiven Planungstools kann jetzt begonnen werden, Ein- und Auszahlungen in die Zukunft zu planen. Das Ergebnis: Fundierte Szenarien für den Cashflow und eine professionelle Liquiditätsplanung!

Mittelstand braucht modernes Liquiditätsmanagement

Finanzplanung Mittelstand

Handelsblatt: Moderne Software wie flowpilot kommt noch zu wenig zum Einsatz

In einem ausführlichen Artikel beschäftigte sich das Handelsblatt im September 2019 mit dem mangelndem Liquiditätsmanagement im Deutschen Mittelstand. Zitiert wird u. a. die Studie „Industrieller Mittelstand und Finanzierung 4.0“. Demnach arbeiten die meisten kleinen und mittleren Unternehmen in Sachen Finanz- und Liquiditätsplanung noch mit den selben Werkzeugen wie vor 40 Jahren. Die Gründe dafür sind vielfältig. 35% der befragten Mittelständler glauben, ihre Buchhaltungssoftware sei immer noch auf dem neuesten Stand, obwohl diese oft schon jahrzehntelang im Einsatz ist. Außerdem scheuen viele Firmenchefs die Kosten und Aufwände, die mit der Implementierung neuer Werkzeuge verbunden ist. So ist es nicht verwunderlich, dass gegenwärtig nur jeder vierte befragte Unternehmer ein digitales Tool für das Liquiditätsmanagement nutzt.

Schlechtes Liquiditätsmanagement erhöht das Insolvenzrisiko

Viele Mittelständler sind sich des Risikos einer veralteten Liquiditätsplanung offenbar nicht bewusst. Denn wer wichtige Innovationen zu spät anschiebt, gerät gegenüber innovationsfreudigeren Wettbewerbern schnell ins Hintertreffen. Gerade in wirtschaftlich volatilen Zeiten ist ein fundierter Blick in die finanzielle Zukunft eines Unternehmens wichtig, um die Zahlungsfähigkeit zu sichern. Und genau hier setzen moderne Lösungen für das Liquiditätsmanagement an. 

Mittelstand weiß zu wenig über smarte Software Lösungen für das Liquiditätsmanagement

Ein Grund, warum viele Entscheider immer noch an der Pen-and-Paper Finanzplanung festhalten, liegt an zu wenig Know-how über verfügbare Alternativen. Software-Tools für professionelles Liquiditätsmanagement sind außerdem vielfach einfacher zu bedienen und kostengünstiger, als viele Unternehmer vermuten. Denn smarte Tools wie flowpilot nutzen die Echtdaten aus der Buchhaltung, analysieren den Cashflow detailliert und stellen intuitive Werkzeuge zur Verfügung, um die Entwicklung der Liquidität vorherzusagen. Dabei hilft auch Künstliche Intelligenz. Die KI-Features berechnen Szenarien, die individuell auf die Branche und die Situation des Unternehmens zugeschnitten sind. Da hier auch „Big Data“ (also Informationen aus vergleichbaren Unternehmen) mit einfließen, werden die Vorhersagen für den Cashflow mit der Zeit immer präziser. Ein weiterer Vorteil: Liquiditätsmanagement-Software wie flowpilot wird als Software as a Service angeboten. Damit entfallen nicht nur die Aufwände für Installation und Wartung. Durch flexible Preis-Modelle kann jeder Unternehmer auch das Preis-Leistungsverhältnis jederzeit an die Firmenbedürfnisse anpassen.

Germania: Das lernen Sie für Ihre Liquiditätsplanung

view over airport

Das Jahr 2019 begann für den europäischen Luftverkehr mit schlechten Nachrichten und neben Germania musste kürzlich nun die britische Gesellschaft Flybmi Insolvenz anmelden. Auch wenn sich die Hintergründe in beiden Fälle unterscheiden, eins haben Insolvenzen immer gemeinsam: Die Zahlungsunfähigkeit. Was sich viele aber zurecht fragen: Geht einem insolventen Unternehmen eigentlich über Nacht das Geld aus? Oder gibt es schon früher Anzeichen, die auf die drohende Pleite hinweisen?

In diesem Artikel wollen wir kurz über die Gründe der Germania-Insolvenz sprechen und zeigen, welche Dinge jedes Unternehmen daraus für die eigene Liquiditätsplanung lernen kann.

Die Gründe für die Germania-Insolvenz

Das schwache finanzielle Grundgerüst
Germania befand sich wirtschaftlich schon seit einigen Jahren in schwierigem Fahrwasser. Seit 2012 wiesen die Bilanzen hohe Verluste aus. Die Verbindlichkeiten stiegen. Beide Faktoren sind ein Indikator dafür, dass es bald zu Zahlungsschwierigkeiten kommen kann, wenn kein frisches Geld mehr nachfließt.

Fehler auf der Kosten- und Auszahlungsseite
Germania musste im Jahr 2018 deutlich mehr Auszahlungen leisten als geplant. Das lag am gestiegenen Kerosinpreis und dem gleichzeitig steigenden Dollarkurs. Offenbar gelang es Germania nicht, sich gegen Wechselkursrisiken abzusichern. Außerdem stiegen die Kosten für die Flugzeuge, weil Germania günstige eigene Flugzeuge gegen Leihmaschinen getauscht hatte. Für diese waren laufend hohe Mietzahlungen fällig.

Pech auf der Einzahlungsseite
Wenn zu wenig Geld aufs Konto kommt, wird’s eng. Diese einfache Tatsache traf Germania im Jahr 2018 mit voller Wucht. Denn durch den heißen Sommer bei uns flogen weniger Spontan-Urlauber als sonst in die Mittelmeerregion. Außerdem haben sich die Buchungszahlen nach der Air Berlin – Pleite nicht so positiv entwickelt, wie zunächst vermutet. Die Konkurrenz der anderen Billig-Flieger war einfach zu groß.

… und was wir daraus lernen können

Beachten Sie Risiken im eigenen Business-Modell!
Jedes Geschäftsmodell birgt spezifische Risiken. In der Tourismus-Branche sind es in der Regel saisonale Schwankungen, wie das Wetter oder die Urlaubsplanung der Kunden. So ist für die Liquidität von Fluggesellschaften traditionell der Spätsommer eine schwierige Zeit. Zwar sprudeln in der Hochsaison noch die Umsätze. Doch das Betriebskapital schwindet. „Es kommt deutlich weniger Geld durch neue Buchungen rein als wir im Betrieb ausgeben“, beschreibt ein Insider diese Mechanik, die sich negativ auf den Cashflow auswirkt. Auch in anderen Branchen wie E-Commerce, Agenturen und Berater oder Start-Ups lauern individuelle Risiken, die man als Unternehmen besser kennen sollte.

Managen Sie Ihre Kosten und Auszahlungen aktiv!
Wer Fremdwährungsrisiken eingehen muss oder auf Rohstoffe angewiesen ist, deren Preise stark schwanken können, sollte immer darauf vorbereitet sein, dass es spontan zu erhöhten Auszahlungen kommt. Ein aktives Monitoring und eine gute Szenarienplanung helfen, die Ausszahlungsseite aktiv zu managen

Optimieren Sie die Einzahlungsseite!
Aus Sicht der Liquiditätsplanung können wir natürlich nicht direkt die Einzahlungen erhöhen. Aber es gibt Möglichkeiten, die Einzahlungsseite zu verbessern, zum Beispiel, indem man Zahlungsziele für Kunden verkürzt, mit Skonti den Geldzufluss beschleunigt oder bestimmte Leistungen nur gegen Vorkasse erbringt. Alle diese Maßnahmen verkürzen auch den so genannten Cash Conversion Cycle (CCC). Diese Messgröße ist für die Liquiditätsplanung sehr hilfreich, denn sie zeigt an, wie lange es für ein Unternehmen dauert, aus einer Auszahlung wieder eine Einzahlung zu machen.

Nutzen Sie Werkzeuge für die Liquiditätsplanung!
Um Zahlungsschwierigkeiten zu vermeiden, sollten Sie Ihren Cashflow immer im Griff behalten und großen Wert auf eine aktive Liquiditätsplanung legen. Mit Excel-Tabellen ist das mühsam und fehlerhaft. Software-Tools wie flowpilot hingegen ermöglichen die Analyse des Cashflows mit wenigen Klicks. Außerdem können Sie mit flowpilot bis zu 12 Monate im Voraus planen, wie sich Ihre Zahlungsfähigkeit entwickeln wird. So erkennen Sie Risiken frühzeitig!

Führen Sie eine integrierte Finanzplanung ein!
Mehr noch als der reine Blick auf die Liquidität hilft Ihnen die so genannte Integrierte Finanzplanung dabei, Ihr Unternehmen finanziell gesund zu halten. Denn neben dem reinen Cashflow berücksichtigt die Integrierte Finanzplanung auch Zahlen aus der Gewinn- und Verlustrechnung sowie aus der Bilanz. So lassen sich nicht nur ganzheitlichere Aussagen (z. B. über die Gewinnerwartung) treffen, sondern auch viel frühzeitiger Risiken (die sich z.B. aus der Bilanz ergeben) ausschalten. flowpilot ist übrigens auch hier das Software-Tool erster Wahl!

Germania: Schlechte Liquiditätsplanung sorgt für Probleme

plane on an airport

Germania: Ein gutes Beispiel für schlechte Liquiditätsplanung

Die wirtschaftlichen Probleme beim Ferienflieger Germania sind ein trauriges Beispiel für mangelnde Liquiditätsplanung. Denn die Airline gibt Wechselkursschwankungen, steigende Kerosinpreise und unerwartet hohe Flottenkosten als Gründe für die aktuellen Zahlungsschwierigkeiten an. Offenbar erst in letzter Sekunde bemüht sich Germania jetzt um die kurzfristige Erhöhung der Liquidität.

Zugegeben: Die realistische Planung des Cashflows ist in der globalisierten Wirtschaft keine leichte Aufgabe. Doch mit den richtigen Werkzeugen lassen sich frühzeitig ganz unterschiedliche Cashflow Szenarien durchspielen und Vorkehrungen für den Worst Case treffen.

Mit unserer Software flowpilot wird Liquiditätsplanung ganz einfach. flowpilot stellt die historische Cashflow-Entwicklung in übersichtlichen Diagrammen dar und ermöglicht fundierte Liquiditätsprognosen für bis zu 12 Monate im Voraus! Risiken für den Cashflow lassen sich so schnell erkennen und ausschalten.

Wir drücken Germania die Daumen, die Zahlungsunfähigkeit abwenden und den Flugbetrieb aufrecht erhalten zu können!

Mehr lesen:

Integrierte Finanzplanung

Hand und Schachspiel

Mit einer integrierten Finanzplanung bauen Sie eine ganzheitliche Finanzstrategie für Ihr Unternehmen auf!

Das lesen Sie in diesem Artikel:
Finanzplanung heute – der monatliche Blick auf die BWA
Integrierte Finanzplanung – warum?
Wer braucht eine integrierte Finanzplanung?
Integrierte Finanzplanung: Die Planungsfaktoren
Praxisbeispiel für Integrierte Finanzplanung
Integrierte Finanzplanung – wer macht das im Unternehmen?
In die Zukunft blicken: So wird integrierte Finanzplanung wirklich wertvoll!
Excel vs. moderner Software-Lösungen – Was hilft wirklich bei der integrierten Finanzplanung?

Finanzplanung bisher – der monatliche Blick auf die BWA

Mal ehrlich: Wenn Sie als Unternehmerin oder Unternehmer die Betriebswirtschaftliche Auswertung (BWA) Ihres Steuerberaters lesen, fühlen Sie sich dann wirklich gut darüber informiert, wie gut es Ihrem Unternehmen finanziell geht? Können Sie aus der BWA fundierte Aussagen treffen, wie es um die Zahlungsfähigkeit bestellt ist? Oder ob Ihr Unternehmen in den letzten Monaten profitabler geworden ist? Können Sie eine integrierte Finanzplanung für die nächsten Monate aufstellen und vorausplanen, wie sich Cashflow und die Ertragslage entwickeln? Können Sie auf Basis der BWA die Entwicklung der Kerndaten ihrer kommenden Bilanz vorhersehen?

Die traurige Antwort: Leider nein!

Das bloße Betrachten der BWA ist kein geeignetes Instrument, um eine integrierte Finanzplanung für ein Unternehmen aufzustellen. Denn für die integrierte Finanzplanung müssen Informationen auf ganz unterschiedlichen Quellen zusammengeführt, betrachtet und bewertet werden. Außerdem sind die Daten einer BWA in einem standardisierten Format dargestellt und gehen nicht individuell auf die Besonderheiten Ihres Geschäftsmodells ein.

Integrierte Finanzplanung – warum?

Die Vorteile einer fundierten Finanzplanung liegen auf der Hand. Denn bei der integrierten Finanzplanung werden allumfassend Vorgänge und Geschäftsvorfälle in einem geschlossenen System abgebildet. Sie verbindet die operative Planung mit strategischen Maßnahmen und bildet transparent das langfristige Zusammenspiel von Erfolgsrechnung, Bilanz- und Liquiditätsentwicklung ab. So werden tragfähige Prognosen darüber möglich, wie sich ein Unternehmen finanziell entwickelt, wo Chancen und Risiken liegen und wie man möglichen Herausforderungen frühzeitig begegnet.

Wer braucht eine integrierte Finanzplanung?

Die integrierte Finanzplanung ist für alle Unternehmen interessant, die ein aktives Werkzeug zur Steuerung Ihrer Finanzen benötigen. Außerdem hilft sie, gegenüber Stakeholdern (wie Banken, Investoren oder Anteilseignern) die Leistungsfähigkeit eines Unternehmens transparent darzustellen.

Integrierte Finanzplanung: Die Planungsfaktoren

 

Integrierte Finanzplanung - Planungsfaktoren

Die Planungsfaktoren der integrierten Finanzplanung

1. Liquidität

Die Liquidität (oder der Cashflow) eines Unternehmens ist der Schlüsselfaktor für das unternehmerische Überleben. Denn nur wenn genug verfügbare Geldmittel vorhanden sind, um fällige Auszahlungen zu tätigen, kann ein Unternehmen dauerhaft bestehen. Statistiken zeigen, das viele Unternehmen bei Ihrer Finanzplanung die Liquidität nur unzureichend berücksichtigen. So entstehen vermeidbare Liquiditätsengpässe, die bereits in vielen Fällen zum Konkurs geführt haben. Im Rahmen der Finanzplanung wird der Cashflow der Vergangenheit abgebildet und Aussagen über die zukünftige Entwicklung getroffen. In diese Szenarien fließen bereits fest geplante Forderungen und Verbindlichkeiten ein. Darüber hinaus werden Vermutungen über wahrscheinlich eintretende Ein- und Auszahlungen angestellt. Diese Szenarien über die Zukunft de Liquidität helfen dabei, die Zahlungsfähigkeit aktiv zu managen (siehe auch Artikel zum Thema Liquiditätsmanagement).

2. Gewinn- und Verlustrechnung (GuV)

Die GuV kennen alle Unternehmerinnen und Unternehmer. Sie ist das klassische Instrument, um die finanzielle Lage zu bewerten. In der GuV finden die wichtigen Faktoren der Geschäftstätigkeit wie Einnahmen, Sach- und Personalkosten etc. Berücksichtigung. Im Rahmen der integrierten Finanzplanung spielt die GuV deshalb eine wichtige Rolle. Doch anstatt wie in einer klassischen BWA nur eine Momentaufnahme auf Monatsbasis zu liefern, versucht die integrierte Finanzplanung die GuV relevanten Werte auf einer Timeline abzubilden und in die Zukunft prognostizierbar zu machen.

3. Bilanzveränderungen

Eine integrierte Finanzplanung richtet ihren Blick auf alle Faktoren, die sich langfristig auf die Finanzen eines Unternehmens auswirken. Deshalb gehören neben Liquiditäts- und Ertragssicht auch bilanzrelevante Faktoren dazu. Investitionen, Vorräte, Working Capital, Desinvestitionen sind Kennzahlen, die sich zwar auf die unmittelbare Geschäftstätigkeit kaum auswirken, die aber wichtige Indikatoren für die finanzielle Gesundheit sind.

Praxisbeispiel für Integrierte Finanzplanung

Dieses Praxisbeispiel für die Integrierte Finanzplanung demonstriert auf leicht verständliche Weise, warum es wichtig sein kann, in der Finanzplanung alle finanziell relevanten Faktoren zu berücksichtigen, um die finanzielle Gesundheit des Unternehmens zu betrachten.

Cotton Dreams – Der T-Shirt Shop

Unser fiktives Beispiel ist denkbar simpel: Die Firma „Cotton Dreams GmbH“ kauft T-Shirts über einen Großhändler in China ein, bedruckt die T-Shirts in einer kleinen Fabrikhalle auf eigenen Druckmaschinen und verkauft die fertigen T-Shirts online.

Betrachten wir die Geschäftstätigkeit der Firma aus den drei wichtigsten Perspektiven der Integrierten Finanzplanung.

Praxisbeispiel Integrierte Finanzplanung

Die Planungsfaktoren der Firma Cotton Dreams für die integrierte Finanzplanung

Perspektive 1: Liquidität und Liquiditätsmanagement

Die Liquiditätssicht betrachtet die unternehmerische Tätigkeit einzig und allein unter dem Gesichtspunkt der Zahlungsfähigkeit. Ausgehend vom Anfangsbestand beschreibt das Verhältnis von Aus- und Einzahlungen, wie sich die Liquidität eines Unternehmens entwickelt. Bei der Firma Cotton Dreams bedeutet das: Einzahlungen kommen über den Verkauf der T-Shirts herein, Auszahlungen müssen unter anderem regelmäßig an Lieferanten und Mitarbeiter erfolgen. Der Verlauf der Ein- und Auszahlung wird auch als Cashflow bezeichnet.

Für die integrierte Finanzplanung ist die Betrachtung der Liquidität überlebenswichtig. Denn egal wie „gut“ es einem Unternehmen vielleicht sonst gehen mag, wenn keine Liquidität vorhanden ist, muss ein Unternehmen Insolvenz anmelden und im weiteren Verlauf schließen. Für die Firma Cotton Dreams heißt das: Es müssen immer genügend liquide Mittel für das Bezahlen von Rechnungen, Löhnen und Gehältern, Steuervorauszahlungen usw. vorhanden sein, und zwar unabhängig davon, wie viele T-Shirts gerade verkauft werden oder wann die Kunden ihre T-Shirts letztendlich bezahlen. Man muss kein Experte sein um zu erkennen, dass ein gutes Liquiditätsmanagement für die Finanzplanung wirklich wichtig ist!

Perspektive 2: Gewinn und Verlust: Die Profitabilität eines Unternehmens

Die Firma Cotton Dreams kauft T-Shirts in China ein, bedruckt sie, und verkauft sie dann weiter. Unabhängig von der Frage des Cashflows betrachtet die Gewinn- und Verlust-Seite der Finanzplanung, wie profitabel ein Unternehmen ist. Dazu werden alle Aufwände addiert und am Ende von den Verkaufserlösen abgezogen. Der so ermittelte Gewinn muss dann noch versteuert werden. Im Unterschied zur Liquiditätsbetrachtung ermittelt die Gewinn-und Verlustrechnung einen rechnerischen Gewinn (bzw. Verlust) und zwar unabhängig davon, wie viele Mittel tatsächlich verfügbar sind.

Auch die Firma Cotton Dream möchte natürlich möglichst viel Gewinn machen. Aber wenn z. B. durch die Anschaffung neuer Maschinen hohe Ausgaben nötig werden und damit das Unternehmen für eine begrenzte Zeit in die Verlustzone rutscht, ist das kein großes Drama – zumindest solange die Liquidität der Firma (z. B. durch Bankkredite) gedeckt ist.

Dies macht deutlich: Liquidität und Gewinn sind zwei paar Stiefel. Aber beide sind wichtig, um eine gute Finanzplanung zu betreiben!

Perspektive 3: Die Sicht der Bilanz

Cotton Dreams veröffentlicht jedes Jahr eine Bilanz. Neben grundsätzlichen Angaben zur Liquidität und zur Profitabilität werden hier noch andere Werte erfasst, die über die operative Geschäftstätigkeit des Unternehmens hinausgehen, zum Beispiel der Bestand an Immobilien, Investitionen oder Desinvestitionen.

Wenn man aber die Bilanz nur ein Mal im Jahr erstellt, warum sollte sie dann bei der integrierten Finanzplanung eine Rolle spielen?

Die Antwort ist einfach: In die Bilanz fließen viele Faktoren ein, die bei der Betrachtung von Profitabilität und Liquidität nicht auftauchen. Diese Faktoren sind jedoch wichtige Frühindikatoren, um die finanzielle Gesundheit eines Unternehmens zu bewerten.

Ein Beispiel hierfür ist der Bestand an Vorräten. Sobald die Firma Cotton Dreams T-Shirts aus China einkauft, werden Sie in der Bilanz als so genannter „Vorrat“ aktiviert – und zwar noch bevor sie bezahlt oder weiterverkauft werden. Genauso früh tauchen Investitionen in der Bilanz auf. So kann die Anschaffung neuer Druckmaschinen ein sehr interessanter Indikator für die finanzielle Zukunft der Firma sein, noch bevor die Maschinen in der Gewinn- und Verlustrechnung (z. B. als Abschreibung) oder in der Liquiditätsplanung (z. B. weil monatliche Leasingraten zu bezahlen sind) auftauchen.

Integrierte Finanzplanung – wer macht das im Unternehmen?

Zugegeben: Eine echte integrierte Finanzplanung ist eine Herkules-Aufgabe. In einem Unternehmen übernimmt in der Regel der CFO bzw. die Controlling-Abteilung diesen Task. Auf Basis der monatlichen BWAs und weiterer Informationen kann dann die Finanzplanung (z.B. mit Excel-Tabellen) erfolgen.

Das Problem: Eine gute, integrierte Finanzplanung rolliert – das heißt: sie wird monatlich auf Basis neuer Zahlen der Buchhaltung fortgeschrieben. So entsteht ein Bild, wie sich die Finanzen des Unternehmens im Laufe der Zeit entwickeln. Dieses monatliche Fortschreiben ist mit erheblichen Aufwänden verbunden.

Und das ist noch nicht alles!

In die Zukunft blicken: So wird integrierte Finanzplanung wirklich wertvoll!

Nehmen wir an, Sie wären der CEO von Cotton Dreams. Jeden Monat lassen Sie sich von ihrem CFO in Punkto Finanzplanung auf den neuesten Stand bringen. Sie sehen also die Entwicklung der Liquidität, Profitabilität und der Bilanz. Schön und gut. Aber wollen Sie nicht wissen, wie es Ihrem Unternehmen in drei oder in sechs Monaten geht? Interessiert es sie nicht, welche Auswirkungen es auf Ihren Gewinn hat, wenn Sie Lieferanten in Zukunft später bezahlen? Oder ob die Anschaffung der neuen Maschine Ihre Zahlungsfähigkeit strapaziert? Doch: All das und viele weiteren Szenarien sind für die Zukunft der Firma Cotton Dreams hoch interessant.

Das Problem: Mit herkömmlichen Tools wie Excel lassen sich solche Szenarien nur mit sehr viel Aufwand und ungenau aufstellen. Man braucht schon eine gut funktionierende Software-Lösung, um die integrierte Finanzplanung effizient und professionell gleichzeitig zu betreiben.

Excel vs. moderner Software-Lösungen – Was  hilft wirklich bei der integrierten Finanzplanung?

Viele Aufgaben im Finanzbereich werden mit Hilfe von Software erledigt – und am häufigsten benutzt wird dabei (noch) Excel. Sowohl für Liquiditätsplanung als auch für die integrierte Finanzplanung gibt es Vorlagen und Templates, die bereits auf diese Aufgaben zugeschnitten sind. Die Excel-Templates lassen sich natürlich individuell anpassen und da Excel weit verbreitet ist, gehört es zu den flexiblen Allround-Tools bei der Finanzplanung.

Doch das Arbeiten mit Excel-Templates hat leider viele Nachteile:

  1. Es ist sehr aufwändig, die Daten für die integrierte Finanzplanung aus den unterschiedlichen Quellen in die Tabellen einzupflegen.
  2. Es kostet sehr viel Zeit, die Tabellen aktuell zu halten. Denn gerade in der integrierten Finanzplanung ist es wichtig, immer die aktuellsten Informationen dynamisch einzupflegen.
  3. Wer Excel-Tabellen einfach der E-Mail versendet oder ohne Passwortschutz speichert, geht ein hohes Sicherheitsrisiko ein.

Wer dagegen in der integrierten Finanzplanung auf moderne Software-Anwendungen setzt, kann deutlich professioneller und effektiver die finanzielle Gesundheit des Unternehmens überwachen und steuern.

Moderne Software-Lösungen haben viele Vorteile:

  1. Gute Software-Lösungen integrieren automatisiert alle wichtigen Daten aus unterschiedlichen Quellen in ein System.
  2. Untersuchungen zeigen, dass die Automatisierung 70% Zeit für die Datenbeschaffung und -aufbereitung einspart. So kann mehr wertschöpfende Zeit in die eigentliche Finanzplanung investiert werden.
  3. Gute Software erstellt automatische eine rollierende Finanzplanung und ermöglicht das Aufsetzen unterschiedlicher Zukunftsszenarien.
  4. Dank anschaulicher Auswertungen wird die Finanzplanung professionalisiert und kann zielgruppengerecht (z.B. für den CEO, Banken und andere Stakeholder) aufbereitet werden.
  5. Dank Revisionierung, Nutzerverwaltung und Verschlüsselung wird Finanzplanung nachvollziehbar, teamgerecht und sicher.